Iran: christlicher „Apostat“ zu dreijähriger Haft verurteilt

Im iranischen Kermanschah wurde der christliche Konvertit Masud Delijani zu einer Haftstrafe von drei Jahren wegen „Aktionen gegen die nationale Sicherheit, Abhaltens illegaler Gebetsversammlungen, Evangelisation von Muslimen“ und de facto vor allem wegen des christlichen Glaubens verurteilt.

Iran

Masud Delijani,  ein verheirateter Lehrer, wurde am 17. März 2011 gemeinsam mit seiner Frau und neun anderen Christen während eines Hauskirchen-Treffens verhaftet. Nach 114 Tagen Einzelhaft und massiven physischen und psychischen Repressionen, wurde er am 09. Juli 2011 gegen eine Kaution in Höhe von ca. 100.000 US-Dollar zunächst auf freien Fuss gesetzt. Das Geld war jedoch schlecht investiert, denn zwei Wochen später wurde er wieder inhaftiert und vor dem „Revolutionsgerichtshof“ in Kermanschah angeklagt.

Quellen der christlichen, iranischen Nachrichtenagentur „Mohabat-News“ sagen nun aus, dass dieser Gerichtshof Masud nun zu drei Jahren Haft verurteilte. Das Verfahren soll eine Farce gewesen sein, da Masud Delijani sich, entgegen gültigem, iranischen Prozessrecht, seinen Verteidiger nicht frei suchen durfte und auch keinerlei persönliche Verteidigung vor dem Gerichtshof vorbringen durfte.  Derzeit befindet er sich im zentralen Gefängnis von Kermanschah, das als „Deizal-Abad“ bekannt ist. Seiner Frau, die sich mittlerweile selber wieder in der relativen Freiheit des Iran befindet, wird nur alle zwei bis drei Wochen ein Besuch gestattet, jedoch jeder persönliche Kontakt jenseits der aus diversen „Knastfilmen“ bekannten Glasscheiben und Interkoms ist ihr untersagt.

Dieser Fall muss im Zusammenhang mit einer massiven, landesweiten und jedem rechtsstaatlichen Verständnis Hohn sprechenden Kampagne gegen die christlichen Kirchen des Iran gesehen werden. Seit mehr als zwei Jahren verstärkt sich der Druck nicht nur auf die vom Iran als „illegal“ betrachteten Hauskirchen, deren Mitglieder zumeist bekehrte Muslime sind, sondern auch gegen die Traditionskirchen des Iran, die bislang zumeist nur „nadelstichartigen“ Repressionen ausgesetzt wurden.

Erstmalig musste im letzten Jahr durch hochrangige, muslimische Geistliche zugegeben werden, dass es eine kleine, christliche Erweckung im Lande gäbe, die natürlich „höchst gefährlich“ sei und dringend bekämpft gehöre. Die Konsequenzen dieses Kampfes muss nun auch Masud Delijani ausbaden.

BITTE BETEN SIE FÜR EINEN STROM DER ERWECKUNG UND BEKEHRUNG, DEN AUCH DAS GEWALTREGIME DES IRAN NICHT MEHR AUFHALTEN KANN.

(Quelle: „Mohabat News“ vom 27. Februar 2012)

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