Saudia-Arabien: Neues von den „Jiddah 35“

Erinnern wir uns: am 15. Dezember 2011 wurden in der saudischen Hafenstadt Jiddah 35 äthiopische Christen (29 Frauen, 6 Männer) während eines Gebetstreffens in Privaträumen inhaftiert.

Was dabei besonders auffiel, war die rücksichtslose Brutalität, mit der die Polizei gegen die Christen vorging. Es wird von Leibesvisitationen berichtet, bei denen für mehrere Opfer nur ein Handschuh von den Beamten benutzt wurde etc. Wir berichteten bereits darüber, weshalb mich mir weitere, eklige Details erspare. Seitdem der Fall publik ist, passierte nur wenig. Die Opfer baten um unsere Gebete, die Behörden prüften eine Abschiebund der Jiddah-35 und die ein oder andere Regierung protestierte gegen diese menschenrechtswidrige Polizeipraxis bei der saudischen Regierung. Eines der Opfer, Helen Tamene Gebre, hat sich mittlerweile gegenüber „voice of America“ geäußert:

Sie haben uns festgenommen, weil wir wöchentliche Gebetstreffen abgehalten haben. Als wir verhaftet wurden, waren wir gerade mitten im Gebet. (SIC !)

Nun wird aber noch ein weiteres Detail bekannt, welches die Verzierung auf der unverdaulichen Torte ist: eine muslimische Predigerin hat mittlerweile die Gefangenen besucht und sie (natürlich ganz ohne Zwang, denn es gibt ja keinen Zwang im Islam…, Ironie aus) dazu eingeladen, zum Islam zu konvertieren. Natürlich mit der langfristigen Perspektive der Freilassung, so wie es im Iran auch für den mittlerweile bekannten Pastor Youcef Nadarkhani im Falle einer Konversion vorgesehen war.

So sehen also zusammenfassend die Fakten aus: ausländische Christen, die regelmässig ihrem Glauben nachgehen, werden im wahhabitisch-radikalen, saudischen Königreich im Gebet gestört, aus Privaträumen heraus ins Gefängnis gezerrt, dort misshandelt und beschimpft und danach wochenlang ohne rechte Anklage inhaftiert, während sie auch noch „ganz freundlich“ dazu eingeladen werden, Muslime zu werden, falls sie die Freiheit wiedersehen wollten. Dies geschah nach Aussage einer der Gefangenen in etwas so:

Sie „schmähte das Christentum, verleumdete die Bibel und sagte uns, der Islam sei die einzig wahre Religion. Die Predigerin forderte uns dann auf, zum Islam zu konvertieren. Als wir gefragt wurden, wies keiner seinen christlichen Glauben zurück (Unser Glaube wächst in der Verfolgung, liebe Teufels-Freunde, das vergesst ihr immer wieder ! Das Blut der Märtyrer düngt den Baum des Glaubens. Anm. d. Übers.). Ich fühlte mich so sehr von ihren falschen Lehren beleidigt, dass ich dieses Treffen verließ.

Noch besteht glücklicherweise telefonischer Kontakt in das Briman-Gefängnis von Jiddah, wo die Jiddah-35 festgehalten werden, weshalb solche Details bislang noch bekannt werden können. Ein flammender Apell konnte so ebenfalls die Gefängnismauern verlassen:

Warum lassen sie uns nicht frei ? Wir wollen nur in unser Land zurückkehren und in Freiheit Gott anbeten.

In diesem Zusammenhang fordert der Vorsitzende der U.S. Kommission für Internationale Religionsfreiheit (USCIRF), Leonard Leo:

Wenn die saudische Regierung keine gültige, gesetzliche Basis für die Inhaftierung dieser Einzelpersonen vorlegen kann, sollten diese sofort freigelassen werden. Und die saudischen Authoritäten sollten stattdessen die Vorwürfe körperlicher Übergriffe und erniedrigender Behandlungen durch die Gefängniswachen untersuchen.

Wir werden sehen, was aus den Jiddah-35 werden wird. Ich vermute, sie werden heimlich, still und leise nach Äthiopien abgeschoben und die Weltöffentlichkeit vergisst im Eindruck saudischer-Öl-Milliarden endgültig diesen Fall.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE FREILASSUNG DER JIDDAH-35 ! ERZÄHLEN SIE ALLEN, DIE DENKEN, DASS MUSLIMBRÜDER UND SALAFISTEN O. Ä. NUR EINE ART „ISLAMISCHER CDU“ WÄREN UND DIE DENKEN, BEIM „ARABISCHEN FRÜHLING“ GEHE ES WIRKLICH UM FREIHEIT, DEMOKRATIE UND FORTSCHRITT,  VON FÄLLEN WIE DIESEM. DIES IST DIE ZUKUNFT ÄGYPTENS, LIBYENS, TUNESIENS, MAROKKOS, SYRIENS, ….

(Quelle: „Bosnewslife“ vom 11. Februar 2012)

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2 Gedanken zu “Saudia-Arabien: Neues von den „Jiddah 35“

  1. Pingback: Zwei koptische Priester vor Untersuchungsrichter « kopten ohne grenzen

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