Pakistan: Christ wird der Zugang zu Medizinschule verweigert

Wir kennen das: Schulnoten sind wichtig für die Karriereplanung unserer Kinder. Da kann es schon ärgerlich werden, wenn man ein angepeiltes Ziel knapp verpasst und somit Karriereträume platzen.

Pakistan

Üblicherweise gelten „gleiche Regeln für alle“ bei der Notenvergabe. Sie sollte transparent und auf sinnvollen Prinzipien begründet sein. Auch hierzulande kennen wir umstrittene Notenvergabe nach dem „Sympathieprinzip“ oder überlastete Lehrer, die schwer nachvollziehbare Entscheidungen treffen und seit Jahr und Tag ärgern sich Lehrer und Schüler darüber. Dies scheint aber unvermeidbar zum System zu gehören.

Was in Pakistan scheinbar zum System gehört ist folgendes: Wer den Koran zitieren kann, bekommt bessere Abschlussnoten und somit Zugang zu weiterführenden Bildungseinrichtungen, wer den Koran nicht zitiert, hat Pech gehabt. Da Christen und andere Nichtmuslime naturgemäß dem Buch der Muslime weniger Aufmerksamkeit zollen, stehen ihnen bei gleicher Qualifikation also manche Ausbildungswege nicht zur Verfügung. Ich weiss nicht, wie Sie das nennen, liebe Leser, ich nenne das Diskriminierung.  Relevante Schulnoten für religiöses Wissen ? In unserem Land selbst in Niederbayern nicht mehr vorstellbar.

In Pakistan aber sehr wohl wie der Fall von Harun Arif, einem christlichen Schüler der „DG Khan“ – Schule in Lahore uns zeigt. Er hatte vor, die medizinische Hochschule zu besuchen und seine Noten waren exzellent, jedoch sein Abschlussergebnis hauchzart (0,1 %) unterhalb des benötigten Punktergebnisses. Das wäre bedauerlich, aber keinesfalls skandalös. Jedoch ist die Geschichte hier noch nicht zu Ende, denn nach Einsicht in das Bewertungsergebnis der Lehrerschaft erkannte Harun, dass alle Schüler, die ein gutes oder exzellentes Ergebnis im Rezitieren des Korans hatten, zusätzlich bis zu 20 Extrapunkte erhalten haben, die ihren Notenschnitt dann auf ein Ergebnis anhoben, dass ihnen Zugang zu weiterführenden Schulen ermöglichte.

Ich möchte Ihnen, liebe Leser, an dieser Stelle die weiteren Details des Ringens von Harun und seinen Eltern um die Anerkennung seiner Bibelkenntnisse (wie naiv, zu denken, dass würde in Pakistan irgendetwas bedeuten) etc. ersparen. Die Reaktion von Lehrern und Behörden auf die Bemühungen der Familie Arif ist jedoch bemerkenswert. Der kalte Zynismus, mit dem ihnen dort begegnet wird, drückt sich u. a. in den Worten des Bildungsministers der Provinz Punjab,  Mujtaba Shuja-ur-Rehman, aus, der folgendermaßen zitiert wird:

Wir können das System nicht für eine verschwindende Zahl von Leuten verändern.

Können oder wollen Sie nicht, Herr Rehman ? Richtig. Nichtmuslime sind ja nur Menschen zweiter Klasse, für die man keine menschenrechtskonformen Regelungen schaffen muss. Haben wir verstanden. Wer die Details des Falles gerne nachlesen möchte, kann dies unter dem u. a. link tun.

BITTE BETEN SIE FÜR HARUN ARIF, DER EINFACH NUR DIE CHANCE HABEN WOLLTE, IN EINEM MUSLIMISCHEN LAND EINEN ANDEREN, ALS HELFENDEN JOB BEKOMMEN ZU KÖNNEN.

(Quelle: „the express tribune“ vom 08. Februar 2012)

 

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