Indien: Jesuiten-Schule attackiert

Das von Jesuiten geleitete College „St. Joseph“ in Anekal, Karnataka-Provinz, wurde am 27. Januar 2012 von hinduistisch-nationalistischen Gruppen und Vertretern der Regionalen Gesetzgebung blockiert und zur Untätigkeit gezwungen.

Karte von Indien

Indien

Wegen des angeblichen Unterlassens des Flagge-Setzens am indischen Nationalfeiertag stürmten ca. 100 aufgebrachte Männer die Schule, an der mehrheitlich „Unberührbare“ und ethnische Minderheiten unterrichtet werden, und verlangten, den Schulleiter, Bruder Melwin Mendonca, zu sehen. Zwei Stunden lang agitierten sie auf dem Campus und blockierten den Schulbetrieb, während die örtliche Polizei dem Treiben gelangweilt zusah. Als der Schulleiter sich schließlich dem Mob stellen wollte, wurde er umringt, angepöbelt und es kam erwartungsgemäß kein Dialog mit den fanatisierten Hindus zu Stande.

Stattdessen wurde Bruder Melwin gegen 12.30 Uhr von Polizisten abgeführt, weil die Fanatiker damit drohten, anderenfalls die ganze Stadt lahmzulegen, und zu Fuss zur nächsten Polizeiwache gebracht. Auf dem Weg dorthin wurde er zwar von Polizeibeamten umringt, aber weiterhin verbal und physisch attackiert. Auch Studenten, die ihn begleiten und beschützen wollten, wurden vom Mob verprügelt.  Beobachter sagen,

Hier geht es nicht um das Aufziehen einer Flagge. Dies ist Teil einer antichristlichen Agenda.

Die Anführer des Mobs hatten bereits die Polizeiwache erreicht und forderten eine harsche Behandlung des Jesuiten. Glücklicherweise wurde dem nicht entsprochen, sondern der Schulleiter mit großem Respekt behandelt. Gegen 21 Uhr wurde er dann wieder freigelassen, nachdem die Polizei festgestellt hatte, dass es keinen Fall gegen die Schule oder Bruder Melwin Mendonca gibt. Die Anführer des Mobs wurden sogar in die Wache einbestellt und für ihre Aktionen gerügt und vor weiteren Übergriffen gewarnt. Das ist in Indien in vergleichbaren Fällen nicht selbstverständlich und somit bemerkenswert.

Das „St. Joseph“-College hat seit ca. 15 Jahren Anfeindungen zu überstehen. Im Jahre 2000 wurden z. Bsp. Studenten körperlich attackiert und ein wenig später auf einen Dozenten des Bildungsinstitutes mit einem Messer eingestochen. Die Zukunft der Bildungsarbeit für die sozialen Unterschichten dieser Region ist also ungewiss.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE ARBEIT CHRISTLICHER SCHULEN, FRAUENHÄUSER, SOZIALER STIFTUNGEN ETC. IN INDIEN. IHRER ARBEIT IST SO VIEL GUTES ZU VERDANKEN, WELCHES DER NOCH IMMER TIEF IM „KASTENDENKEN“ ZURÜCKGEBLIEBENE HINDUISMUS NICHT TUN WILL ODER KANN. CHRISTEN IN INDIEN BRAUCHEN HEUTE MEHR DENN JE UNSERE ERMUTIGUNG.

(Quelle: „independent catholic news“ vom 02. Februar 2012)

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