Indonesien: Kirche hält Gottesdienst vor Präsidentenpalast

Alle Leser dieses Blogs und aufmerksamen Beobachter der Menschenrechtslage in Indonesien kennen zur Genüge den Fall der Yasmin-Gemeinde von Bogor. Der dortigen Gemeinde wird vom Ortsbürgermeister seit Monaten das Betreten ihrer Immobilie, auf der eine Kirche erbaut wird, verweigert.

Indonesien

Die Kirche hatte ein höchstrichterliches Urteil erwirkt, das eindeutig aussagte, die Gemeinde habe alle Bedingungen für den Erwerb der Immobilie und die Genehmigungen zur Errichtung eines Gotteshauses erfüllt. Der Ortsbürgermeister Diani Budiarto jedoch, der sich mittlerweile mit islamischen Extremisten verbündet hat, die immer mehr die „Schmutzarbeit“ für ihn in diesem Fall erledigen, kümmert sich um Recht und Gesetz in seiner Stadt Bogor nicht mehr und will schlicht und einfach seinen Kopf durchsetzen. Soweit, so bekannt. (Bitte lesen Sie die Entwicklungen auch in unserem Themenkomplex „Indonesien“ nach, falls Sie möchten.)

Nun haben hunderte Mitglieder der Yasmin-Kirche zusammen mit Sympathisanten vor dem Präsidentenpalast in Jakarta demonstriert. Im Anschluss daran hielten sie dort einen Freiluft-Gottesdienst ab. Beides, um den höchsten, politischen Repräsentanten der Nation, Präsident Susilo Bambang Yudhoyono, auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen und ihn an seine Pflicht zu erinnern, sich für die Einhaltung von Recht und Ordnung in ganz Indonesien einzusetzen. Der Gemeindesprecher Bona Sigalingging sagte dazu:

Wir kamen hierher, damit der höchste Repräsentant des Staates das Problem lösen hilft aus Liebe zur Rechtsstaatlichkeit und in Verteidigung der Diversität Indonesiens.

Indonesiens Staatsprinzip, die sog. „Pancasila“, geht von einer Diversität der Ethnien und Religionen in einem Staat aus. Dies ist auch in der indonesischen Verfassung festgeschrieben. In den letzten Monaten hatten Sicherheitskräfte auf Anweisung Dani Budiartos mehrfach die Gemeinde daran gehindert, nahe ihrer Immobilie Freiluftgottesdienste abzuhalten. Dabei war es auch zu Rangeleien gekommen, in deren Folge mittlerweile von der Gemeinde Strafanzeigen gegen den höchsten, zivilen Polizeibeamten von Bogor und den Bürgermeister erstattet wurden.

Dies alles geschah, nachdem der Indonesische Minister für religiöse Angelegenheiten der Yasmin-Gemeinde erst vor wenigen Tagen öffentlich „die kalte Schulter“ gezeigt hatte.  Suryadharma Ali hatte, so wird er in einer indonesischen Zeitung zitiert, ausgesagt, dass „legale Konflikte auf dem Rechtswege ausgefochten“ werden müssten und eine Stellungnahme zu Gunsten der Gemeinde verweigert. Eine durchaus parteiliche Aussage, da die Yasmin-Gemeinde ja bereits über ein Urteil des höchsten Gerichtshofes Indonesiens verfügt, also der „legale Kampf“ bereits zu ihren Gunsten entschieden wurde. Die Auseinandersetzung um die Yasmin-Kirche ist durch die Aktionen des Dani Budiarto längst zu einem Politikum geworden und zu einer spirituellen Auseinandersetzung um Recht und Unrecht. Die Gemeinde hat dies erkannt und die o. g. Demonstration veranstaltet. Suryadharma Ali wäscht offensichtlich seine „Hände in Unschuld“, wenn er davon ausgeht, dass das Innenministerium „der Lage Herr werden“ müsse. Wir Christen kennen das schon.

BITTE BETEN SIE WEITERHIN FÜR DIE DURCHSETZUNG VON RECHT UND ORDNUNG IN INDONESIEN. BITTEN SIE DEN HIMMLISCHEN VATER UM SEINE UNTERSTÜTZUNG FÜR ALLE KRÄFTE, DIE SICH DER ANHEIZUNG DER SITUATION WIDERSETZEN. FRIEDEN UND RECHT SOLLEN EINKEHREN IN BOGOR, INDONESIEN.

(Quelle: „asia news“ vom 30. Januar 2012 und „Jakarta Globe“ vom 26. Januar 2012)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s