Iran/Türkei: christlicher Flüchtling misshandelt

Dass der Iran kein Hort der Religionsfreiheit und Liberalität ist, dürfte allen, die sich mit dem Thema dieses Blogs auch nur rudimentär befassen, bekannt sein. Alle Nichtmuslime, ebenfalls alle sunnitischen Muslime, haben im ehemaligen Persien heute einen schweren Stand und müssen schlimme Dinge ertragen, während sich deutsche Politiker und Kirchenvertreter immer wieder aufmachen, mit ihren Peinigern zu reden und damit deren Opfer zu verhöhnen.

Türkei

Speziell die Konvertiten vom Islam, also alle Ex-Muslime, die Christus angenommen haben, werden als „Staatsfeinde“ behandelt und sind ihres Lebens nicht sicher. Sie gelten den Muslimen als „Apostaten“, also „Religionsflüchtlinge“, die schwerstens bestraft werden müssen (damit das kein Beispiel für andere gibt, natürlich). Sie müssen sich in „Untergrundkirchen“, unter mehr oder minder konspirativen Bedingungen, selbst organisieren, da sie von Sicherheitsbehörden wie Terroristen verfolgt und behandelt werden. Mit mehr oder minder brutaler Gewalt versuchen die Mullahs, eine christliche Erweckung in ihrem Land zu verhindern und sperren jeden ein, dessen sie habhaft werden können.

Dies alles war auch dem Konvertiten Yousef Fallah Ranjbar bewusst, als er sich im Jahre 2008 schweren Herzens dazu entschloss, seine Heimat zu verlassen und in der Türkei um Asyl nachzusuchen. Dafür bemühte er sich, das UNHCR-Büro in Ankara zu kontaktieren und dort die Anerkennung als Flüchtling zu erreichen. Der Mann erzählt haarsträubende Fakten aus der hierzulande allzugerne ignorierten, realen Welt. Erst über vier Monate nach seinem ersten Antrag auf Anerkennung beim UN-Flüchtlingskomissariat in Ankara bekam er eine erste Anhörung. Ein weiteres, komplettes Jahr musste er dann auf eine Antwort des Behörden-Molochs warten, bis ihm schliesslich mitgeteilt wurde, seine Einlassungen bei der besagten Anhörung seien „unakzeptabel“ gewesen.

Über eine private Hilfsorganisation formulierte Yousef schließlich einen Einspruch und bekam dann eine zweite Anhörung zugebilligt. Dazu wird er von „Mohabat-news“ folgendermaßen zitiert:

 Nach einer weiteren Verzögerung ging ich wieder zum UNHCR und bekam eine zweite Anhörung. Dort fand ich heraus, dass derselbe Mann, der die erste Befragung durchgeführt hatte und nichts über das Christentum wusste, jetzt auch diese Befragung durchführen sollte.

Daraufhin habe er sich geweigert, dieses Gespräch zu führen, da der entsprechende UN-Mitarbeiter sich bereits im ersten Gespräch über Yousefs Glauben lustig gemacht haben soll und somit weder menschlich noch fachlich für seine Aufgabe qualifiziert sei. So wurde schließlich im Frühjahr 2011 Yousefs Fall vom UNHCR geschlossen.

Was ist also de facto geschehen ? Ein Muslim bekommt die Möglichkeit über einen Christen zu entscheiden, macht sich über dessen Glauben lustig und verweigert ihm die Anerkennung als Flüchtling, weil er ja ein „Apostat vom wahren Glauben“ ist. Die Selbstzufriedenheit dieses UN-Mitarbeiters kann man förmlich spüren. Die Not und Angst des Flüchtlings Yousef Fallah Ranjbar auch.

m.f.G. von Mohabat News

Doch während die schwerfällige und gegenüber Christen oftmals voreingenommene UN-Bürokratie vor sich hin dümpelt, musste Yousef arbeiten, um zu überleben. Dabei geriet er offensichtlich an den falschen Arbeitgeber, der die Not und Angst der Flüchtlinge auszunutzen verstand. Ranjbar, der eigentlich Friseur ist, musste sich als Handlanger auf dem Bau oder in Restaurants verdingen. Die Arbeitsbedingungen waren dabei natürlich extrem und er wurde in 14 Stunden-Schichten ausgebeutet. Er bekam nicht einmal den Mindestlohn ausgezahlt.

Doch dies war noch immer nicht genug des Bösen. Sein Arbeitgeber, der nach Aussagen von Yousef immer extreme, muslimisch-religiöse Ansichten zu äußern begann, weigerte sich schließlich, dem Migranten seinen zustehenden Lohn auszuzahlen. Er sagte Ranjbar schließlich, dass er „keine Rechte“ hätte und er mit ihm machen könne, was er wolle. Was dann geschah, schildert Yousef Ranjbar so:

Dann haben mich der Arbeitgeber und mehrere seiner Angestellten (immer mehrere auf einen, das ist auch auf Berliner U-Bahnhöfen bekannt) attackiert, verprügelt und schließlich mit kochendem Wasser übergossen.

Yousef Ranjbar hatte immerhin den Mut, diesen Angriff bei der türkischen Polizei zur Anzeige zu bringen. Zu einer ersten Anhörung in diesem Fall kam der Täter jedoch gar nicht erst und somit wurde die Angelegenheit auf den St. Nimmerleinstag verschoben, weshalb sie bis heute nicht gerichtlich geklärt ist.

Der hier geschilderte Fall ist kein Einzelschicksal, da sich viele irakische und iranische Christen auf türkischem Boden Asyl und eine Registrierung erhoffen.

BITTE BETEN SIE FÜR VOLLSTÄNDIGE HEILUNG AN KÖRPER UND SEELE FÜR YOUSEF FALLAH RANJBAR. BITTE BETEN SIE AUCH DAFÜR, DASS DIE NOT DER FLÜCHTLINGE AUS DEM IRAN UND IRAK VON GUTEN MENSCHEN WAHRGENOMMEN UND MIT KONKRETER HILFE BEANTWORTET WERDEN.

(Quelle: „mohabat news“ vom 23. Januar 2012)

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3 Gedanken zu “Iran/Türkei: christlicher Flüchtling misshandelt

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