Indien: Pastor nach Angriffen auf ihn verhaftet

Wenn man die volle Widersprüchlichkeit der Christenverfolgung erleben will, muss man sich nur einmal ansehen, wie in Ländern wie Pakistan, Indonesien oder Indien die Balance von „Ursache und Wirkung“ pervertiert wird.

Karte von Indien

Indien

Das Muster sieht folgendermaßen aus:  Christen werden von ultranationalistischen und religiös-radikalen Fanatikern angegriffen, unter dem Banner pseudolegaler Vorwürfe beschuldigt und von den zumeist gegen Christen voreingenommenen Behörden entweder „in Schutzhaft“ genommen oder gleich wegen der erfundenen Vorwürfe inhaftiert.

Nach diesem Strickmuster wurde jetzt wieder in Indien vorgegangen. Eine Versammlung von 20 Christen wurde am Sonntag, den 22. Januar 2012, von einem Mob aus ultranationalistischen Hindus der sog. „RSS (Rashtriya Sangh Savayansevak)“ angegriffen. Dies geschah in einem Privathaus 3 km von der Stadt Haliyal im Bundesstaat Karnataka. Der Präsident des „Global Council of Indian Christians“ (CGIC), Sajan K. George, sagte dazu: „Dies ist nun schon der dritte christenfeindliche Vorfall im ersten Monat diesen Jahres.“

Die Vorwände der Angreifer sind immer dieselben: aktive Evangelisation (die in keinem freien Land der Welt strafbar ist) und „Zwangskonversionen“, die noch immer im indischen Strafrecht verankert sind. Bei dem genannten Überfall wurden mehrere Christen geschlagen, darunter Kishore Kavalekar und den Pastor Kalappa Chandrakanth. Dies alles vor den Augen seiner Frau und kleinen Tochter. Dann zogen sie ihm sämtliche Kleidung vom Leib, zerrten ihn zu einem Baum nahe eines Hindu-Tempels und banden ihn dort an. Daraufhin wurde die Polizei gerufen, die aber, wie nicht anders zu erwarten, jetzt keine Anzeige der Gemeinde aufnahm, sondern den Pastor und Kishore verhaftete.

Hier wird nun augenfällig der „Bock zum Gärtner“ gemacht. Das ganze System der Justiz und des Strafrechts wird hier im Namen des Hinduismus und der „nationalen, indischen Identität“ ad absurdum geführt. Dies hat natürlich zur Folge, dass Gewalt gegen Christen sozusagen „normal“ ist und zur „Folklore“ in bestimmten indischen Bundesstaaten gehört und nicht nur dort. Sajan K. George sagt dazu:

Das Komplizentum zwischen Regierungsstellen und der ultranationalistischen Partei BJP gefährdet das Überleben der Christen im Bundesstaat Karnataka.  … Es ist absolut notwendig, dass sichergestellt wird, dass die säkularen Grundlagen unserer Verfassung in allen Bundesstaaten beachtet werden. … Christen werden mittlerweile als Menschen zweiter Klasse behandelt. Nicht nur durch die ultranationalistischen Gruppen sondern auch durch die Behörden.

BITTE BETEN SIE WEITERHIN DAFÜR, DASS DIE INDISCHE VERFASSUNG AUCH IN ORISSA ODER KARNATAKA WIEDER BEACHTUNG FINDET, DAMIT CHRISTEN IN ZUKUNFT WIEDER UNGEHINDERT IHREN GLAUBEN LEBEN KÖNNEN.

(Quelle: „asia news“ vom 25. Januar 2012)

Advertisements

2 Gedanken zu “Indien: Pastor nach Angriffen auf ihn verhaftet

  1. Pingback: Tauziehen um entführte minderjährige Koptin « kopten ohne grenzen

  2. Pingback: Bibel, Fahrrad und One-Way-Ticket « kopten ohne grenzen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s