Bosnien: Kardinal beklagt Diskriminierung

Der offenen Christenverfolgung geht mehr als nur gelegentlich die Diskriminierung von Christen in der Gesellschaft voran. Wenn Christen erstmal einen „Stempel“ tragen und sozial ausgegrenzt sind, fällt es auch leichter, aktive Maßnahmen gegen sie zu rechtfertigen. 

Dieses Muster scheint jetzt auch in Bosnien-Herzegowina Anwendung zu finden, wenn man den Beobachtungen des katholischen Erzbischofs von Sarajewo,  Vinko Kardinal Puljic, folgen will. Dieser hatte unlängst gegenüber der katholischen Hilfsorganisation „Kirche in Not“ seine Besorgnis über die Lage der katholischen Kirche in Bosnien geäußert.

Auf dem Arbeitsmarkt, in den öffentlichen Schulen und in anderen Bereichen des sozialen Lebens im Lande werden laut dem Kardinal Katholiken systematisch benachteiligt.  (Anm. d. Übers.: Es ist zu bezweifeln, dass diese Benachteiligungen nur katholische Christen treffen. Vermutlich werden alle Nachfolger Christi dort diskriminiert.) Kardinal Puljic sieht darin einen Versuch, die Katholiken Bosniens zur, wie er es sagte „Ausreise“ zu bringen. Wer etwas weniger nachsichtig formuliert, könnte darin eine Vorstufe zu neuerlicher Vertreibung sehen. Diesmal keine ethnische, sondern religiös motiviert Vertreibung. Mitten in Europa.

Kirchlicher Grund und Boden sowie sonstige Immobilien, die einstmals während der kommunistischen Herrschaft konfisziert worden waren, werden nicht zurückgegeben.  Bauanträge seitens der katholischen Kirche werden „auf unabsehbare Zeit“ verschleppt. Gleiches gilt natürlich nicht für Moscheegemeinden und Islamzentren. Der 66-jährige Kardinal Puljic beobachtet mit Besorgnis über die durch arabische Petrodollars angefeuerte, systematische Islamisierung des Landes und belegt dies mit der Zahl der Moscheen, die allein in der Stadt Sarajewo in den vergangenen Jahren errichtet wurden: siebzig. Er schätzt die Zahl der aktiven Wahhabisten im Land auf bis zu 5000. Der Wahhabismus ist eine radikale Koranauslegung, wie sie auch in Saudi-Arabien Staatsdoktrin ist. Eng verwandt mit dem in jüngster Zeit aus Ägypten bekannten, sog. „Salafismus“.

Der wahhabistischen Propaganda und den damit einhergehenden Versuchen, diesen radikalen Islam in der bosnischen Gesellschaft zu implementieren, werden in Bosnien wenige, bis gar keine Grenzen gesetzt. Vinko Kardinal Puljic sagt dazu:

Niemand in der Regierung hat den Mut, sich dieser Entwicklung zu widersetzen.

Die katholische Kirche wäre, so der Erzbischof von Sarajewo, mittlerweile die einzige, gesellschaftliche Kraft, die sich noch für ein friedliches und gedeihliches Zusammenleben der verschiedenen, gesellschaftlichen und religiösen Gruppen in Bosnien einsetze.

Wir sind eine Minderheit, aber wir sind eine konstruktive Kraft, die einen Beitrag zum Erfolg der Gesellschaft leisten will.

Ca. 40 % der Bosnier sind Muslime, 31 % serbisch-orthodoxe Christen und nur ungefähr 10 % Katholiken. Durch Emigration seien jedoch die Zahlen der katholischen Christen weiter am Sinken.

BITTE BETEN SIE FÜR EINE GUTE ZUKUNFT ALLER CHRISTEN IN BOSNIEN. BITTEN SIE UNSEREN VATER, DIEJENIGEN KRÄFTE ZU STÄRKEN, DIE FÜR EIN FRIEDLICHES UND GLEICHBERECHTIGTES MITEINANDER ALLER RELIGIONSGEMEINSCHAFTEN EINSTEHEN.

(Quelle: „where god weeps“ vom 19. Januar 2012)

Advertisements

2 Gedanken zu “Bosnien: Kardinal beklagt Diskriminierung

  1. Ich schätze mal, Kardinal Puljic sollte ein langes, von brüderlicher Besorgnis motiviertes, Gespräch mit all den katholischen Geistlichen führen, die nur allzugerne „interreligiöse Dialoge“ mit Muslimen in Österreich oder Deutschland führen, um sich „gegen den Atheismus zu verbünden“. Ich schätze, das wären sehr interessante Gespräche wo der Mann von „vor Ort“ in Sarajewo den Schönrednern dieser dämonischen Ideologie gehörig den Kopf waschen würde. Und wohl auch zu Recht.

  2. Pingback: Aktuelles von Christenverfolgung « kopten ohne grenzen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s