Ägypten: salafistischer Mob schüchtert koptische Wähler ein

Wahlen in Ägypten, das bedeutet leider auch: Stimmenkauf durch die Salafisten bei den Ärmsten der Armen, Einschüchterung und Gewalt. Ein Beispiel dafür kommt gerade aus dem Ort  Rahmaniya-Kebly.

Ägypten

Ägypten

In diesem Ort in der Quena-Provinz hat am 19. Januar 2011 ein Ausbruch von Gewalt gegen Kopten stattgefunden, der deshalb besonders bedenklich ist, weil dort die Kopten wohl noch die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Bereits vor drei Wochen war es durch die illegale Besetzung koptischer Immobilien durch „Banditen“ gekommen, die ihren Raub mit Waffengewalt verteidigten. Da die örtlichen Behörden nicht einschritten, hält dieser Zustand bis heute an und vergiftet die Atmosphäre in Rahmaniya-Kebly.

Angesichts der Parlamentwahlen in Ägypten kam nun ein neuerlicher Auslöser von Gewalt ins Spiel: Einschüchterung zwecks Abhalten von den Wahlen. Da die Kopten im Ort eine knappe Mehrheit bilden (angesichts von ca. 30 Moscheen und nur einer Kirche im Ort aber schon sichtbar unterrepräsentiert sind), befürchteten die Salafisten, ihren dortigen Kandidaten nicht durchbringen zu können, da erkennbar war, dass die Christen wohl die liberalen, muslimischen Bewerber wählen würden. In dieser Ausgangssituation wurde eine weitere Welle von Angriffen auf Kopten gestartet, um diese in großen Zahlen an der Wahlteilnahme zu hindern.  Unter dem unvermeidlichen „Allahu Akbar“ (was ja de facto so viel aussagt wie: „Mein Allah ist größer als dein Gott“) wurden Hütten angezündet, Geschäfte geplündert und Häuser angegriffen.

Die christliche Nachrichtenagentur „aina“ zitiert einen Augenzeugen so:

 Kein Kopte von  Rahmaniya-Kebly war heute in der Lage, wählen zu gehen. Also werden die Salafisten die Wahl gewinnen.

Wie weit das islamistische Gedankengut bereits in den Sicherheitsapparat Ägyptens eingedrungen ist, beweist die Reaktion der Polizei und der Feuerwehr auf die Ausschreitungen. Die Feuerwehr rückte erst nach 90 Minuten aus, um die Brände am überschlagen auf muslimische Häuser zu hindern und die Polizei zeigte ihre Parteilichkeit in geradezu eklatant rechtsverachtender Art und Weise. Noch während ein US-TV-Sender live-Bilder von den Ausschreitungen in  Rahmaniya-Kebly zeigten, wurde der zuständige Sicherheitsoffizier, Commander Osama, zu den Vorgängen befragt. Er sagte vor laufenden Mikrofonen: „Alles ist in Ordnung“.

Natürlich war für die Salafisten die Lage in Ordnung, da den „Ungläubigen“ ordentlich eingeheizt wurde und sie von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch machen konnten.  Erst nachdem ein Vertreter des TV-Senders „Way TV“, die Sicherheitsoffiziere darauf aufmerksam machte, dass ihre Bilder in die USA und in andere Länder des Nahen Ostens gesendet würden, machten sich erste Polizisten auf den Weg, ihre Arbeit zu tun.

Auch in der Kaliubya-Provinz, im Ort Bahtim, kam es wieder zu Einschüchterungen. Eine Menge aus Muslimbrüdern und Salafisten besetzte dort die Kirche des Heiligen Makarios und hinderte die Priester und Gläubigen daran, an einer Messe teilzunehmen. Dabei äußerten sie unverholen die Ansicht, dass die Immobilie eine schöne Moschee abgeben würde und so wie wir die Entwicklung im Land am Nil sehen, wird es wohl auch nicht mehr allzu lange dauern, bis es dazu kommt.

DIE KOPTISCHE KIRCHE, DIE GEMEINDE CHRISTI IN ÄGYPTEN INSGESAMT GEHÖRT ZU DEN ÄLTESTEN, CHRISTLICHEN GEMEINSCHAFTEN DER WELT. IHRE ZUKUNFT ZU GEWÄHRLEISTEN MUSS DAS ZIEL ALLER CHRISTLICHEN POLITIK, ALLER GEBETE UND HILFEN FÜR ÄGYPTEN SEIN.

(Quelle: „aina.org“ vom 20. Januar 2012)

Advertisements

3 Gedanken zu “Ägypten: salafistischer Mob schüchtert koptische Wähler ein

  1. Ägypten geht ins finsterste Mittelalter zurück! Wenn ISLAM FRIEDEN bedeutet, dann wohl nur Frieden für die Muslime wenn alle Andersgläubigen vertrieben oder vernichtet worden sind.
    Hätte Ägypten große Ölvorkommen, würden die USA schon drinnen sein und für „Ordnung“ sorgen.

    Es könnte zu einer ethnischen Säuberung führen, Salafisten und Muslimbruderschaft zeigen dem ägyptischen Volk, was Andersgläubige und Andersdenkende unter ihrem Regime zu erwarten haben. Warum berichten die ausländischen TV Sender nicht schon bei kleinsten Aktionen von dem Unrecht, das dort an den Kopten geschieht?

    Die Konsequenz wäre, ab sofort dort keinen Urlaub mehr zu verbringen, damit dem ganz normalen
    -schlecht informierten?????- Ägypter klar wird, dass es dem Land mit Kopten und Besuchern aus aller Welt besser geht als mit radikalen Elementen die machtbesessener sind als Mubarak jemals war und ohne Besucher, die dem Land und seinen Bürgern zuverlässiges stabiles Volkseinkommen bescheren.

    Was wird aus den vielen Mischehen, die zwischen Muslimen und Christen bestehen? Eine hochexplosive Situation und es könnte noch schlimmer kommen.

    Das sichtbare Signal aller Ägyptenfreunde sollte sein; Urlaub ja, immer wieder, aber niemals solange dort Andersgläubige menschenunwürdig behandelt, gemordet und gebrandschatzt werden!

    Dem Islam in dieser Form eine klare Absage! Werden wir in Deutschland irgendwann auch einmal aussortiert, weil Muslime unser Land mehr und mehr beeinflussen wollen, und schließlich durch invasive stetige Verbreitung des Islam unter dem Schutz unseres Grundgesetzes hier in der Überzahl leben könnten?

    Wehret den Anfängen friedlich und vernünftig, aber beobachtet sie gut! Die Verbreitung Islamischen Gutes zu Ungunsten Andersgläubiger? Ein klares NEIN! Wir sollten die Koptischen Christen unterstützen, Hilfe gewähren und sie aufnehmen als Brüder im Glauben.

    Vielleicht werden die Muslime im Gegenzug wieder in die angestammten Länder zurückziehen, um ihren Glauben zu praktizieren und unter sich zu sein. Wenn Glaube derart praktiziert wird, ist Gott außen vor! Hier geht es alleinig um Macht und Diktat! „Es gibt keinen Gott größer als Allah“ Wir meinen doch alle den gleichen Gott, und vor ihm sind wir gleich Jeder der vorgibt in seinem Namen zu töten irrt, hat Gott in seiner Güte nicht verstanden und verliert seine unsterbliche Seele.

    Warum schaut die ganze Welt tatenlos zu?

    • Ja, die vielen Fragen, die hier im Kommentar gestellt wurden, sind sehr gut.
      Warum berichten die Medien nicht darüber ?
      Warum schaut die Welt tatenlos zu ?
      Ganz einfach: das Schicksal von Christen interessiert im ehemals „christlichen Abendland“ schon lange niemanden mehr. Unsere Kirchen sind (blut-)leer und die christlichen Feiertage zu kommerzialisierter Routine verkommen. Wer sollte sich wohl noch für die Kopten, iranischen „Apostaten“ oder die chinesischen Hauschristen interessieren ? Wir interessieren uns ja für Christus nicht mehr. Warum also für seine Nachfolger ?
      Ich stimme auch zu, dass wir den Kopten bereits jetzt sozusagen „präventiv“ General-Asyl gewähren sollten und dafür bitte die anderen, muslimischen „Kulturbereicherer“ aus Nordafrika direkt aus unseren Knästen in die alte Heimat schaffen sollten.
      Übrigens: Wir meinen nicht alle „den gleichen Gott“. Gott, so wie ich ihn in der Heiligen Schrift und im Alltag kennengelernt habe, ist ein positives Prinzip der Kreativität, Güte und Liebe. Auch der Strenge und Anleitung. Dennoch hat er in Christus seine Liebe komprimiert und exemplarisch unter seine Geschöpfe gebracht.
      Das alles geben Koran, Hadithen und Sunna nicht her, so leid mir das tut.

  2. Pingback: Neue Videos und Bilder der Angriffe auf Kopten in Rahmanya « kopten ohne grenzen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s