Afghanistan/Indien: christlicher Witwe wird Flüchtlingsstatus vorenthalten

Was in den letzten Jahren immer mehr zu beobachten war, wird auch an dem folgenden Fall wieder deutlich: christliche Vertriebene, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden, wird oftmals der Flüchtlingsstatus in verschiedenen Ländern und von verschiedenen Organisationen nicht zuerkannt. 

Afghanistan

Der Fall der indonesischen, christlichen Familien, die aus den USA ausgewiesen werden sollten, ist noch in unangenehmer Erinnerung, da kommt aus Indien die folgende Nachricht: einer afghanischen, christlichen Witwe, die derzeit nach Indien geflohen ist, wird schon zum zweiten Male der Flüchtlingsstatus der UN verweigert. Eine Erfahrung, die auch viele, christliche Flüchtlinge aus dem Irak gemacht hatten, die nach Syrien oder in die Türkei geflohen waren. Fragen Sie dazu nur einmal die in diesen Fragen extrem umtriebige, syrisch-orthodoxe Nonne Schwester Hatune.

„International Christian Concern“ (ICC) berichtet über den Fall. Eine afghanische, christliche Witwe, die in Begleitung dreier ihrer Töchter ist, hat im Indischen Neu-Delhi versucht, den Flüchtlingsstatus der UN zu erhalten. Sie befürchtet (erfahrungsgemäß sicher nicht zu Unrecht) bei der Rückkehr in ihre Heimat Diskriminierung, Verfolgung und ein Verfahren wegen „Apostasie“, also „Abkehr vom Islam“, das nach Scharia-Recht möglich ist. Der Flüchtlingsstatus wurde ihr im Laufe des Dezember 2011 jedoch zum zweiten Mal verweigert. Die Namen der Beteiligten werden aus Sicherheitsgründen von ICC nicht veröffentlicht, da der lange Arm familärer und anderer Gewalt auch nach Indien hineinreicht. Die Geschichte ist jedoch im Kontext betrachtet realistisch genug, um glaubhaft zu sein.

Die Frau hatte bereits im Oktober 2009 erstmalig versucht, Asyl in Indien zu erhalten und dies mit dem Flüchtlingsstatus nach den Richtlinien des UN-Flüchtlingshochkomissariats (UNHCR) zu begründen. Beides wurde ihr verweigert. Als sie im Oktober 2011 ein weiteres Mal um Asyl nachsuchte, wurde nur ihre vierte, ebenfalls verwitwete Tochter anerkannt, sie selbst und ihre anderen drei Töchter jedoch nicht. Derzeit leben sie als illegale Migranten in Indien und werden von der Rückführung nach Afghanistan bedroht. Außerdem wird ihnen von den indischen Behörden die Kontaktaufnahme mit dem UNHCR-Büro verboten. Obaid S. Christ, ein Sprecher der afghanischen, christlichen Gemeinde in Neu-Delhi, wird von ICC folgendermaßen zitiert:

Alle Mitglieder dieser Familie verließen Afghanistan aus demselben Grund: sie alle sind Christen und haben die selben Probleme. Wenn nun zwei Mitgliedern dieser Familie der Flüchtlingsstatus zuerkannt wird und vier anderen nicht, dann ist definitiv etwas nicht in Ordnung mit dem Beurteilungssystem des UNHCR. Wir glauben, dass das UNHCR-Büro willkürlich die Akten geschlossen hat, ohne eine Untersuchung anzustellen, nachzufragen oder die Fakten betreffend der Familie in Betracht zu ziehen, nämlich die Gefahren, die diesen Frauen in ihrem Heimatland drohen.

Das UNHCR-Büro in Neu-Delhi hat bereits einen „Ruf“ als schwieriges Pflaster für Christen wegbekommen, nachdem im Juni 2011 bereits acht weiteren Familien der Flüchtlingsstatus nach Artikel 68 des UNHCR-Status (…“wohlbegründete Angst vor Verfolgung aus rassischen, religiösen, nationalen Gründen oder politischer Meinung“…) verweigert wurde. Vier dieser Fälle werden weiterhin verschleppt, zwei Fälle sind inzwischen akzeptiert worden und zwei weitere wurden auch in der Revision abgelehnt. Ein weiteres Signal dafür, dass es für afghanische Christen scheinbar eine völlig willkürliche Behandlung seitens dieser UN-Mitarbeiter gibt.

Aidan Clay, der Nahostexperte von ICC, gibt folgende Einschätzung bekannt:

 Es gibt keinen Beweis dafür, dass sich die Situation für Christen in Afghanistan verbessert, aber viele Hinweise dafür, dass sie sich verschlimmert. Die Deportation der Witwe und ihrer drei Töchter zurück nach Afghanistan wird unvermeidlich zu Not, wahrscheinlich sogar Inhaftierung oder sogar Tod.

Wer gerne dem indischen UNHCR-Büro seine Meinung (Englisch) schreiben möchte, dem empfehle ich ein paar freundliche, aber auch geharnischte Zeilen an diese Adresse:

Ms. Montserrat Feixas Vihe
Chief of Mission
UNHCR
14 Jor Bagh, New Delhi – 110 003

Die Aktennummern der Beteiligten sind HCR/513-09C00741 und HCR/513-09C00743. Könnte man im Schreiben erwähnen.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE CHRISTLICHEN FLÜCHTLINGE AUS AFGHANISTAN, DEM IRAK UND BALD AUCH AUS SYRIEN. BETEN SIE DOCH BITTE AUCH DARUM, DASS IHNEN IN IHRER NOT NICHT NOCH DER LEGALE STATUS VERWEIGERT WIRD, DER ÜBERHAUPT EINE GRUNDLAGE FÜR IHR ÜBERLEBEN SEIN KANN.

(Quelle: „persecution.org“ vom 19. Januar 2012)

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4 Gedanken zu “Afghanistan/Indien: christlicher Witwe wird Flüchtlingsstatus vorenthalten

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