Myanmar: Delegation asiatischer Bischöfe besucht die „Unsichtbaren“

Wir haben an der ein oder anderen Stelle bereits über das Schicksal des Volkes der Karen von Myanmar berichtet, die in einen Konflikt mit der ehemals regierenden Militärjunta geraten waren. 

Myanmar

Seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, als der Buddhismus zur Staatsreligion in „Burma“ erklärt wurde, stehen alle anderen Religionsgruppen unter verstärktem Druck. Religionsfreiheit existiert dort nur noch für buddhistische Mönche und auch nur, wenn diese sich nicht politisch äußern. Die Militärmachthaber, die das Land wirtschaftlich ausbeuteten, haben auch immer wieder Konflikte mit ethnischen Minderheiten wie den Karen und den Kachin geführt. Diese Minderheiten setzen sich u. a. auch aus großen Anteilen von Christen zusammen. All dies waren Konflikte, die hierzulande weitgehend unbeachtet geblieben sind, während immerhin der jahrelange Hausarrest der Friedensnobelpreisträgerin von 1991,  Aung San Suu Kyi, noch medial wahrgenommen wurde.

In letzter Zeit kamen widersprüchliche Signale aus dem südostasiatischen Land. Einerseits hatten die Militärs offiziell ihre Macht bereits im März 2011 an eine Zivilregierung unter Thein Sein abgegeben. Ebenfalls wurde anscheinend der Konflikt mit der Minderheit der Karen, die in ihrer Mehrheit Christen sind, im Januar 2012 vorläufig beigelegt. Auch die Freilassung Aung San Suu Kyis bereits 2010 schien ein Schritt zu einer Lockerung der innenpolitischen Verhältnisse zu sein. Andererseits hört man, dass der Konflikt mit den Kachin im gleichnamigen Bundesstaat verschärft wurde. Es bleibt abzuwarten, wohin die „Reise“ in Myanmar geht.

Wie dem auch immer sein mag, unbestreitbar ist es, dass unzählige Karen während der Jahre des Konflikts zwischen Militär und der „Karen National Union“ fliehen mussten, um zu überleben. Zumeist befinden sie sich in notdürftigen Hüttendörfern, die sie hinter der Grenze Thailands errichtet haben. Sie leben von Hilfsgütern, die sie erreichen und von Spenden mitleidiger Thais. Dort wurden sie nun von einer Delegation asiatischer, katholischer Würdenträger besucht, die sich ein Bild über die Situation der Opfer des „vergessenen Konflikts“ machen wollten.

Der Besuch fand im Rahmen einer Initiative statt, die das „Büro für menschliche Entwicklung der Föderation der asiatischen Bischofskonferenzen“ (FABC) auf den Weg brachte. Ein Mitglied der Delegation war der japanische Bischof von Naha auf Okinawa, Bischof Berard Toshio Oshikawa. Er wird so zitiert:

 Dies ist für uns ein sehr wichtiger Moment: wir leben unter Armen, Opfern großer Ungerechtigkeit und dies erinnert uns daran, dass die Kirche in Asien, wie Papst Paul VI. sagte, die Kirche der Armen sein muss. Diese Initiative ist sehr wertvoll und wir hoffen, dass sie zu konkreten Ergebnissen führen wird

Der Sekretär des Büros für menschliche Entwicklung der FABC, P. Nithiya Sagayam, war ebenfalls Mitglied der Delegation und wird so zitiert:

 Wir freuen uns über diese Erfahrung und den direkten Kontakt mit der Armut. Wir befinden uns hier in einem Aufnahmelager für birmanische Flüchtlinge aus dem Volk der Karen. Sie leben in diesem Grenzgebiet seit über 10 Jahren. Es gibt keine Bildung, keine Schulen, keine medizinische Versorgung und keine Sicherheit. Sie sind vollkommen sich selbst überlassen. Die thailändische Regierung hat ihre humanitären Hilfsprogramme eingestellt, so dass hier nur noch die Caritas und andere Nichtregierungsorganisationen Hilfe leisten. Diese Menschen haben keine Identität und man bezeichnet sie auch als ‚Unsichtbare’. Kinder, die hier geboren werden, existieren nicht vor dem Gesetz. Wir wollen an die thailändische Regierung appellieren und die Vereinten Nationen informieren. Angesichts des jüngsten Wandels in Myanmar hoffen einige dieser Flüchtlinge nun auf eine Rückkehr in die Heimat, doch wir wissen nicht, ob dies möglich sein wird.

Die Opfer der Konflikte dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Bitte lesen Sie dazu auch noch einmal unseren Artikel vom letzten Jahr, in den ein Video der Hilfsorganisation „vision beyond borders“ eingebettet ist.

BITTE BETEN SIE DOCH AUCH WEITERHIN FÜR MYANMAR. DIESES LAND HAT NACH JAHRZEHNTELANGEN KONFLIKTEN UND LANGER MILITÄRHERRSCHAFT ETWAS FRIEDEN, FREIHEIT UND RUHE VERDIENT !  BITTEN SIE DOCH, FALLS SIE MÖGEN, UNSEREN HIMMLISCHEN VATER DARUM, DASS DIE CHRISTEN MYANMARS BEI DER ENTWICKLUNG IHRES LANDES EINE POSITIVE ROLLE SPIELEN KÖNNEN !

(Quelle: „fidesdienst“ vom 19. Januar 2012)

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