Pakistan: singende Kinder machen Muslime wütend

Wie der „The Express Tribune“ berichtet, sei es unlängst in Manghopir zu einer bezeichnenden Szene gekommen, als aufgebrachte Moscheebesucher sich auf singende Kinder stürzten.

Pakistan

In der  Philadelphia Pentecostal Church in New Mianwali bereiteten sich am Samstag, den 07. Januar 2012, einige Kinder darauf vor, am darauffolgenden Sonntag beim Gottesdienst Lieder vorzutragen. Sie probten dabei unter Einsatz der vorhandenen Verstärkeranlage einige Lieder. Dies machte einige betende Muslime in einer nahegelegenen Moschee anscheinend derart wütend, dass sie sich entschlossen, dem Gesang auf ihre Art ein Ende zu machen. Vier von ihnen stürmten in die Kirche, ohrfeigten die Kinder und demolierten die Einrichtung mit einer Axt.

Die Angreifer warfen das Mikrophon zu Boden und trampelten auf dem Altar herum. Ein anwesender, verschüchterter Junge namens „Samson“ berichtet später, die Männer hätten folgendes geäußert:

Ihr stört unsere Gebete ! Wir können nicht ordentlich beten ! Wie könnt ihr es wagen, ein Mikrophon und Lautsprecher zu benutzen ?

Samson sei daraufhin davongelaufen, um Hilfe zu holen. Drei der Männer konnten entkommen, bevor schließlich Anwohner den Vierten erwischten und verprügelten, da er einen Heiligen Ort entweiht hatte. Als Konsequenz haben jedoch die Mitglieder aller neun in der Nähe liegenden Gemeinden nun Angst, zum Gottesdienst zu gehen. Sie leben in Angst vor Rache-Attacken ihrer muslimischen Nachbarn und erkundigen sich angsterfüllt nach den genauen Vorkommnissen bei ihren Pastoren. Die Kirchen werden darum auch verschlossen und gesichert.

Die betroffenen Kinder sind noch immer eingeschüchtert und wollen kaum über die Angriffe reden. Dennoch wurde von der Gemeinde keine Anzeige bei der Polizei erstattet. Ein lokaler Pastor, Bruder Arif M Shera, berichtet, warum:

 Obwohl unser Gebetshaus angegriffen wurde und unsere Kinder geschlagen wurden, haben wir uns bei der anderen Seite entschuldigt. Um unseres Überlebens willen haben wir gesagt, es war unsere Schuld.

Ich denke, diese Aussage spricht Bände über das Verhältnis von Muslimen und Christen in Pakistan. Obwohl sie ganz offensichtlich Opfer sind, müssen sie vor lauter Einschüchterung noch weitere Demutsgesten abgeben, wenn sie angegriffen werden, um auch nur überleben zu können.

Ein muslimischer Geistlicher der betroffenen Moschee namens Muhammad Usman hat immerhin eingestanden, dass im angesprochenen Fall ein klärendes Gespräch ausgereicht hätte, um die Angelegenheit zu bereinigen, aber auch er gibt den singenden Kindern die Schuld an dem Vorfall als solchem.  Die Lautsprecher der Verstärkeranlage hätten auf dem Kirchendach gestanden und bewusst die betenden Muslime irritieren sollen. Ein Vorwurf, den fleissige Leser dieses Blogs auch bereits aus Ägypten kennen, wo derartige Lügen immer zur Verteidigung von Gewalt genutzt werden. Denn im Gegensatz zu Moscheen, wo der Ruf des Muezzins oft über Lautsprecher in die umliegenden Stadtteile übertragen wird, ist es für Kirchen nur in Ausnahmefällen üblich, Gesänge und Predigten außerhalb des Kirchengebäudes durch Verstärkeranlagen verlauten zu lassen. Hier verwechseln diejenigen, die Ursache und Wirkung verdrehen wollen, also immer ihre eigenen Gepflogenheiten mit denen anderer.

Bereits vor sieben Jahren war es in der  New Mianwali Colony zu einem ähnlichen Vorfall gekommen, bei dem Christen verboten wurde, Lautsprecher während der Gottesdienste zu benutzen und zur Unterstreichung der Forderung eine Kirche durch Verbrennen des Kreuzes und Schlagen der Gläubigen eingeschüchtert wurde. Pastor Shera dazu: „Wir werden dies nicht noch einmal zulassen.“

BITTE BETEN SIE UM FRIEDEN IN PAKISTAN, ABER UM WAHREN GOTTESFRIEDEN UND NICHT DEN FRIEDEN DER SPRACHLOSIGKEIT UND ANGST. DENNOCH WISSEN WIR: DIE KIRCHE BLÜHT OFT IN DER VERFOLGUNG AM STÄRKSTEN. BITTEN WIR GOTT UM REICHLICHE FRUCHT AUCH IN PAKISTAN.

(Quelle: „the express tribune“ vom 13. Januar 2012)

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