Pakistan: Caritas-Gebäude illegal abgerissen

Die Regierung des pakistanischen Bundesstaates Pandschab in Lahore hat am 10. Januar 2012 illegalerweise ein Gebäude der Caritas abreissen lassen. Nun beginnen die Proteste gegen dieses rechtswidrige Verhalten. 

Pakistan

Was ist geschehen ? Ein  „Gosha-e-Aman“ genanntes, der Caritas gehörendes Gebäude in Lahore wurde auf Anweisung der Regierung des Pandschab am 10. Januar 2012 abgerissen. Auf dem Gelände befand sich ein Altersheim, eine Mädchenschule und eine Kapelle. Das Haus wurde bereits 1887 erbaut und diente seitdem immer karitativen Zwecken. Bei den Abrissarbeiten war auch ein hochrangiger Vertreter der Regierung Pandschabs aufsichtsführend anwesend. Er behauptete wahrheitswidrig, das Eigentum an Grundstück und Gebäude wäre auf die Landesregierung übergegangen.

Dafür gibt es jedoch keinerlei Nachweis, der Besitzanspruch der Caritas kann jedoch durch die entsprechenden Dokumente nachgewiesen werden.  Deshalb wurde ein zuständiges Gericht, der „High Court“ von Pandschab, mit der Klärung der Angelegenheit beauftragt. Dieser hatte auch einen Stopp der Abrissarbeiten angeordnet, gegen den nun in eklatanter Weise verstossen wurde. Das „Recht des Stärkeren“ soll hier also durch das „Schaffen von Fakten“ gegen rechtsstaatliche Prinzipien durchgesetzt werden. Zumal auch die wirklichen Eigentümer über den endgültigen Abriss nicht fristgerecht in Kenntnis gesetzt worden waren.

Nun haben Christen in Lahore damit begonnen, gegen dieses schockierende Fehlverhalten der Landesregierung zu protestieren. Am Freitag, den 13. Januar 2012, gegen 10 Uhr versammelten sie sich vor dem Presseclub von Lahore und begannen mit Gesang und Sprechchören den Machtmissbrauch der Regierung anzuprangern. Sie machen den Provinzialminister Kamran Michael für den Abriss verantwortlich, der damit dem Neubau einer Hochschule auf dem Gelände Vorschub leisten wolle.

BITTE BETEN SIE DAFÜR, DASS DIE PROTESTE FRIEDLICH BLEIBEN UND DIE CARITAS IHR RECHT ERHÄLT.

(Quellen: „fidesdienst“ vom 11. Januar 2012 und „asia news“ vom 13. Januar 2012)

UPDATE VOM 25. MAI 2012:
Die Behörden von Lahore haben trotz mehrfacher, gegenteiliger Versprechungen das konfiszierte Grundstück noch immer nicht zurückgegeben. Stattdessen knüpfen sie immer mehr Bedingungen an diese Rückgabe, die offensichtlich nie erfolgen wird. Enteignete „Ungläubige“ müssen nach der Scharia ja auch nicht entschädigt werden.
(Quelle: „kath.net“ vom 25. Mai 2012)

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