Syrien: Nonne sorgt für Aufklärung

Die Gemengelage in Syrien ist scheinbar kompliziert. Durch die Einmischung der Beobachter der Arabischen Liga wird sie nicht einfacher. Zusätzlich desinformieren, laut einer Karmeliterinnen- Schwester, die Medien durch unpräzise und entstellende Berichterstattung außerdem die Weltöffentlichkeit.

Mutter Agnes-Mariam de la Croix von den Karmeliterinnen in Qara, 90 km von Damaskus gelegen, sagt wörtlich:

 Wenn die Dinge so weiterlaufen, fürchte ich das Schlimmste !

Syrien

Christen in Syrien stehen zwischen allen Fronten. Den zumeist mit arabischem Geld und arabischer Propagande aufgerüsteten sunnitischen Rebellen sind die Nichtmuslime ohnehin eine willkommene Zielscheibe, dem Regime waren sie eine Stütze, aber eine ungeliebte und nicht wirklich geförderte. Das alles weiss die gute Gottesfrau sehr wohl und deshalb hat sie es sich auf die Fahnen geschrieben, aufzuklären an „zwei Fronten“: zunächst einmal will sie die Desinformation der Massenmedien aufdecken und zum anderen die Wahrheit über die Schandtaten des Assad-Regimes nicht verschweigen.

Mal ganz abgesehen davon, dass ein solches, „weltliches“ Engagement der Gottesbraut respektabel und mutig ist, ist ihre Arbeit auch erfolgreich. So hat sie bereits die bekannte US-Journalistin Barbara Walters vom ABC-network begleitet und ihr einen realistischen Einblick in die Geschehnisse des Aufstandes in Syrien gegeben. Ebenso hat Mutter Agnes-Mariam de la Croix auch mitgeholfen, (bewusste oder unbewusste ?) Medienmanipulationen aufzudecken. Das in London ansässige „Syrian Obervatory for Human Rights“ (SOHR) z. Bsp. publiziere regelmässig Zahlen von Opfern, die keinerlei Überprüfung standhielten.  Mutter Agnes-Mariam sagt dazu:

  Obwohl die Zahlen der Opfer schwer auszumachen sind, müssen wir feststellen, dass die Zahlen, die as Obervatory herausgibt, möglicherweise manipuliert sind. Selbst nachdem ich darüber informiert hatte, veröffentlichte das SOHR Zahlen von 30 Opfern eines Anschlages, obwohl zuverlässige Quellen aus den Krankenhäusern nur drei Namen verifizierten.

Ein weiteres Beispiel für Desinformation erwähnt Mutter Agnes-Mariam ebenfalls. Die arabische TV-Station „Al-Jasira“ in Doha, Quatar, habe einen Bericht gesendet, in dem ein Kind kaltblütig erschossen wurde. Während einer friedlichen Demonstration sollten syrische Sicherheitskräfte ein Kind erschossen haben. Die Bilder zeigen die Mutter des Kindes weinend, wie sie angeblich aussagt: „Die Sicherheitskräfte haben dieses Verbrechen begangen.“ Dazu die Nonne:

Wir kennen die Frau. Sie ist die Nichte eines Steinmetzen, der für das Kloster arbeitet. Was die Frau in Wahrheit gesagt hat war: „Wenn die Sicherheitskräfte dagewesen wären, wäre dies nicht passiert.“

Neben ihrem tatkräftigen und mutigen Engagement für die Wahrheit ist auch der karitative Einsatz der Christen oftmals beiden Seiten des Konflikts eine Dorn im Auge, weil es unparteiisch ist. Die Oberin des Qara – Konvents schrieb erst am 05. Januar 2012 einen Brief an Präsident Baschar al-Assad, in dem sie zur Gründung einer spontanen Arbeitsgruppe aufruft, die die Situation in den Krankenhäusern erfassen und sich um die auf unabsehbare Zeit Inhaftierten in den Gefängnissen kümmern soll. Mutter Agnes-Mariam sagt dazu:

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz stellte eine Anfrage an die Krankenhäuser. Das große Problem ist, dass diese Organisation keine Berichte herausgibt. Es ist aber notwendig, keine Verbrechen zu vertuschen und deshalb ist es notwendig, eine komplette Liste der Opfer und Gefangenen auf Seiten des Staates und der Opposition zu haben.

Und weiter:

 Seit die bewaffneten Truppen der Opposition international wahrgenommen werden, ist es wichtig geworden, dass auch diese für mögliche Menschenrechtsverletzungen verantwortliche gemacht werden ebenso wie das syrische Regime, gegen das sie kämpfen.

Besser hätte man die Schieflage in der internationalen Wahrnehmung kaum auf den Punkt bringen können. Das „böse“ Assad-Regime kämpft gegen „gute“ Rebellen, die nur Demokratie und Freiheit wollen. Nichts gegen eine schematische und notfalls auch etwas undifferenzierte Berichterstattung. Im richtigen Moment muss man nicht immer alle Details erwähnen, sondern sich eben auf die „roten Fäden“ konzentrieren. Einer dieser roten Fäden führt allerdings von den Rebellen an den arabischen Golf und hier greift das „Gut – Böse“ – Schema unserer Medien nicht mehr so ohne weiteres.

Soll ich mal ein paar Hintergründe zum Konflikt anreißen ? Der schiitische Iran ist der beste Verbündete des alevitisch-materialistischen Syrien. Angesichts der Aufstände in Nordafrika sieht die Bevölkerungsmehrheit der Sunniten in Syrien seine Zeit gekommen, um die Macht zu übernehmen und das Land weiter islamisch-religiös aufzuladen. Und damit auch gegen den Iran in Stellung zu bringen. Was all das für die Christen in Syrien bedeutet, ist unklar, aber die einleitende Aussage von Mutter Agnes-Mariam, die mitten im Sturm steht, lässt nichts Gutes hoffen.  Ein Stimmungsbild gibt sie mit folgenden Aussagen:

Am Weihnachtsabend haben Rebellen – Gruppen in Homs Christen gesagt, sie könnten ihre Symbole der Freude nicht zeigen. Die Zivilbevölkerung steht alleine da, weil die Polizei ihnen nicht mehr helfen kann. Persönliche Racheakte werden unter dem Deckmantel der Revolution begangen. Leute, die keine Position beziehen wollen, werden des „Verrats“ beschuldigt. Ihre Namen kommen auf schwarze Listen und werden auf facebook veröffentlicht. Diese Listen gefährden diejenigen, die darauf stehen und machen sie zu Zielscheiben für den sog. „bewaffneten Arm“ der Revolution.

Die Opposition wird glorifiziert, aber lassen Sie uns nicht naiv sein.  … Es ist nicht länger eine Revolution, sondern ein Rückschritt !

Hören wir hin, wenn Mutter Agnes-Mariam de la Croix spricht. Den Massenmedien und ihren unsicheren Quellen zu trauen wäre ebenso fahrlässig wie die Roten Fäden der „Arabellion“ aus den Augen zu verlieren !

BITTE BETEN SIE FÜR DIE CHRISTEN IN SYRIEN, FÜR DEN FRIEDEN IM LAND UND FÜR EINE ZUKUNFT DES GLAUBENS IN NAHOST.

(Quelle: „asia news“ vom 09. Januar 2012)

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