Tadschikistan: „Djed-Maros“, der russische Weihnachtsmann, ermordet

Diese Nachricht habe ich einen Tag für Sie „liegen“ lassen, liebe Leser, denn die Motive der Täter waren bislang noch unklar. Jetzt aber wird deutlich, dass der russische Weihnachtsmann, Djed Maros, in Tadschikistan ermordet wurde. 

Nein, natürlich nicht der mythologische Bringer des Winters, der in etwa dem „Weihnachtsmann“ der westlichen Welt entspricht, sondern nur ein Mann im entsprechenden Kostüm. Der 24-jährige Parviz Davlatbekov wurde von einer Gruppe Menschen umringt, als er im Djed – Maros – Kostüm am Montag, den 02. Januar 2012 in der Hauptstadt Duschanbe unterwegs war, um Freunde zu besuchen. Traditionellerweise wird in der russisch-orthodoxen Kirche mit dem Feiern erst nach Neujahr so richtig begonnen und „Väterchen Frost“ (Djed Maros auf russisch) bringt zum Neuen Jahr den Kindern die Geschenke.  Nach massiven Beschimpfungen und Handgreiflichkeiten der Angreifer-Bande wurde der Mann schließlich erstochen, während er als „Ungläubige“ beschimpft wurde.

Sicherheitsbehörden wollten anfänglich eine religiöse Motivation der Täter noch nicht bestätigen. Mittlerweile spricht auch die Polizei von einem islamisch motivierten Hassverbrechen auf das Symbol einer „fremden Religion“ und ermittelt in dieser Richtung. Gegenüber der Nachrichtenagentur „Reuters“ äußerte sich eine Quelle folgendermaßen:

Wir verfügen über Augenzeugenberichte, dass die Menge Parviz schlug und auf ihn mit einem Messer eingestochen wurde, während sie „Du Ungläubiger !“ riefen.

Der Staabschef des tadschikischen Innenministeriums,  Tokhir Normatov, bestätigte, dass Parviz Davlatbekov in einem Krankenhaus am Blutverlust verstarb.

Tadschikistan ist offiziell ein religiös neutrales Land. Dies ist eine Einstellung, die noch aus der Zeit der Zugehörigkeit zur Sowjetunion stammt. De facto ist die weite Bevölkerungsmehrheit jedoch muslimisch. Die Behörden verfolgen immer wieder einen Kurs der entschiedenen Einschränkung von Rechten religiöser Gemeinschaften und haben in der Vergangenheit auch vor islamisch-radikalen Gruppen dabei keinen Halt gemacht. Staatliche Kontrolle der Glaubensgemeinschaften ist in den innerasiatischen Staaten sozusagen „Staatsraison“. Präsident Imomali Rakhmon ist der herausragende Vertreter dieser Linie in Tadschikistan.

Beobachter schätzen jedoch die Lage so ein, dass die wachsende oder zumindest anhaltende Armut der Tadschiken viele in die Arme der radikalen Muslime treibt.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE ANGEHÖRIGEN VON PARVIZ DAVLATBEKOV UND FÜR ALLE CHRISTEN IN TADSCHIKISTAN. SIE KÖNNTEN IN NAHER ZUKUNFT DIE HILFE VON  U N S UND DAS EINGREIFEN DES VATERS IM HIMMEL BENÖTIGEN.

(Quelle: „Chicago Tribune“ vom 02. Januar 2012)

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