BGVK: Ein gesegnetes, erfülltes Jahr 2012 !

Das Jahr 2011 ist vorüber. Allen Bekannten, Lesern, Mitbetern und Freunden des Berliner Gebetskreises „verfolgte Kirche“ wünsche ich von dieser Stelle ein erfolgreiches, gesundes, vom Segen des Höchsten erfülltes Jahr 2012 !

Dieses Logo benutze ich seit diesem Jahr.Bitte gestatten Sie mir dennoch einige zusätzliche, knappe und sehr private Zeilen, mit denen ich das vergangene Jahr reflektieren möchte.  Zum Jahreswechsel kommt für viele ja nicht nur die Zeit, wo man sich im Feiertags-Stress verliert und vor lauter Rennerei von „Tante Trude“ zu „Opa Willi“, von Feiertagsbraten zu Silvester-Raketen ein wenig den inneren Frieden aus den Augen verliert, sondern eben ganz im Gegenteil oftmals sich gerade jetzt die Zeit nimmt, um das vergangene Jahr zu resümieren oder die berüchtigten „guten Vorsätze“ zu fassen.

Bitte verzeihen Sie mir die Offenheit, aber das Jahr 2011 war kein gutes Jahr für die weltweite Christenheit. Das Ausmass der offenen Verfolgung, der brutalsten und mit ignoranter Selbstgewissheit begangenen Schandtaten an Christen, an Kirchen und ihren Mitarbeitern, scheint immer mehr zuzunehmen. Das Jahr begann mit den Terrortaten der „Boko Haram“ in Nigeria und endete auch wieder damit. Dazwischen lag eine qualvolle Periode permanenter Vertreibung und Gewalt gegen Christen im bevölkerungsreichsten Land Afrikas. Das Bombenattentat auf eine koptische Kirche in Alexandria läutete das Jahr des Terrors gegen das Evangelium ein und die Drohungen der Salafisten, alle christlichen Ägypter vor die Alternative „Schutzgeld-Zahlung (sog. Kopfsteuer) oder Auswanderung“ zu stellen, beendete das Jahr der angeblich „demokratischen Revolution für die Menschenrechte“ im Land am Nil. Nun will ich hier nicht alle weiteren Länder durchgehen, aus denen Nachrichten (oftmals nur durch ausländische Quellen, da deutsche Medien und Kirchen oftmals gar nichts vom Leid der Geschwister wissen wollen) über bislang unvorstellbare Verbrechen nach außen drangen.

Aber gestehen Sie mir bitte zu, anzumerken, liebe Leser, dass mein Herz schwer geworden ist, angesichts des anwachsenden Hasses gegen die Gute Nachricht des Evangeliums, der sich in Haltungen und Handlungen Ausdruck verleiht, die man oftmals nur als „Barbarei“ oder „Abwesenheit jeglichen, menschlichen Mitgefühls“ bezeichnen kann. Das letzte Mal, dass ein derartiger, zielgerichteter Hass durch die Welt tobte, fand dies unter der Flagge des sog. „Nationalsozialismus“ statt. Jetzt haben die Täter viele Flaggen und viele Motivationen. Vielleicht fällt es deshalb den Kirchen, den Gemeinden und vielen Christen so schwer, dagegen aufzustehen, „Gesicht zu zeigen“ und sich eindeutig an der Seite der Opfer, der Geschwister zu positionieren. Wer „gegen rechts“ ist, gegen Mordtaten von Nazi-Apologeten protestiert, hat es da einfacher. Das „Feindbild“ ist klar, seit Jahrzehnten bekannt und durch Medien und Bildungseinrichtungen gefestigt. Da bekommt man schon mal schnell ein paar hundert oder tausend Leute für eine Kundgebung zusammen. Und dies auch zu Recht, wie ich betonen möchte.

Wer jedoch die Barbarei, die Inhumanität exemplarisch am Beispiel der Abwesenheit von Religionsfreiheit, an der konkreten Diskriminierung, Verfolgung, Vertreibung und Auslöschung von Christen in vielen Regionen der Welt aufgreift, hat weniger konkrete Feindbilder anzubieten. Hat weniger Symbole, gegen die er „wettern“ und alle Gutwilligen unter dem Banner der „gerechten Sache“ vereinen kann. Das hat mir die erschreckend geringe Beteiligung nicht-ägyptischer Christen am Protestmarsch des 16. Oktober gegen die brutalen Übergriffe der Militärs in Kairo gezeigt. Unter den ohnehin viel zu wenigen Demonstranten in Berlin waren, wenn ich richtig gesehen habe, höchstens 5-10 „Sympathisanten“, die nicht zur koptisch-orthodoxen Gemeinde gehörten. Eine enttäuschende Resonanz und ein bezeichnendes Bild für die Abwesenheit der Solidarität unter den Christen dieser Stadt.

Aber wie dem auch immer sei: Wir wissen, dass auch das kommende Jahr vermutlich nur wenig gute Nachrichten bringen wird. Ich werde hier nicht über die „Endzeit“-Implikationen des Geschehens philosophieren oder passende Bibelstellen zitieren. Liebe Leser, das können sie selbst vermutlich genauso gut. Aber dennoch werden wir von Gott weiterhin viel Gutes erwarten, erbitten und erhoffen. Wir werden für jeden Gefangenen dankbar sein, der die Zellen seiner Peiniger verlassen kann oder jedes Vertreibungsopfer, das irgendwo einen sicheren Lebensraum erhält. Und wir werden beten, werden hoffen, dass noch mehr Christen in diesem Land oder im gesamten, deutschsprachigen Raum endlich aufwachen, mit Informationen erreicht werden können und aus diesem Wissen heraus dann auch aktiv werden gegen die Verfolgung. Aktiv werden, weil auch ihre Herzen schwer werden und sie die Wunden zu fühlen beginnen, die Christus auch heute noch geschlagen werden. (Fast) Überall auf diesem Planeten, jeden Tag aufs neue.

In diesem Sinne: Ihnen allen ein erfülltes und gesegnetes Jahr 2012 !

Ihr

Martin Clemens Kurz

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