Nigeria: Christen wollen sich endlich verteidigen

Kirchenleiter in Nigeria haben unlängst verlauten lassen, dass sie „keine andere Option“ mehr sehen, als damit zu beginnen, sich selbst zu verteidigen, wenn die Angriffe der islamischen Terrogruppe „Boko Haram“ ungehindert weitergehen.

Karte von Nigeria.

Nigeria

Die „Christian Association of Nigeria“ liess verlauten, die Boko Haram habe ihnen den Krieg erklärt mit den jüngsten Anschlägen. Wir erinnern uns: am Heiligabend haben mehrere Attentate auf Kirchen wieder zahlreiche Todesopfer gefordert. Mittlerweile wird von 40 Getöteten ausgegangen.  Die Terrogruppe, deren erklärtes Ziel die Errichtung eines scharia-kompatiblen Gottesstaates in Nigeria ist, hat sofort im Anschluss die Verantwortung für diese Angriffe übernommen.

Die BBC berichtet, dass seit dem Heiligabend mittlerweile ca. 90.000 Menschen vor den gewaltsamen Auseinandersetzungen der Boko Haram mit den staatlichen Sicherheitsorganen aus der Stadt Damaturu geflohen sein sollen. Auf die seit ca. einem Jahr anhaltenden, dauerhaften Angriffe und Mordanschläge der Islamisten reagiert die „C.A.N.“, die Dachvereinigung Christlicher Kirchen in Nigeria, nun mit folgender Aussage:

Es ist allgemeiner Konsens, dass der christlichen Gemeinschaft in ganz Nigeria keine andere Option mehr gelassen wird, als angemessen zu reagieren, falls es weitere Angriffe auf unsere Mitglieder, Kirchen oder Eigentum geben wird. Die Attacken werden als Kriegserklärung gegen die Christen Nigerias und gegen den Staat als Ganzen angesehen. Sowenig wir Racheakte propagieren wollen, so sehr ermutigen wir Christen dazu, sich auf jede ihnen mögliche Art und Weise zu verteidigen.

Der Vorsitzende Ayo Oritsejafor sprach in der St. Theresa-Kirche nahe Abuja, wo 35 Menschen bei dem jüngsten Bombenattentat starben. Er sprach ebenfalls davon, dass die mangelnde Anteilnahme muslimischer Geistlicher die Kirchen enttäuscht habe und sie nicht mehr vollkommen von der Fähigkeit und dem Willen der nigerianischen Regierung überzeugt sind, ihre Rechte zu beschützen. Angesichts der Tatsache, dass die C.A.N. noch vor einem Jahr, nach ähnlichen Angriffen auf Kirchen und Pastoren, zu „Gebet und Fasten“ aufgerufen hat, kann man nach diesen jüngsten Auslassungen das Maß der Frustration und Enttäuschung innerhalb der christlichen Gemeinschaft des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas absehen.

Mittlerweile hat der möglicherweise einflussreichste, islamische Geistliche des Landes, der „Sultan“ von Sokoto,  Muhammad Sa’ad Abubakar, allerdings die Bombenattentate verurteilt und zur öffentlichen Ruhe im Lande aufgerufen. Wieviel diese Aufforderungen wert sind, wird die Zukunft zeigen.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE SICHERHEIT DER GEMEINDEN IN NIGERIA. HIER STEHEN CHRISTEN IM ZENTRUM EINER HASSMOTIVIERTEN AUSLÖSCHUNGS- UND VERTREIBUNGSWELLE GEGENÜBER, DIE SIE NUR IM FESTEN VERTRAUEN AUF UNSEREN SCHÖPFER ÜBERSTEHEN KÖNNEN.

(Quelle: „BBC News“ vom 28. Dezember 2011)

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