Pakistan: Interview mit Asia Bibi

Mittlerweile kennen alle den Fall Asia Bibi oder auch „Asia Noreen“. Die mehrfache Mutter wird seit dem 19. Juni 2009 in Haft gehalten, weil sie angeblich gegen das fatale „Blasphemierecht“ Pakistans verstoßen haben soll. Über ihrem Haupt schwebt ein Todesurteil.

Bereits mehrfach haben wir den Fall aufgegriffen, weil er exemplarisch und in geradezu visionärer Weise die Zukunft der Welt unter „Blasphemieparagraphen“ und „Anti-Diffamierungsgesetzen“ aufzeigt, die jede freie Meinungsäußerung unterdrücken werden und außerdem die Abwesenheit von rechtsstaatlichen Verfahrensweisen in Pakistan deutlich macht. Wer mehr dazu lesen will, hier

Asia Bibi

sind zwei ältere Beiträge zum Thema. Nun wurde Asia Bibi durch die Vermittlung eines pakistanischen Menschenrechtsaktivisten und Journalisten namens Xavier William (nein, kein Sicherheitsleck oder Vertrauensbruch, weil der Name bereits im Internet aufgetaucht ist, ich hätte ihn sonst nicht genannt) interviewt. Im „American Thinker“ hat die „Freie – Rede“ – Aktivisten Pamela Geller Asia Bibi am Weihnachtstag befragt.

Pamela Geller: Was passierte, als  Sie verhaftet wurden ?

Asia Bibi:  Als ich verhaftet wurde, wurde ich geschlagen und herumgeschubst von der Polizei. Ich war im Schockzustand viele Tage lang. Ich fastete und betete. Meine Familie war in Schwierigkeiten. Sie musste immer wieder umziehen. Aber ich habe den Muslimen, die mich in diese Situation gebracht haben, vegeben.

PG:  Wie werden Sie behandelt ?

AB: Ich bin in einer Einzelzelle (Anm. d. Übers.: aus Sicherheitsgründen). Ich darf die Zelle täglich für 30 Minuten verlassen und meine Familie einmal in der Woche, dienstags, für eine Stunde sehen. Ich bekomme die Zutaten, um für mich selbst zu kochen, weil die Gefängnisverwaltung befürchtet, ich könnte vergiftet werden, so wie andere der „Blasphemie“ Verdächtige bereits im Gefängnis vergiftet und getötet wurden.  Die Sicherheit wird freundlich gewährleistet. Letzte Woche gab es ein paar heiße Worte mit einer Wächterin wegen einer Kleinigkeit. Sie versuchte, mich zu erwürgen. Sie wurde entlassen.

PG: Was erwarten Sie von der Zukunft ?

AB: Ich faste und bete. Ich möchte bei meiner Familie sein, meine Töchter umarmen und küssen. Ich warte auf einen Termin vom Obersten Gerichtshof in Lahore für die Berufung gegen mein Todesurteil. „Life for all“ unterstützt meine Familie und hat einen Anwalt für diesen Fall finanziert.  Ein Antrag wurde am Obersten Gericht von Lahore eingebracht, um den Fall zu einer Anhörung zuzulassen. Ich hoffe, dass ich freigelassen werde, obwohl islamische Geistliche eine Belohnung von 8.000 Dollar jedem versprochen haben, der mich tötet. Ich habe alles Gott überlassen. Ich werde Seinen Willen akzeptieren.

PG: Haben Sie eine Botschaft für die Christen in den USA (sinngemäss auch für uns !) ?

AB: Ich bitte sie darum, zu beten und etwas für die pakistanischen Christen zu tun, die leiden und verfolgt werden. Es sind noch viele andere Christen im Gefängnis, die Hilfe brauchen. Die Christen in den USA (und in Deutschland !, Anm. d. Übers.) können den Menschenrechtsorganisationen helfen, die den Verfgolgten helfen und eine Stimme der Sprachlosen werden. 

PG: Gibt es irgendetwas, womit Amerikaner (Europäer, d. Übers.) Ihnen helfen können ?

AB: Sie können beten und ihre Regierung und Vertreter auffordern, etwas für die verfolgten Christen zu tun.

PG:  Was denken Sie über das pakistanische Blasphemie-Recht ?

AB: Blasphemie-Gesetze sind menschengemacht. Es wird in Pakistan dazu missbraucht, um persönliche „Vendettas“ auszutragen. Es sollte zurückgezogen oder zumindest abgeändert werden. Es hat schon so viele unschuldige Leben gefordert. Ich wurde ja auch fälschlicherweise angeklagt.

PG: Wie ist die generelle Situation von Christen in Pakistan ?

AB: Sie ist nicht sehr gut. Die Christen, besonders in den Dörfern, leben ein schlimmes Leben. Sie werden misshandelt, missbraucht und mit falschen Anklagen überzogen, weil sie es sich nicht leisten können, für ihre Rechte zu kämpfen. Die Nichtregierungsorganisationen brauchen Hilfe, um sie zu unterstützen. Ihnen werden sowohl Regierungs-Jobs als auch Respekt versagt. Nur 10 % aller Christen sind in der Lage, gute Arbeitsplätze zu bekommen und sich zu etablieren, weil sie gut gebildet sind. Die Handlangertätigkeiten in Pakistan sind für Christen sozusagen „reserviert“.

Auch die Töchter Asia Bibis haben sich wieder zu Wort gemeldet. Sie wünschen sich nichts sehnlicher, als dass ihre Mutter wieder zu ihnen nach Hause kommt. Sie beten und fasten für ihre Mutter und rufen den Herrn an, ihre Mutter endlich zu befreien.

„Frohe Weihnachen“ Asia Bibi !

Übrigens: noch immer kann die online-Petition für Asia Bibi unter

gezeichnet werden ! Auch die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte hat einen höchst präzisen Artikel über Asia verfasst und dort auf  ihre Unterschriftenlisten zu Gunsten der Dulderin hingewiesen.

BITTE LASSEN SIE NICHT NACH IM GEBET UND IM HANDELN FÜR ASIA BIBI. BITTE „NERVEN“ SIE IHREN PASTOR, IHRE MITCHRISTEN, PARLAMENTSABGEORDNETEN ETC. INDEM SIE IMMER WIEDER ÜBER DIESEN FALL BERICHTEN !

(Quelle: „American Thinker“ vom 25. Dezember 2011) Übersetzung: MCK

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Ein Gedanke zu “Pakistan: Interview mit Asia Bibi

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