In eigener Sache: Weihnachten und ein Jahr BGVK-Blog

Nun ist es fast genau ein Jahr her, dass sich eine Handvoll besorgter Christen in der deutschen Hauptstadt zusammenfand, um darüber nachzudenken, wie man dem Thema der zunehmenden, weltweiten Christenverfolgung gerecht werden könne. 

Dieses Logo benutze ich seit diesem Jahr.Genau in den letzten Tagen des Advents 2010 gärte die Idee einer Gebetsinitiative, um Christen in Berlin, denen am Wohlergehen der weltweiten Christenheit gelegen ist, miteinander in Kontakt zu bringen. Dafür wurde schließlich zur Jahreswende 2010/2011 dieser Blog ins Leben gerufen, auf dem über christen- und evangeliumsfeindliche Aktivitäten berichtet wird. Seien es Staaten, Einzeltäter, Religiöse Gruppen oder NGOs, welche die Gute Nachricht von unserer Erlösung durch Christus ausradieren wollen: An dieser Stelle  wird versucht, in klarer, eindeutiger Sprache und mit klarer, biblisch begründeter Haltung dazu Stellung zu nehmen und die Fakten, die sonst in deutschen Massenmedien oft nicht behandelt werden oder im Dschungel der verschiedenen Themen untergehen, so aufzubereiten, dass sie für Gläubige nachvollziehbar und verständlich werden. Selbstverständlich hat sich dabei ein gewisser „eigener Stil“ herausgebildet, aber dies ist eben der Tatsache geschuldet, dass bislang nur ein einziger Autor diesen Blog betreut.

Die „hehren Ziele“ der Gründer des BGVK mussten leider im letzten Jahre dann doch der harten Realität weichen. Dinge wie

  • der auffällige Unwille christlicher Kirchen, Gemeindeleiter und sonstiger Verantwortlicher in Berlin, sich ganz generell unangenehmen und „jenseits des weltlichen Mainstreams“ liegenden Themen zu öffnen,
  • die multimediale Überlastung vieler Hauptstadt – Christen mit einem „sehr, sehr bunten Strauß“ an lokalen, regionalen und deutschlandweiten Themen, die ihre Aufmerksamkeit beanspruchten,
  • der akute Personalmangel des BGVK (darauf komme ich gleich noch einmal zurück),
  • und das in unserer Stadt in vielen Gemeinden leider nicht sehr ausgeprägte Gefühl, Teil eines „Netzwerkes“ von Glaubensgeschwistern und Fürbittern zu sein (viele Kirchen und viele Gemeinden basteln hier in unschöner „Wagenburg-Isolation“ an ihrer eigenen Entwicklung und entwickeln dabei sehr schnell einen Tunnelblick, der fast unmöglich aufzulösen erscheint)

bremsten unseren reinen, aber unerprobten Enthusiasmus sehr schnell aus. Als Konsequenz daraus bröckelte unser Team an den Rändern. Die Geduld war wohl bei manchem Mitstreiter nicht als Primärtugend vorhanden, Krankheiten und Umzüge in andere Bundesländer taten das Ihrige dazu, dass mittlerweile das ganze Projekt an meiner Person hängt. Deshalb musste ich mich in den letzten Monaten darauf konzentrieren, diesen Blog aufrechtzuerhalten, ihn zu einem „gediegenen“ Informationsmedium auszubauen und interessante Artikel zu verfassen.

Kleine Erfolgs- und Motivationerlebnisse wie die Demonstration der Berliner Kopten am 16. Oktober 2011 gegen die Massaker vom Masbiro in Kairo oder die Mahnwache mit der IGfM zu Gunsten des Dulders Youcef Nadarkhani können nicht davon ablenken, dass das Berliner „Pflaster“ ein besonders hartes ist, wenn man auf die Einheit der Christen im Angesicht der Bedrohungen des Evangeliums pocht. Allein die Tatsache, dass sich für den von der Weltweiten Evangelischen Allianz ausgeschriebenen, jährlichen „Tag der verfolgten Christen“ in Deutschlands Hauptstadt keine „Trägergemeinde“ oder Träger-Organisation mehr findet, wie mir ein bestens mit den Berliner Verhältnissen vertrauter Pastor unlängst schrieb, spricht bereits Bände.

Aber, „bei Gott sind alle Dinge möglich“ heisst es so gerne und oft im Gottesdienst, also mag ich die Hoffnung nicht aufgeben, dass es noch ein paar „Aussenseiter“ wie mich in dieser Stadt gibt, die gerne miteinander Informationen austauschen mögen und im Gebet für Anliegen derjenigen Kirchen zusammenstehen wollen, die nicht so einfach ihre Gottesdienste oder Feiern abhalten können, wie wir in Deutschland.
Dennoch kann es in den nächsten Monaten dazu kommen, dass dieser Blog ein wenig unregelmässiger mit News bestückt werden kann, da sich durch eine abrupte Veränderung meiner beruflichen Verhältnisse meine privaten Zeitreserven praktisch auf  „Null“ reduzieren. In diesem Zusammenhang sei noch einmal darauf hingewiesen, dass Gastautoren und Mitarbeiter für den Blog immer willkommen sind. Mindestens ebenso willkommen wäre es mir, Kontakte zu Gleichgesinnten in Berlin und der näheren Umgebung zu bekommen, mit denen dann Aktionen geplant und Gemeinden vernetzt werden könnten.

Alles in allem also ein mindestens zwiespältiges Zwischenfazit mit sehr, sehr viel „Spielraum nach oben“. Allen treuen und interessierten Lesern sei hiermit ans Herz gelegt, für diese Initiative zu beten und den link auf diesen Blog in Christen-Kreisen weiterzuverbreiten. In diesem Sinne und im Sinne derjenigen Christen, die sich nicht mehr an uns wenden können, weil sie „im Untergrund“ leben müssen oder inhaftiert sind, wünsche ich Ihnen allen ein besinnliches, gesegnetes und frohes Weihnachtsfest und einen schwungvollen Start in das Jahr 2012. Bitte gedenken Sie auch in dieser Zeit der Märtyrer und Dulder für das Evangelium. Unsere Unwissenheit über die wahren Verhältnisse der weltweiten Kirche ist die beste Waffe aller derjenigen, die die Botschaft Christi auslöschen wollen !

Frohe Weihnachten !

Ihr

Martin Clemens Kurz

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4 Gedanken zu “In eigener Sache: Weihnachten und ein Jahr BGVK-Blog

    • Herzlichen Dank ! Von Dir, lieber Jörg, ist mir jede Art der Ermutigung und jedes Lob willkommen ! Ich weiss, was ihr mit der „Via“ auf die Beine gestellt habt und bin immer wieder beeindruckt und auch inspiriert durch eure Arbeit.
      Der „Via-Dolorosa“ ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Ich wünsche euch viel Kraft für die schweren Aufgaben, denen wir uns auch im kommenden Jahr wieder gegenübersehen werden.

  1. Ich möchte mich dem „Kopf hoch“ anschließen. Beiden, auch für Via Dolorosa. Beide Seiten lese ich regelmäßig und freue mich über euren Dienst. Auch finde ich, dass die zwei erwähnten Ereignisse in Berlin nicht etwa gering zu schätzen sind. Ebenso die vielen Beiträge, die stets gut recherchiert und informativ waren. Danke dafür!

    Im Gebet für die verfolgten Geschwister verbunden, Herzliche Grüße!

  2. Herzlichen Dank nach Berlin für die Fleißarbeit, mithilfe dieses Blogs Christen im deutschsprachigen Raum über aktuelle Fälle von Christenverfolgung und andere relevante Themen aufmerksam zu machen. Ich hoffe, Sie finden weiterhin Zeit zu dieser wichtigen Aufgabe und neue Mitstreiter. Gesegnete Weihnachten!

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