Saudi-Arabien: äthiopische Gebetsversammlung gesprengt

Wie aus Saudi-Arabien bekannt wird, hat die dortige Polizei am 15. Dezember 2011 ein Gebetstreffen äthiopischer Christen in Jiddah gesprengt und dabei 42 Gläubige verhaftet.

Saudi-Arabien

Saudi-Arabien benötigt immer ausländische Arbeitskräfte für die „niederen Tätigkeiten“ im Bereich Handwerk, Bauwesen und Dienstleistungen. Dafür importiert das schwerreiche Königreich Menschen aus diversen Regionen der Welt. Philippinos sind ebenso unter den Angeworbenen wie Inder, Bangladeshis und eben auch Äthiopier und Eritreer. Schwierigkeiten für die dort arbeitenden Ausländer verursacht immer wieder die „abweichende“ Religionszugehörigkeit dieser Arbeiter und Angestellten. Philippinos sind oftmals katholische Christen, Inder Hindus und Äthiopier eben orthodoxe oder andere Christen. Im streng wahhabitischen Saudi-Arabien, das als „Hüter der Heiligen Stätten des Islam“ so etwas wie die Religionsfreiheit nicht kennt und achtet und schon gar keine Äußerungen von anderen Glaubensvorstellungen als dem streng sunnitischen Islam zulässt, haben es diese ohnehin zumeist als „Arbeitssklaven“ ausgebeuteten Menschen besonders schwer.

Nun wurde bekannt, dass ein Gebetstreffen am 15. Dezember 2011 in der Hafenstadt Djiddah, das von äthiopischen Christen in einer Privatwohnung abgehalten worden war, durch Sicherheitskräfte der Regierung auseinandergetrieben wurde.  Die Anwesenden wurden dabei nach Augenzeugenberichten, deren Absender aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden wollen, dabei massiv beschimpft, bedroht und geprügelt. Es soll zu 42 Festnahmen gekommen sein. Die Inhaftierten wurden in Männlein und Weiblein getrennt und dann an einen unbekannten Ort verschleppt.

Von der christlichen Monitorgruppe „International Christian Concern“ wurde folgende Stellungnahme bekannt:

Saudi-Arabische Stellen haben schon früher Christen inhaftiert, aber es kam noch nie vor, dass sie ganze 42 von ihnen auf ein Mal verhafteten. Wir machen uns besondere Sorgen um die Kinder der verhafteten Christen.

Saudi-Arabische Behörden sind bekannt dafür, solche Treffen aufzulösen und daran Beteiligte zu deportieren, wobei zumeist alle christlichen Materialien konfisziert werden. Zwei andere, äthiopische Versammlungen von Christen in Saudi-Arabien haben aus Protest und natürlich aus Sicherheitserwägungen heraus erst einmal ihre Vorweihnachts-Treffen abgesagt. Saudi-Arabien ist eines der wenigen Länder weltweit, in dem es kein einziges, geweihtes Kirchengebäude gibt.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE INHAFTIERTEN ÄTHIOPIER. BITTE SPRECHEN SIE IHNEN IM GEBET ZUSPRUCH UND KRAFT ZU. BITTEN WIR UNSEREN HIMMLISCHEN VATER DARUM, DASS IHREN FAMILIEN BALD KLARHEIT ÜBER IHREN VERBLEIB GEWÄHRT WIRD.

(Quelle: „aina.org“ vom 18. Dezember 2011)

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