Ägypten: Familie der Märtyrer spricht

Alle treuen Leser dieses Blogs kennen natürlich den Fall der Brüder Kamil und Kamell Tamer Ibrahim, die während des Amoklaufes eines aufgehetzten Mobs im Ort  Elghoraizat, Maragha Distrikt/Sohag-Provinz getötet wurden.

Ägypten

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Am 28. November 2011 eskalierte ein simpler Nachbarschaftsstreit um auf der Straße gelagerte Baumaterialien in einem wütenden Amoklauf aufgeputschter, muslimischer Einwohner des Ortes, die gegen alles „Koptische“ Gewalt ausübten. Die Brüder Kamil und Kamel (ja, die hießen tatsächlich so, sie können aufhören ungläubig den Kopf zu schütteln) Tamer Ibrahim, koptische Ägypter, kamen dabei ums Leben. Nun hat sich die nach den Gewalttaten abgetauchte Familie der Brüder zu Wort gemeldet.

Karam Tamer Ibrahim, ein weiterer Bruder der Ermordeten Christen, sagte nun aus, die Leben seiner Geschwister seien als „Kompensation“ für den Tod eines Muslims während des besagten Nachbarschaftsstreits gefordert worden. Seine älteren Brüder hätten als „Anführer“ der koptischen Gemeinschaft in El-Ghoraizat gegolten und seien deshalb als Ziele einer gewollten Tötungsaktion ausgesucht worden, obwohl sie mit dem Kopten, um dessen Grundstück sich der ursprüngliche Streit drehte, weder verwandt noch bekannt waren.

Ein angebotenes „Versöhnungsgespräch“, das ihnen ganz im Einklang mit islamischem Recht (Scharia) angeboten wurde, um einen „Ausgleich“ mit den Mördern zu finden, lehnte die Familie denn auch folgerichtigerweise ab, weil sie noch immer an die Herrschaft des Gesetzes glauben. Karam Tamer Ibrahim sagt dazu:

Wir werden unser Recht nach dem Gesetz bekommen und wir werden niemals ein Versöhungstreffen akzeptieren, ganz unabhängig von den Konsequenzen. Wir sind hier nicht im Dschungel !

Karam erinnert daran, dass drei Wohnungen im Haus der Familie abgefackelt wurden, während die Polizei daneben stand. Die drei Haupttäter der Morde an seinen Brüdern seien aber namentlich bekannt. Laut „aina“ seien nach Gewalttaten gegen Nichtmuslime von den Militär- oder Sicherheitsbehördden immer „Versöhnungstreffen“ angesetzt worden, die regelmässig so enden, dass die Christen auf ihre gesetzlichen Rechte verzichteten. Der Begriff „Einschüchterung“ spielt in diesem Zusammenhang eine nicht unbedeutende Rolle.

Die gesamte Familie Tamer Ibrahim ist mittlerweile aus dem Ort geflohen, nachdem sie konkrete Morddrohungen von der Familie des von einem Kopten namens John Hosni in Selbstverteidigung erschlagenen Mannes namens Mahmud Abdel-Nasir erhalten hatten. Darin wurde der Tod von drei Kindern der Familie Tamer Ibrahim als weitere „Kompensation“ gefordert. Nach Angaben der Witwe eines der ermordeten Brüder laufe der Haupttäter, gegen den angeblich sogar ein Haftbefehl laufe, noch immer frei und ungehindert durch den Ort, da die Polizei kein Interesse an dessen Verhaftung habe.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE FAMILIE TAMER IBRAHIM. IHRE SICHERHEIT IST IM SICH LANGSAM ZUM GOTTESSTAAT WANDELNDEN ÄGYPTEN NICHT MEHR GEWÄHRLEISTET. SIE MÜSSEN JETZT „KLUG WIE DIE SCHLANGEN“ SEIN, UM ZU ÜBERLEBEN.

(Quelle: „aina.org“ vom 15. Dezember 2011)

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2 Gedanken zu “Ägypten: Familie der Märtyrer spricht

  1. Ägypten ein Gottesstaat; davor behüte Gott alle Christen und Menschenfreunde in diesem Land. Man kann wohl einfach nur noch hoffen, das dort noch vernünftige und menschliche Wesen diese Hatzjagd beenden und Ägypten wieder seine liebenswerten Seiten zeigt. Wie sehr liebe ich dieses Land! Diese Herzlichkeit, ich kann es einfach nicht fassen, das nun alles zu Ende ist. 39 lange Reisen durch das Land haben uns so viel Liebenswertes aufgezeigt bei aller Problematik. Wer kann den Rückschritt in die Steinzeit dort noch verhindern?

    • Ich gestehe es, liebe Rita Sieberz, ich bin mit meinem Latein auch am Ende. Aber immer, wenn nach menschlichem Ermessen nichts mehr getan werden kann, ist es Zeit, Gott um sein Eingreifen zu bitten und mit möglichst vielen „Verbündeten“ ins Gebet einzusteigen. Klingt das zu banal ? Zu wenig konkret ? Ja, das mag so sein. Aber, wer immer „zerschlagenen Herzens“ vor seinen Schöpfer tritt, kann dessen Herz bewegen.
      Was mir Ihre guten, sehr persönlichen Erfahrungen in Ägypten aber deutlich machen, ist folgendes: niemand kann in die Herzen der Menschen blicken. Wer gegenüber den „Ungläubigen Fremden“ (Touristen) ein freundliches Gesicht macht und ihnen genau das erzählt, was sie hören wollen, kann schon morgen einem koptischen Priester die Kehle durchschneiden. Was wir jetzt, angesichts der ägyptischen Wahlergebnisse, in Europa herausfinden ist vielleicht ein heilsamer „Realitätsschock“. Die Masken werden jetzt wohl fallengelassen und so müssen auch wir Freunde Ägyptens uns neu positionieren.
      https://gebetskreis.wordpress.com/2011/12/15/agypten-keine-kopfsteuer-fur-christen/
      Ausserdem darf man eines nicht übersehen: die große Armut vieler Ägypter, insbesondere auf dem Land, macht sie anfällig für den seit Jahrzehnten berüchtigten Stimmenkauf. Die Petrodollars aus Saudi-Arabien verfälschen die Wahlergebnisse massiv, was die „Al-Nur-Partei“ der Salafisten mit einem frohen Grinsen zur Kenntnis nimmt. Ob all die gekauften Wähler wirkliche Radikale sind, darf auch bezweifelt werden.

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