Iran: Christ zu mehrjähriger Haft verurteilt wegen „Akten gegen die nationale Sicherheit“.

Der zur „nicht-trinitarischen“ Gruppierung der sog. „Church of Iran“ gehörende Alireza Seyedian wurde vom Unterbezirk 28 des iranischen Revolutionsgerichtshofes zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt.

Alireza Seyedian

Die Anklage gegen ihn lautete auf „Propagieren gegen einen Befehl der Regierung und Aktionen gegen die nationale Sicherheit“. Eine typische „Schwamm“-Anklage, die so allgemein gehalten ist, dass man notfalls noch nachträglich neue Details zur Anklage hinzufügen kann. Was hatte Alireza Seyedian getan ? Er hatte sich im Ausland taufen lassen (in der Türkei) und ein Video seiner Taufe im Internet veröffentlicht. Sein Anwalt, der auch der Anwalt des ebenfalls zur „Church of Iran“ gehörenden Pastors Youcef Nadarkhani ist, liess nun einige Details zu dem Fall verlauten. Rechtsanwalt Mohammed Ali Dadkhah, der gegen das Urteil Berufung eingelegt hat, wird folgendermassen zitiert:

Der Richter dachte wohl, mein Mandant wäre deshalb zur Taufe in die Türkei gefahren, um damit zu demonstrieren, dass es im Iran nicht genügend religiöse Freiheit gäbe. Er sagte, es gäbe genügend Pastoren im Iran, die die Taufe hätten vollziehen könnten.
Die weiteren Anklagen resultieren aus der Tatsache, dass Seyedian ein Video seiner Taufe ins Internet gestellt und darüber gesprochen habe. Außerdem hat er früher Hauskirchentreffen organisiert und abgehalten.

Alireza Seyedian, 31, kommt wie viele iranische Mitglieder der Hauskirchen – Bewegung aus einem schiitisch-muslimischen Familienhintergrund. Vor vier Jahren begann er, Christus nachzufolgen. Sein Anwalt wird nun versuchen, die ausgesprochene, sechsjährige Haftstrafe im Berufungsverfahren mit einer neuen Strategie anzufechten und eine mögliche Haftstrafe zu reduzieren. Mohammed Ali Dadkhah geht ohnehin davon aus, dass die iranischen Gerichte derzeit diesen und ähnlich gelagerte Fälle weniger gerne „anfassen“, da ihnen allen die langwierige Prozedur und die internationale Aufmerksamkeit des Falles Youcef Nadarkhani bekannt sei.

Der momentane Aufenthaltsort von Alireza Seyedian ist nicht bekannt. Nach unbestätigten Gerüchten aus dem Land sei er gegen eine Kaution in Höhe von 30.000 US-Dollar freigelassen worden und habe daraufhin das Land in Richtung Türkei verlassen.

BITTE BETEN SIE DAFÜR, DASS AUCH IM IRAN EIN MINDESTMASS AN WELTLICHER GERECHTIGKEIT MÖGLICH WERDEN KANN. BITTEN SIE GOTT UM SEINEN SCHUTZ FÜR DIE HAUSKIRCHENBEWEGUNG.

(Quelle: „mohabat news“ vom 14. Dezember 2011)

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3 Gedanken zu “Iran: Christ zu mehrjähriger Haft verurteilt wegen „Akten gegen die nationale Sicherheit“.

  1. Wenn es im Iran ein Mindestmass an weltlicher Gerechtigkeit geben würde, gäbe es diese Anklage und die Verurteilung nicht. So wird ein Staat entchristlicht.

    • Tja und weil es eben keine Gerechtigkeit aus menschlichem Bemühen mehr gibt, können echte Gläubige nur noch auf Gottes Eingreifen hoffen. Nur, falls es ihm gefällt, ist eine Änderung der Verhältnisse im Iran möglich. Und so wie das manche Beobachter sehen, hat die schleichende Erosion der Mullah-Macht bereits begonnen. Ich selbst bin da ehrlich gesagt weniger sicher, aber überzeugte „Positivdenker“ gehen davon aus, dass den Hardlinern bereits jetzt die Jugend davonläuft. Zumeist in die Innere Emigration aber eben auch ins Ausland oder Ähnliches. Noch ist das Ende des Wahnsinns nicht absehbar, aber nur Gott selbst kennt die Wege, die dem Iran bevorstehen.

  2. Pingback: Islamisten ermorden chaldäisches Ehepaar – Christen in Mosul « kopten ohne grenzen

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