Myanmar: Kachin-Konflikt lösbar ?

Der lange Bürgerkrieg in Myanmar (Burma) könnte seinem Ende entgegengehen. Im März 2011 hatte die lange Jahre herrschende Militärjunta die Macht an eine Zivilregierung abgegeben. Der neue Präsident Thein Sein scheint nun an einem Ende der Gewalt interessiert zu sein.

Myanmar

Warum sollte das unser Thema tangieren ? Das Vorgehen der Junta gegen ethnische Minderheiten im Lande betraf in der Vergangenheit immer auch Christen. In den ethnischen Minderheiten dort finden sich nämlich relevante, christliche Anteile wieder. In der Volksgruppe der Kachin, die seit Jahren gegen die mit wirtschaftlichen Raubbau-Interessen verbundenen Vertreibungs-Aktionen der Junta gekämpft hat, gibt es mindestens 50.000 Christen.

Auf wirtschaftlichen Druck vor allem aus den USA hat nun Präsident Thein Sein zu einer Versöhnungskonferenz mit allen Minderheiten des Landes aufgerufen. Vorher hatte er bereits der Armee den Befehl erteilt, einen Waffenstillstand mit den Kachin-Rebellen auszuhandeln, damit diese Konferenz überhaupt einen Sinn ergibt.

Der Vorsitzende er Kommission Justitia et Pax der Bischofskonferenz von Myanmar, Bischof Raymond Po Ray von Mawlamyine, erklärte unterdessen:

 Überall im Land spricht man von Frieden, unter den Bürgern und unter den Minderheiten. Wir hoffen sehr, dass dies eine Priorität für das Land sein wird, auch wenn es immer noch Hindernisse gibt, die aus dem Weg geräumt werden müssen. Ein Waffenstillstand im Konflikt mit den Kachin ist bereits ein schönes Zeichen der Hoffnung für alle. Der nächste Schritt besteht nun darin, einen Prozess der Aussöhnung auf den Weg zu bringen und dafür werden wir uns mit allen unseren Kräften einsetzen. Gewiss, dieser Konflikt hält seit Jahrzehnten an und die ethnischen Minderheiten mussten sehr darunter leiden. Gerade aus diesem Grund ist diese Zeit der Reformen, die in unserem Land anbricht eine historische Gelegenheit, ein günstiger Zeitpunkt, ein Kairos: wir wünschen uns den Frieden und hoffen von ganzem Herzen, dass eine Zeit der Aussöhnung beginnt.

Die Minderheiten der Kachin, Karen und Shan, die bereits seit Längerem auf eine größere Autonomie für ihre Regionen bestehen und auch an den Einnahmen aus der Förderung von Bodenschätzen stärker partizipieren wollen, befinden sich seit längerem im Konflikt mit der Zentralregierung. Dieser ist im mehrheitlich buddhistischen Land auch zu einem guten Teil religiös motiviert, das eben in den Minderheiten viele Christen existieren. Der in Deutschland zumeist als „friedlich“ bekannte, südostasiatische Buddhismus zeigt dabei oftmals leider auch ein hässliches Gesicht, wenn buddhistische Mönche und andere Würdenträger alle Nicht-Buddhisten als Verräter brandmarken und zum Kampf gegen diese aufrufen.

In jedem Falle ist die Situation der Binnen- und anderen Flüchtlinge aus den Minderheiten Myanmars noch immer besorgniserregend. Sie soll nach Berichten aus Kirchenkreisen des Landes mittlerweile bei ca. 500.000 liegen, wovon die Mehrheit Frauen und Kinder sind.  Die katholische Kirche Burmas und der einheimische Caritasverband namens „Karuna“ sowie die Baptistische Kirche des Landes versorgen in ihren Aufnahme-Einrichtungen ca. 26.000 Flüchtlinge, während weitere ca. 3.000 Vertriebene in buddhistischen Klöstern untergebracht sind. Dies geht aus einem detaillierten Lagebericht der Caritaszentrale in Banmaw (Kachin-State) hervor, die dort die Entwicklung beobachtet und Hilfe leistet.

Im nördlichen Bundesstaat „Kachin State“ leben rund 1,2 Millionen Einwohner.  Die Militäraktionen wurden dort im Juli 2011 nach einer vorläufigen Einstellung wieder aufgenommen und damit haben sich die Zahlen der Flüchtlinge dramatisch vervielfacht. Seit Juni letzten Jahres seien aus vielen, kirchlichen Einrichtungen „Flüchtlingslager“ geworden, heißt es in dem Bericht der Caritas, während weitere Flüchtlingscamps mitten im Dschungel errichtet werden mussten. Die Vertriebenen, bei denen es sich größtenteils um Christen handelt, sind selbstverständlich traumatisiert und kämpfen ums Überleben. Dabei hoffen sie auf die humanitäre Hilfe der katholischen und baptistischen Kirche und in den Städten auch auf die Unterstützung der Hilfswerke der Vereinten Nationen sowie einzelner Nichtregierungsorganisationen.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE FLÜCHTLINGE VON MYANMAR. IHR SCHICKSAL BLEIBT OFT VON UNSEREN MASSENMEDIEN UNBEACHTET, ABER AUCH DIESE BRÜDER UND SCHWESTERN SIND VON GOTT GELIEBTE KINDER. BITTEN SIE DEN VATER UM VERNUNFT BEI ALLEN VERANTWORTLICHEN, DAMIT DIE ANGEDEUTETEN FRIEDENS-GESPRÄCHE EINEN ERFOLG FÜR ALLE IN MYANMAR NACH SICH ZIEHEN.

(Quelle: „fidesdienst“ vom 13. Dezember 2011 und 14. Dezember 2011)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s