Pakistan: Wahnsinn hat Methode-Khurram Masih

„Ist´s Wahnsinn, so hat er doch Methode.“ (Shakespeare´s Hamlet)

Pakistan

Der 25 jährige, pakistanische Christ Khurram Masih, Bauarbeiter,  wurde in Lahore von einem wütenden Mob der Blasphemie angeklagt und zur Polizei gezerrt. Khuramm, frisch verheiratet seit zwei Monaten, arbeitete an der Residenz eines Mannes namens Abdul Madjid. Dort setzte er Kacheln im Badezimmer. Nachdem er mit diesen Arbeiten fertig war, verbrannte er auf der Baustelle Papierverpackungen der Baumaterialien.

Soweit, so harmlos. Als aber Abdul Madjid den Aschehaufen sah, begann er herumzuzetern, der Christ habe „einen Koran zerrissen und verbrannt“. Andere Bauarbeiter kamen hinzu und begannen, Khurram Masih zu attackieren. Schließlich zerrten sie ihn zur nächsten Polizeistation.  Abdul Madjid bestand darauf, eine Anzeige zu erstatten. Nachdem der Vorfall sich herumsprach, wollten verschiedene geistliche Leiter des Viertels vermitteln, aber Abdul Madjid bestand auf der Registrierung seiner Anzeige.

In den Straßen des Staddteils Quazi, Shadra, begannen muslimische Scharfmacher daraufhin damit, über Lautsprecher bekanntzugeben, dass ein Christ einen Koran entweiht habe.  Menschenrechtsaktivisten wie die Augenzeugen der Vorfälle in der Polizeiwache, Khalid Gill und Khalid Shahzad, sind jetzt um die Sicherheit von Khurram Masih sehr besorgt.

Scheint es wie die absurde Perversion von rechtsstaatlichen Vorgängen, so hat der Irrsinn in Pakistan doch sehr wohl Methode. Erst vor wenigen Tagen hatte ein hochrangiger, pakistanischer Anwalt, der namentlich nicht genannt werden will, da er Muslim ist, bestätigt, dass 95 % aller Vorwürfe gegen Christen und andere religiöse Minderheiten in Pakistan, die den Vorwurf der „Blasphemie“ enthalten oder der „Beleidigung des Koran oder des Propheten Mohammed“ falsch seien. Sie werden als hochwillkommene Vorwände genutzt, um Konflikte wirtschaftlicher Art oder persönlicher Art zu Gunsten der betroffenen Muslime zu beenden. Oft gehe es um ganz primitiven Landraub oder private Nachbarschafts-Streitigkeiten.

Pater Francis Xavier von der Diözese Lahore sagt:

Es ist ein trauriger Vorfall. Der junge Mann wurde fälschlich der Blasphemie angeklagt. Die Person, welche die Beschwerde führt, hat Kontakte zu religiösen Gruppen und ist bekannt für seinen Hass gegen Christen. Wir fürchten für das Leben von Khurram Masih und verlangen einen sicheren Schutz vor denjenigen, die ihn töten wollen.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE SICHERHEIT VON KHURRAM MASIH. SEIN FALL IST NUR EINER VON VIEL ZU VIELEN IN PAKISTAN, DIE GANZ ÄHNLICH VERLAUFEN SIND.

(Quelle: „asia news“ vom 06. Dezember 2011)

update vom 29. März 2012:
Die Menschenrechtsorganisation „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“ hat Khurram Masih zum „Gefangenen des Monats März 2012“ gekürt. Leider ist dies keine Auszeichnung für den unschuldig verfolgten Bruder sondern eine Anklage gegen die Abwesenheit rechtsstaatlicher Prinzipien in Pakistan.

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