Irak: „Endspiel“ für die Christen nähert sich

Bereits seit Tagen „geisterten“ verschiedene Nachrichten von Pogromen gegen Christen im kurdischen Nordirak durch die online-Welt. Die einstmals „relativ sichere“ kurdische Autonomieregion wurde jetzt zum Schauplatz gezielter Attacken.

Irak

Irak

Wie so oft bei den Massenausbrüchen von Gewalt war eine islamische Freitagspredigt der Auslöser einer Welle von gezielten Anschlägen auf die Geschäfte christlicher Besitzer in der Stadt Sakho am 02. Dezember 2011. Szenen wie in der berüchtigten „Reichspogromnacht“ der Nazis spielten sich auf den Straßen des Ortes ab. Alle von Mullah Mala Ismail Osman Sindi als „moralisch korrupt“ gekennzeichneten Aktivitäten wurden durch Horden junger, gewalttätiger Männer „unterbunden“.   Dazu gehörte es, Alkohol-Geschäfte, Schönheitssalons und Massagepraxen (ja, nur Massage !) und Hotels zu verwüsten und anzuzünden.

Erzdiakon Emanuel Youkhana von der Assyrischen Kirche sagte dazu:

Das Interessante an diesem Vorfall ist der Ort, an dem er stattfand.  Die Kurdische Autonomieregion ist in ihrer Breite (für Christen) sicher. Alle Bewohner geniessen Wohlstand und Sicherheit, zumindest bis jetzt. Die Zukunft ist aber, wohlgemerkt, trübe für die Christen und anderen Minderheiten hier.

Erzdiakon Emanuel Youkhana

Erzdiakon Emanuel Youkhana

Augenzeugen berichten davon, dass die Angreifer Banner mit Aufschriften wie „es gibt keinen Gott außer Allah“ mit sich führten und das unvermeidliche „Allahu Akbar“ brüllten.  Ebenso gehört es in islamischen Ländern dazu, dass Christenpogrome von den örtlichen Sicherheitskräften eher beobachtet (in manchen Ländern gar unterstützt, Beispiel: Nigeria), als unterbunden werden.

Die kurdischen Gebiete waren das größte, inner-irakische Fluchtgebiet der christlichen Minderheit, die zumeist Angehörige der klassischen „Ost-Kirchen“ des Nahen Ostens sind.  Seit der US-Invasion im Jahre 2003 ist die Zahl der irakischen Christen, die noch innerhalb der Landesgrenzen leben, von geschätzten 1,3 Millionen auf weniger als 300.000 gesunken. Massaker und Vertreibung gefährden auch deren Existenz im Land.

Nachdem die Geschäfte zerstört worden waren, sollen die Vandalenhorden auch in die Wohnviertel der Christen in Sakho weitergezogen sein, um mit ihrem Treiben fortzufahren. An dieser Stelle wurde es aber sogar der Polizei „zu bunt“ und sie unterband weitere Pogrome. Am Samstag, den 03. Dezember 2011 wurden die Plünderungen dann in Dohuk fortgesetzt und auch Ausbrüche antichristlicher Aktivität in anderen Landesteilen wurden registriert. In dieser Form und Breite sollen sie eine bislang ungeahnte Dimension erreicht haben, sagen Beobachter.

Ebenso melden Beobachter, dass die Angriffe massiv von Mitgliedern und Anhängern der sog. „Islamischen Union Kurdistans“, einer politischen Partei, organisiert worden sein sollen. Diese Partei gilt als kurdischer Ableger der ägyptischen Muslimbrüder. Angesichts dieser Entwicklung muss man sich größte Sorgen um die Christen Ägyptens machen, sobald die Muslimbrüder dort die Macht übernommen haben.

Das Interessante an diesen Verbindungen ist wiederum die Tatsache, dass die „Demokratische Partei Kurdistans“ diese von den Islamisten ausgehende Gewaltwelle für Angriffe auf die Islamische Unions-Partei nutzte und mehrere ihrer Stützpunkte in den betroffenen Regionen niederbrannte. Eine Gewaltspirale, die sich hochzufahren beginnt.

Der chaldäische Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako, sagte:

Ich denke, diese Angriffe waren organisiert. Das mag nicht nur einheimische, sondern auch ausländische Ursachen haben. Unglücklicherweise zahlen immer die Christen den Preis dafür.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE CHRISTLICHEN INLANDSFLÜCHTLINGE IM IRAK. IHR ÜBERLEBEN STEHT EBENSO AUF DEM SPIEL, WIE DAS JEDER ANDEREN CHRISTLICHEN MINDERHEIT IN NAHOST.

(Quelle: „compass direct news“ vom 06. Dezember 2011)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s