Indien: Pastor Khanna kommt auf Kaution frei.

Wir berichteten bereits über den Fall des anglikanischen Geistlichen Pastor Chander Khanna. Diesem wurden die in Indien so „beliebten“ wie grundsätzlich immer substanzlosen Vorwürfe der heimtückischen „Zwangskonversion“, in diesem Fall von Muslimen, gemacht.

Chander Khanna

Am  17. November 2011 wurde der Geistliche schließlich in Srinagar (Kaschmir-Provinz Indiens) verhaftet und bereits einen Tag später erstmalig vor Gericht gestellt. In der Folge hatten Christen in aller Welt zu Protesten gegen das Verhalten der Behörden in Kaschmir aufgerufen. Bischof Samantaroy von der Diözese Amritsar hatte bereits Kontakt zu Pastor Khanna und sagte vor wenigen Tagen gegenüber verschiedenen Medien, der Gottesmann fürchte um sein Leben, weil die kaschmirischen Muslime diese „konstruierten“ Vorwürfe als willkommenen Anlass sähen, weiteren, religiösen Unfrieden zu säen.

Er forderte weiterhin die staatlichen, indischen Behörden dazu auf, die Sicherheit des Pastors, in Freiheit wie im Gefängnis, sicherzustellen, ebenso wie die Unversehrtheit von Kirchen und christlichen Institutionen in der Region.  Pastor Khanna wurde schließlich bis auf weiteres zu „15 Tagen Haft“ verurteilt und angeklagt wegen „Schaffung von Feindseligkeit“ und „dem Verletzen religiöser Gefühle“. Die ursächlichen Vorwürfe waren ihm vom Großmufti Bashir-ud-din Ahmad, dem höchsten Scharia-Gelehrten des mehrheitlich von Muslimen bewohnten Kaschmirs, gemacht worden. Dabei ging es vor allem um angebliche Versprechen von Geldspenden an Neuchristen, die sich taufen lassen, um sie zum Glaubenswechsel zu bewegen.  Wir erinnern uns: sog. „Zwangskonversionen“ sind in Indien strafbar. Bischof Samantaroy sagt, dass diese Vorwürfe „grundlos und falsch“ seien.

Karte von Indien

Indien

Der Großmufti glaubte sich im Besitz eines Videos, dass die Zwangskonversionen beweisen sollen. Nach Angaben verschiedener Medien soll darauf aber lediglich eine Taufzeremonie in Pastor Chanders Kirche zu sehen sein.  Der Polizeipräsident von Ost-Srinagar, Scheich Zulfkar Assad, spricht hingegen von „bestimmten Beweisen“ für das „Locken“ der sieben Täuflinge zum Christentum, blieb aber die Vorlage derselben schuldig. Die Täuflinge selbst haben gegenüber der Polizei jede Art von äußerem Druck oder von „Verlockungen“ verneint. Nach Medienberichten sind die Konvertiten bei den Befragungen sogar unter Schlägen nicht von dieser Version abgerückt.

Die Anwaltskammer von Kaschmir hatte in der Folge der Verhaftung des Gottesmannes dazu aufgerufen, diesen nicht zu verteidigen. Die „Allerheiligen“-Kirche des Pastors musste schließlich einen Anwalt aus der Region Jammu, die mehrheitlich von Hindus bewohnt wird, da kein anderer, kaschmirischer Anwalt bereit war, dieses Mandat zu übernehmen. Als ob das noch nicht schlimm genug wäre, haben sogar Mitglieder der Anwaltskammer zweimal die Kautionsanhörungen für Pastor Khanna durch Proteste im Saal massiv gestört (am 27. und 28. November 2011). Diese musste daraufhin verschoben werden.

Heute soll der anglikanische Geistliche, der auch Diabetiker ist und selbstverständlich im Gefängnis nicht ordentlich medizinisch versorgt wurde, auf Kaution freigelassen werden. Seine Familie erwartet seine Rückkehr. Sajan K. George vom „Global Council of Indian Christians“ (GCIC) appelliert ebenfalls an die staatlichen Behörden, die Sicherheit Pastor Channas in seiner relativen Freiheit sicherzustellen. Er erinnerte dabei an den Fall des ehemaligen CGIC-Koordinators für Kaschmir, Bashir Tantray, der im Jahre 2006 am hellichten Tage vor dem Hause seines Vaters erschossen worden war.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE SICHERHEIT VON PASTOR CHANDER KHANNA UND SEINER FAMILIE (seiner Frau Kanta und seines Sohnes Nathan). DIE UMSTÄNDE DES FALLES GEBEN ZU SCHLIMMSTEN BEFÜRCHTUNGEN ANLASS.

(Quellen: „the persecution times“ vom 23. November 2011 und „asia news“ vom 30. November 2011)

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Ein Gedanke zu “Indien: Pastor Khanna kommt auf Kaution frei.

  1. Es ist fast unglaublich, mit welcher Boshaftigkeit und Dreistigkeit im Falle dieses Pastors vorgegangen wird. Da werden Vorwürfe von einer islamischen Autorität erfunden, die Polizei, als williger Komplize steigt in die Verfolgung mit ein und verhaftet den Mann, die Anwaltskammer weigert sich, ihn zu verteidigen und versucht, die Kautions-Anhörung zu blockieren. Die Verhältnisse im Kaschmir sind offensichtlich denen in einem wirklichen Rechtsstaat diametral entgegengesetzt. Es herrscht Willkür und das „Recht des Stärkeren“, was in diesem Falle die muslimische Bevölkerungsmehrheit bedeutet. Man muss froh sein, das Pastor Khanna überhaupt freigekommen ist. Aber eben nur auf Kaution, was bedeutet, dass ein Damokles-Schwert weiter über seinem Haupte hängt, welches dieser Großmufti dahingehängt hat mit seinen Lügen. Das kennen wir schon aus dem Iran, wo die Behörden, je nach Lust, Laune und Intensität der Christenverfolgung, diese Christen dann ihre Haftstrafen antreten lässt.
    Wo ist Amnesty International, wo sind die immer so um Menschenrechte besorgten Grünen oder diverse NGOs und Kirchengemeinden, die sich in Scharen auf die Straßen begeben, um für die Sicherheit und Freiheit Chander Khannas zu demonstrieren ??????

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