USA: katholischer Kardinal sieht kommende Christenverfolgung

In ungewöhnlicher Schärfe hat der US-Kurienkardinal Raymond Leo Burke auf vermeintliche, massive Säkularisierungstendenzen in den Vereinigten Staaten reagiert.

Der Kurienkardinal, Präfekt der Apostolischen Signatur, wird mit dem Ausspruch zitiert, wenn „dies alles“ so weitergehe, werde es dazu kommen, dass die Kirche „dafür angeklagt wird, dass sie ihre Lehre vertritt“. Als Beispiel nannte er die Sexuallehre der katholischen Kirche, die nicht nur mehr öffentlich verächtlich gemacht werde, sondern über kurz oder lang zu juristischer Rechtfertigung vor weltlichen Gerichtshöfen gezwungen werde. In den USA herrschte, so Burke, eine „Kultur des Säkularismus“, welcher inzwischen die Existenz der Kirche als solches bedrohe.

Gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur CNA sagte er weiter auf die Frage, ob er die Gefahr sähe, dass katholische Christen bald in den USA wegen ihrer Glaubensüberzeugungen ins Gefängnis kommen würden: „Ich kann mir vorstellen, dass das passiert.“ Weiterhin kritisierte er verschiedene Politiker wegen ihrer inkonsequenten Haltung zu Schlüsselfragen der katholischen Lehre. So sei die katholische US-Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius kein gutes Beispiel für andere, weil sie Sterilisation und Verhütung fördere. Ihr Verhalten sei „einfach unverständlich“, weil sie sich nach wie vor zum Katholizismus bekenne. Der Kardinal plädierte dafür, dass Christen „ein starkes Zeugnis ablegen“ und klar sagen, „was für uns gut oder schlecht ist, sowohl für uns als Individuen wie auch für uns als Gesellschaft“.

Vielleicht hätte Kardinal Burke seinen Blick auf Großbritannien richten sollen, denn die Verhältnisse dort sind für bekennende Christen bereits deutlich schwieriger als in den USA.  Dort wird ein Arzt (Dr. Richard Scott), der mit einem Patienten auf dessen Nachfrage über seinen Glauben sprach, jetzt von der eigenen Ständevertretung gerügt und seine Reputation in Gefahr gebracht. Ein Ehepaar, das ein „bed and breakfast“ betreibt, wurde nach dem „Gleichstellungsgesetz“ verurteilt, nachdem es sich aus religiösen Gründen weigerte, einem homosexuellen Paar die Übernachtung im selben Raum zu gestatten. Eine christliche Verkäuferin im duty-free-Bereich des Flughafens London Heathrow wurde entlassen, nachdem sie von islamischen Eiferern gemobbt und belästigt worden war. Die USA haben viele von diesen Dingen wohl noch vor sich. Kardinal Burke sollte sich gemütlich zurücklehnen und die Entchristlichung des öffentlichen Raumes und die juristische Diskriminierung Gläubiger abwarten. Es kann nämlich immer noch schlimmer kommen, wie wir Europäer ja sehr wohl wissen. Wer zu früh „Wolf“ ruft, auf den hört niemand mehr, wenn der Wolf dann wirklich kommt.

(Quelle: „kath.net“ vom 29. November 2011)

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