Pakistan: Bischof und Pastor zur Ausreise gezwungen

Pakistan ist nicht gerade ein Land, in dem es um die Religionsfreiheit gut stünde, das wissen alle, die sich mit dem Thema befassen. Die Hilfsorganisation „open doors“ hat Pakistan auf Platz 11 des aktuellen Weltverfolgungsindex gelistet.

Pakistan

Sollte es eines weiteren Beweises bedurft haben, dass der als „Blasphemieparagraph“ berüchtigte Artikel 295 des Strafgesetzbuches zur aktiven Verfolgung von nichtmuslimischen Minderheiten benutzt wird, dann kommt hier eine neue, traurige und leider wahre Geschichte ans Licht, die sich nahtlos in eine viel zu lange Historie ähnlicher Fälle einreiht.

Schuldig bei Verdacht, der Normalfall in Pakistan 

Bischof Joseph Pervaiz und Pastor George Baber mussten nach Angaben von Pastor Mustaq Gill, dem Vorsitzenden der „Legal Evangelical Association Development“ (LEAD), ins Ausland fliehen, nachdem sie fälschlicherweise der „Blasphemie“ bezichtigt wurden. Über die Definition des Begriffes Blasphemie als solchem will ich an dieser Stelle nicht mehr schreiben, als dass man per definitionem nur gegen den Schöpfergott selbst „Gotteslästerung“ begehen kann, keinesfalls aber gegen einen „Propheten“ oder ein Offenbarungsbuch wie den Koran. Dies wäre höchstenfalls „Herabwürdigung von Glaubensinhalten“ oder wenn es in einer Art und Weise erfolgte, die zu aggressiven Handlungen auffordert, so etwas wie „Anstachelung religiösen Hasses“.

Wie auch immer:  Bischof Pervaiz war in der pakistanischen Punjab – Provinz dafür bekannt, sich für interreligiöse Dialoge, Friedensarbeit und friedliche Beziehungen zu einer großen Zahl religiöser Leiter einzusetzen. Ganz im Geiste Christi trat er dabei verbindlich und freundlich auf. Man sieht, wie es ihm vergolten wurde. Der katholische „fidesdienst“ schreibt dazu:

Bischof Joseph Pervaiz war nach Informationen, die dem Fidesdienst vorliegen, auch Mitglied des „International Peace Council For Interfaith Harmony“ (IPCIH), der von der pakistanischen Regierung finanziell unterstützt wird. Der Vorsitzende des Rates, Jahi Rana Tahir Rehmat, sprach zusammen mit anderen muslimischen Religionsführern die Anschuldigungen aus, mit denen der christliche Religionsvertreter diskreditiert werden sollten. Wie Beobachter berichten sollen die beiden sich unbeliebt gemacht haben, da sie die Gründung weitere Organisation zum Schutz christlicher Gemeinden in Pakistan planten.

So. Es genügt also bereits, sich für den Schutz bedrohter Christengemeinden einzusetzen, um wegen Blasphemie angezeigt zu werden und den Hass der Radikalen auf sich zu ziehen.

 „Wir mussten die Ausreise der beiden Kirchenvertreter organisieren, da diese sich in Lebensgefahr befanden und nun versuchen wir auch ihre Familien an einem sicheren Ort unterzubringen“, so der LEAD-Vorsitzende. „Es ist eine sehr traurige Angelegenheit, die aber leider beispielhaft für die Verfolgung von Christen im Namen des Blasphmie-Paragraphen ist“.

Fassen wir zusammen: ein Mann, der sich im Punjab für „Frieden und interreligiöse Harmonie“ einsetzte, wird verleumdet und mit dem Tode bedroht, weil er Frieden und Harmonie auch für seine eigenen Glaubensgenossen sucht und sich aktiv dafür einsetzen will. Das sagt uns alles, was wir über die Lage in Pakistan wissen müssen. Behalten wir dies im Hinterkopf, wenn auch in unserem Land „interreligöse Dialog“ geführt werden.

Dass solche Todesdrohungen keine „leeren“ Drohungen sind, haben wir übrigens am Fall des in diesem Jahr ermordeten Ministers Shahbaz Bhatti gesehen.  Und über den Fall Asia Bibi brauche ich Ihnen, liebe aufmerksame Leser, wohl nichts mehr zu sagen, da er weltweit bekannt ist.

BITTE BETEN SIE FÜR EINEN WANDEL DES GEISTLICHEN KLIMAS IN PAKISTAN WEG VON INTOLERANZ, LÜGE UND HASS HIN ZU ECHTER VERSTÄNDIGUNG UND GEGENSEITIGEM RESPEKT.

(Quelle: „fidesdienst“ vom 15. November 2011)

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