China: Kirche soll abgerissen werden – illegal ?

In der chinesischen Shandong-Provinz soll eine aus dem 19. Jahrhundert stammende, alte Missionskirche abgerissen werden. Die Gemeinde kündigt harten Widerstand an.

China

Es gibt so manches, das es eigentlich nicht geben dürfte. Beispiel gefällig ? Die 1886 von britischen Missionaren errichtete Kirche (mitsamt drei Nebengebäuden) in Tai´an, Provinz Shandong, soll mit Genehmigung der städtischen Behörden an eine Grundstücksentwicklungsgesellschaft verkauft worden sein. Die Kirchengemeinde, die das Gebäude seit Jahrzehnten nutzt, gehört zur staatliche anerkannten „Drei-Selbst-Bewegung“ und ist somit nicht unbedingt verdächtig, allzu „oppositionell“ dem Staat gegenüberzustehen. Das Gebäude-Ensemble selbst ist im Jahre 1994 zu einer „geschützten, nationalen, historischen Sehenswürdigkeit“ erklärt worden.

Aber all dies hindert aber mittlerweile geldgierige und religiös unsensible, städtische Angestellte nicht mehr daran, Kirchengelände, so sie in strategisch günstiger Lage liegen, an Baufirmen (meist sogar staatliche !) und Entwicklungsgesellschaften zu verkaufen. So auch hier, die Behörden haben einer derartigen Firma bereits die Erlaubnis zum Abriss aller vier Gebäude auf dem Gelände gegeben.

Die betroffene Kirche von Tai´an hat sogar in einem ersten „Angriff“ auf die Bauten schon eine Mauer am Gebäude der ehemaligen, christlichen Schule auf dem Gelände verloren, die von Bauarbeitern niedergerissen wurde. Dabei wurden einige Gemeindemitglieder, die sich vor die Bauarbeiter stellten, niedergeprügelt und verletzt. Aufgebrachte Gemeindemitglieder versuchen nun seit dem 09. November 2011, eine einstweilige Verfügung zu erlangen, die einen Abriss erst einmal aufhalten soll. Ein aus Sicherheitsgründen nicht namentlich genanntes Mitglied der Kirche berichtet von großen Verwirrungen innerhalb und außerhalb der Gemeinde.

Christen der Tai-an Gemeinde

Wenn ich die Quellenlage richtig verstehe, dann ist die Gemeinde uneins über das weitere Vorgehen. Die Gemeindeleitung und Teile der Kirchengemeinde haben wohl schon resigniert und lassen keinerlei „Kampfbereitschaft“ für ihre geistliche Heimat erkennen.  Andere Gemeindemitglieder jedoch, die bereit sind, sich notfalls auch mit spektakulären Aktionen („Wir werfen uns vor die Bagger etc.“) für die Kirche einzusetzen, werden mittlerweile wohl sogar verfolgt und leben im halblegalen Untergrund. Ihr Aufschrei lautet

Die Grundentwicklungsgesellschaft und die Behörden suchen überall nach uns. Einem Bruder wurde der Internetzugang und das Handy gesperrt. Jemand warf uns vom Kirchengelände und ich habe mich hier und da versteckt, um jeden zu informieren

Wir haben keine Angst zu sterben, aber wir müssen jeden darüber informieren. Betet für uns !

So lautet ein Teil eines Internet-Postings, das „China – Aid“ am 08. November 2011 zugänglich wurde. Bereits vor einem Jahr, am 16. November 2010, hatten sich 40 Gemeindemitglieder zum ersten Male vor die anrückenden Baufahrzeuge gestellt und in der Folge wurde am 20. November 2010 ein weiterer „Angriff“ der Bagger durch Gemeindeälteste gestoppt, die sich vor jedes anrückende Fahrzeug stellten.

BITTE BETEN SIE FÜR EINE FRIEDLICHE LÖSUNG DES INTERESSENKONFLIKTS IN TAI´AN. BITTEN SIE DEN SCHÖPFER UM WEISHEIT FÜR ALLE BETEILIGTEN.

(Quelle: „china aid“ vom 14. November 2011)

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