Indien: der Ton verschärft sich …

In Indien hat sich jetzt erstmalig ein prominenter, politischer Aktivist dafür ausgesprochen, alle, die Hindus zu anderen Religionen hinführen zu „enthaupten“. 

Karte von Indien

Indien

Vermutlich meint Pravien Togadia dies tatsächlich wörtlich, wenn er sich auf einer mehrtägigen, hinduistischen Massenversammlung dafür einsetzt, dass entsprechende Gesetze in seinem Land erlassen werden sollten.

Wir stellen fest: die Verfassung Indiens gibt allen seinen Bürgern das Recht, ihren Glauben selbst zu wählen, ihn nach eigenem Gutdünken zu leben und auch weiterzugeben an andere Personen. Nur das gewaltsame Konvertieren, also die mit Erpressung oder echter, physischer Bedrohung erzwungene Hinwendung zu irgendeinem Glauben ist auf dem Subkontinent, der ca. 1,2 Milliarden Menschen eine Heimat ist, illegal.

Pravien Togadia nun, der Generalsekretär der extremistischen, Hinduistischen Sammelbewegung „Vishwa Hindu Parishad“ wünschte sich auf einer Rede vor großer Zuhörerzahl in Ahmadabad auf einem „Akhil Bharatiya Dharmaprasar Karykarta Sammelan“ genannten Kongress nun eine Verfassungsänderung, um alle, die Hindus von ihrem Glauben abbringen „köpfen zu können“. Für Bruder Cedric Prakash, Jesuit und Direktor des in Ahmadabad ansässigen „Zentrums für Menschenrechte, Gerechtigkeit und Frieden“ sagte dazu:

Das, was Togadia sagte, ist nicht ganz neu für uns. Seine Worte richten sich ganz offensichtlich gegen den Geist der Freiheit, der von der Verfassung Indiens beschützt wird.

Sajan K. George, der Generalsekretär des „Global Council of Indian Christians“ (GCIC) erklärt die Zusammenhänge derart:

Gewalt und anderer Missbrauch, auf die Minderheiten im Lande gerichtet, sind Teil einer konzertierten Kampagne dieser Hindu-Suprematsgruppen (deren Leiterschaft sich aus Oberkasten-Hindus rekrutiert), um kommunale Spannungen anzuheizen, damit sie sich so an den wirtschaftlichen und politischen Schalthebeln bleiben können.

Togadia sei laut Sajan K. George auch schon länger für solch gefährliches Zündeln bekannt. So verteile seine Organisation seit längerem kleine Broschüren an örtliche Einflussträger, in denen sich dazu aufgefordert werden, „wachsam“ für die Bestrebungen der Christen und anderer Minderheiten zu sein und sich auf gewaltsame Auseinandersetzungen vorzubereiten. Man darf wohl mit guten Chancen erahnen, wer wohl mit diesen Gewalttaten beginnen wird, wenn man sich Togadias Rhetorik so anhört, die doch fatal an islamische Hassprediger erinnert.

BITTE BETEN SIE WEITERHIN FÜR FRIEDEN IN INDIEN. WENN SICH MENSCHEN MIT EINER SPRACHE UND ZIELSETZUNG WIE PRAVIEN TOGADIA DORT DURCHSETZEN, DANN SIND WEITERE GEWALTTATEN UND VERTREIBUNGEN DIE LOGISCHE FOLGE.

(Quelle: „asia news“ vom 09. November 2011)

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