Indien: Pastor wird vor „Schariagericht“ gezerrt. Polizei stellt ihn de facto unter Hausarrest

Die Einheit der Christenverfolger zwischen Hindus und Muslimen wurde noch selten so deutlich wie im Fall des im indischen Teil Kaschmirs unter Verdacht der „Zwangskonversion“ geratenen Pastors Chander Khanna. 

Karte von Indien

Indien

Die Polizei in Srinagar hat Beschwerden über den Leiter der „Allerheiligen“-Kirche, Pastor Chander Khanna, erhalten, er würde Menschen zur Konversion zum Christentum ermutigen. Die mehrheitlich muslimische Bevölkerung dieses indischen Bundesstaates legt offensichtlich die Anti-Zwangskonversions-Gesetzgebung Indiens ähnlich wie ihre hinduistischen „Brüder im Geiste“ aus, die versuchen, diese Rechtsvorschriften zu Waffen im Kampf gegen den Glauben an Christus zu machen. Christen sind gehalten, das Evangelium zu verkünden und es auch in der Art zu leben, dass Menschen gewillt sind, ebenfalls Christus zu folgen.

Zwangskonversionen sind in Indien illegal, die freiwillige Glaubenswahl jedoch ausdrücklich durch das geltende Recht geschützt. Nun wollen Kaschmir-Muslime jedoch dieses Recht ad absurdum führen, weil sie vor einem „Scharia-Gericht“ Rechenschaft für die Taufen und Konversionen einzelner Muslime zum Glauben von Pastor Chander verlangen.

Dieser wurde vom Großmufti des Kaschmirtales, namens Bashiruddin, vor ein derartige Tribunal beordert, um dort die Konversionen von jungen Muslimen zum Glauben zu rechtfertigen. In einem Schreiben an den Gottesmann wird der Pastor „persönlich verantwortlich“ gemacht für die „Folgen“, die es haben könne, falls er seine „Verwicklung“ in diese Glaubensübertritte nicht erklären könne. Hier wird wieder einmal recht offensichtlich mit gewaltsamen Protesten und Kirchenstürmungen, also mit Gewalt gegen Christen, gedroht. Denn im Brief heisst es weiter:

Großangelegte Probleme mit der öffentlichen Ordnung sind im ganzen Bundesstaat zu erwarten, wenn die beklagenswerte Praxis des Gebrauchs von Motivation und Anreizen um junge, kaschmirische Menschen zum Abschwören ihres Glaubens zu bringen, bekannt wird.

Auch hier ist wieder der unheilige Zweiklang von falschen Behauptungen bezüglich „Anreizen“ (was zur Anklage der Zwangskonversion führen soll) und indirekten Drohungen von „Problemen mit der öffentlichen Ordnung“, was ein Euphemismus für Gewalt und muslimische Krawalle ist. Der Großmufti Baschiruddin will angeblich Videos davon haben, wie Pastor Chander Menschen bekehrt. Er ließ verlauten:

Es ist eine Angelegenheit von größter Besorgnis, dass christliche Missionare hier eine organisierte und kombinierte Kampagne zur Konversion junger kaschmirischer Muslime zum Christentum durchführen.

Wenn Muslime Menschen „zum Paradies“ einladen, darf jedoch niemand besorgt sein. Seltsam. In jedem Falle hat der Bischof von Amritsar, Pradeep Kumar Samantaroy, die Vorwürfe zurückgewiesen. In einer Stellungnahme zu dem Bedrohungszenario durch den Großmufti sagte er bezüglich einiger von den Muslimen kritisierten Glaubenswechseln:

Ich habe persönlich die Fälle überprüft. Die Betroffenen kamen über mehr als ein Jahr regelmässig zur Kirche und baten selbst um Teilnahme an der Taufe. Die Gründerväter Indiens sicherten jedem Bürger dieses Landes den freien Willen zur Glaubenswahl zu. Und wenn jemand im freien Willen vom Recht der Wahl des Glaubens Gebraucht macht, ist dies ihr oder sein verfassungsmässiges Recht.

Nun, die Scharia schert sich nicht um Verfassungen, das kennen wir ja auch aus Deutschland, wo längst eine Paralleljustiz für Muslime existiert. (Buch: „Richter ohne Gesetz“, Econ Verlag) Vielleicht sollte der Bischof sich über die Natur der Gegner unseres Glaubens ein wenig besser informieren.
Bischof Samantaroy hat jedenfalls ebenso alle gegen Pastor Khanna gerichteten Vorwürfe als „falsch und unbegründet“ zurückgewiesen:

Diese Vorwürfe sind konstruiert und wir haben weder das Geld noch die materiellen Anreize, um sie jemandem mit Interesse an der Taufe anzubieten. Unsere Schulen und Krankenhäuser dienen den Menschen im Kaschmirtal seit über einhundert Jahren. Wenn also Konversionen unser vorrangiges Ziel wären, warum ist dann die Christengemeinde in Kaschmir noch immer so klein ? Und wenn jemand Muslim werden will, gäbe es dann auch diesen Aufschrei ? Warum also wird dieses Thema aufgebracht ?

Von der Polizei wurde unterdessen bekannt, dass sie Pastor Chander Khanna dazu aufgefordert haben, nicht zu verreisen und sich an seiner Residenz aufzuhalten. De facto bedeutet dass, er steht unter Hausarrest. Jedoch ist seitdem weder Anklage erhoben noch sonst eine „offizielle“ Kommunikation mit ihm erfolgt.

BITTE BETEN SIE FÜR PASTOR CHANDER KHANNA UND DIE KLEINE CHRISTENGEMEINDE IN KASCHMIR. IHRER GEDULD UND IHRER STANDHAFTIGKEIT IST ES ZU DANKEN, DASS DAS EVANGELIUM AUCH IN DIESER REGION NOCH NICHT AUSGELÖSCHT IST.

(Quelle: „asia news“ vom 08. November 2011)

 

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