Ägypten: Land der „Gespenster“ !

In einem Bericht der nationalen Menschenrechtskomission Ägyptens, der heute veröffentlicht wurde, wird das Militär von allen Vorwürfen der Komplizenschaft an den Massakern vor dem Masbiro am 09. Oktober 2011 freigesprochen. 

Ägypten

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Stattdessen werden in dem Bericht wieder einmal die bereits zur Genüge bekannten „unbekannten Provokateure von außerhalb“ für die Schüsse und Gewalttaten dieses Tages verantwortlich gemacht. Wie es dann also zu den mittlerweile bestätigen mindestens 28 Toten und mehr als 200 Verletzten gekommen ist, vermag dieser Bericht nicht aufzuklären. So wird zum Beispiel kein Wort über die in den bekannten Videos gezeigten Militärtransporter gesagt, die offensichtlich gezielt in die Demonstraten hineinfahren und sie niederwalzen und überfahren. Nicht näher benannte „Gruppen von außen“ hätten die Geschosse abgefeuert. Diese Bezeichnungen kennen wir ja bereits von dem Bombenattentat am Neujahrstag auf eine Kirche in Alexandria. Auch dort hatte ein Untersuchungsbericht „außerägyptische Kräfte“ für die Autobombe verantwortlich gemacht, der Dutzende Menschen zum Opfer vielen. Nur, dass diese außerägyptischen Kräfte oder „Gruppen von außen“  eben niemals gefunden oder haftbar gemacht werden.

Auch die Augenzeugenberichte, die mehrfach darauf hingewiesen haben, dass auch von den Uniformierten nicht nur mit Tränengas geschossen worden sei, werden hier geflissentlich ignoriert. Überhaupt sei der Bericht, wenn man Menschenrechtsaktivisten aus dem Lande glauben darf, extrem arm an Fakten und Details, weshalb der Verdacht, mit diesem Dokument solle nur das Militär „reingewaschen“ werden, sich nicht von der Hand weisen lässt.

Offensichtlich soll im Vorfeld der ab dem 28. November 2011 in Ägypten stattfindenden Wahlen mit Halbwahrheiten und offenen Lügen der „status quo ante“ in Ägypten präserviert werden, der „Ruhe und Ordnung“ über die Wahrheit setzt und seit den Zeiten Sadats mehr als bekannt ist.

BITTE BETEN SIE WEITERHIN DAFÜR, DASS AUCH IM LAND AM NIL DIE WAHRHEIT UND GERECHTIGKEIT WIEDER EINE CHANCE BEKOMMEN, DAMIT DIE ZAHLENMÄSSIG NOCH IMMER BETRÄCHTLICHE, KOPTISCHE MINDERHEIT DORT EINE ZUKUNFT BEKOMMT.

Bitte beachten Sie auch den Kommentar, den ich diesem Artikel hinzugefügt habe. Danke.

(Quelle: „asianews.it“ vom 03. November 2011)

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2 Gedanken zu “Ägypten: Land der „Gespenster“ !

  1. In Ägypten gibt es offensichtlich „Gespenster“. Nein, keine harmlosen wie „Huih Buh“ oder „Casper“, sondern mörderische, die mit unschöner Regelmässigkeit Christen ermorden. Sobald dann der Staub der Bombenexplosion sich legt oder die Schüsse der Christenmörder verhallt sind, kommt eine „Regierungskomission“ und erklärt den Ägyptern, aber wohl vor allem den ausländischen Medien und Politikern, dass mal wieder „Gruppen von außen“, „außerägyptische Agenten“ etc. für die Attacken verantwortlich seien.
    Diese gebetsmühlenartig vorgetragenen „Haltet-Den-Dieb“-Tiraden sind kaum mehr zu ertragen. Jeder kann es demzufolge gewesen sein, nur nicht die Ägypter, denen tagein, tagaus in ihren Medien die MInderwertigkeit von Christen und Juden eingebläut wird und die schon als Schulkinder lernen, dass jeder „echte“ Ägypter nur ein Muslim sein kann. Wie wahrscheinlich ist das ? Wer mit klarem Verstand und ohne Rücksicht auf die „Ausgewogenheit“ seiner Ansichten auf Ägypten schaut, dem kann für die „Märtyrerkirche“ der Kopten Angst und Bange werden, wenn nach dem 28. November 2011 auch in Ägypten die Islamisten die stärkste politische Kraft sein werden wie in Tunesien.
    Was sollen wir nun also tun ? Beten ! Ja. Auf jeden Fall und permanent und so inbrünstig wir können. Was noch ? Wach sein. Das Thema der Christenverfolgung in unsere Gemeinden tragen und nicht klein beigeben, wenn uns uninformierte „Geschwister“ über den Mund fahren wollen. Was noch ? Bereiten wir uns auf eine Migrationswelle von Kopten vor und heißen wir sie in unserem Land willkommen. Wenn man von den bisher im Lande lebenden koptischen Christen ausgehen kann, werden diese nämlich keine Probleme bei der Integration machen.

  2. Pingback: Gebetsgottesdienst anläßlich des Sechswochenamtes « kopten ohne grenzen

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