China: Staat geht jetzt auch gegen registrierte Kirchen vor

Sie werden es wissen, liebe Leser, die Kirche in China teilt sich hauptsächlich in zwei Richtungen: die staatlich anerkannten Kirchen („3-Selbst-Bewegung“ etc.) und die nicht offiziell anerkannten Hauskirchen. 

China

Nun war es bislang so, dass die Hauskirchen – Bewegung die schlimmsten Fälle staatlicher Repression erleben musste. Die Shouwang – Gemeinde in Peking z. Bsp. muss seit über einem halben Jahr im Freien Gottesdienst feiern (wir berichteten), weil sich potentielle Vermieter von Räumlichkeiten weigern, Verträge mit ihr zu machen. Eine Christengemeinde, die gegen Repressionen und Verbote klagen wollte, bekam vom „Volksgericht“ ihre Klage abgewiesen. Ein studentischer Bibelkreis wurde unlängst verboten und seine Besitztümer wurden beschlagnahmt.

All dies ist eigentlich im „Reich der Mitte“ gar nichts Ungewöhnliches und dennoch sollten wir uns hüten, uns daran zu gewöhnen.  Aber wer sich mit der Materie befasst, erwartet irgendwie, dass private Bibelkreise und Hauskirchen ein schweres Leben in China haben. „Glaube wächst auch in Verfolgung“, wie es so schön heisst. Dann habe ich jetzt auch eine „gute“ Nachricht für die angeblich respektierten, staatlich registrierten Kirchen Chinas: auch ihr seid nicht mehr „tabu“.

Am 09. September 2011 wurde die Predigerin Liu Xiuying von der Chazhuang-Gemeinde in der Shandong-Provinz, Region Liangshan, von den Behörden für fünf Tage in sog. „administrative Haft“ genommen. Warum ? Darüber müssen wir spekulieren. Vermutlich reichte es aus, dass sie Gebetstreffen abhielt und predigte. Liu Xiuying bekehrte sich im Jahre 1986 und hat zwanzig Jahre später die notwendigen Qualifikationen und Genehmigungen erworben, um im Rahmen der Chazhuang-Kirche das Evangelium predigen zu dürfen.

Bereits am 29. Mai 2011 wurde ein von ihr geleitetes Gebetstreffen von Angehörigen der Liangshan-Polizei und des „Büros für religiöse Angelegenheiten“  gestürmt und die Anwesenden erkennungsdienstlich erfasst. Liu wurde dabei von der Polizei auf die Wache mitgenommen und dort befragt. Die vernehmenden Beamten verspotteten sie während der Befragung und machten sich über ihren Glauben lustig. Aber damit ließ man es nicht genug sein. In den kommenden Monaten wurde Liu Xiuying immer wieder von der Polizei befragt und sie an der Ausübung ihrer Tätigkeit als Predigerin gehindert.

Die staatlich registrierten Kirchen der Liangshan-Region stellten mittlerweile Schwester Liu ein Zertifikat aus, dass noch einmal bekräftigt, dass sie eine anerkannte Predigerin ist, die im Auftrage der Kirche handelt und auch sonst „eine gesetzestreue Bürgerin“ sei. Sie engagierte daraufhin einen Pekinger Anwalt, der ihre Interessen gegenüber den Behörden wahrnehmen sollte. Dieser strengte in ihrem Namen am 21. Oktober 2011 eine Klage wegen illegaler Vorgehensweise gegen die Polizei vor dem Volksgericht von Liangshan an. Diese Klage wurde auch bereits schriftlich akzeptiert, aber ein Verhandlungstermin steht noch aus.

BITTE BETEN SIE FÜR LIU XIUYING UND ALLE ANDEREN CHRISTEN, DIE SICH STAATLICHER REPRESSIONEN AUSGESETZT SEHEN. BITTEN SIE DEN VATER DOCH AUCH DARUM, DASS DIE CHINESISCHEN BEHÖRDEN EINSEHEN, WIE GUT DIE BOTSCHAFT VOM EVANGELIUM IHREN LANDSLEUTEN TUT.

(Quelle: „china aid“ vom 28. Oktober 2011)

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