Europa/Ägypten: EVP-Fraktion fordert Religionsfreiheit in Ägypten

Die Christdemokraten im Europäischen Parlament (EVP) haben am Donnerstag, den 27. Oktober 2011, ihre Besorgnis über die Lage in Ägypten im Straßburger Parlament geäußert.

Ägypten

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Die neue Verfassung müsse noch vor den voraussichtlich im November anstehenden Wahlen beschlossen werden, Konversionen zum Christentum dürften nicht mehr unter Strafe gestellt werden und es müsse die Entfernung von Religionsangaben aus offiziellen Dokumenten wie Personalausweisen erfolgen, forderte die EVP, wie der EVP-Vizepräsident im Europaparlament, Othmar Karas, in einer Aussendung betont.

 „Freiheit und Demokratie für Ägypten bedeuten Trennung von Staat und Religion sowie Religionsfreiheit“, sagte Karas demnach im EU-Parlament anlässlich des Beschlusses einer Resolution zur Lage in Ägypten und Syrien.

Die Resolution legt ein besonderes Augenmerk auf die Situation der christlichen Minderheiten in diesen Ländern, wozu die ägyptischen Kopten und die syrisch-orthodoxen Christen gehören.

„Die freie Wahl und Ausübung der Religion ist ein Grundrecht des Menschen. Die Religionsfreiheit ist auch ein Indikator, wie ernst es ein Land mit den Menschenrechten überhaupt meint. Die neue ägyptische Verfassung muss die UN-Menschenrechtscharta wahren und explizit die Religionsfreiheit festschreiben“, so Karas.

Der ÖVP-Parlamentarier forderte, die Arbeiten an der neuen ägyptischen Verfassung noch vor den ersten freien Wahlen abzuschließen. Die christliche Minderheit in Ägypten, die Kopten, sieht sich immer wieder massiven Diskriminierungen, körperlichen Attacken und anderen Repressalien ausgesetzt. Noch Anfang Oktober forderten religiös motivierte Ausschreitungen, die von den Kopten nicht provoziert worden waren, in Kairo mehr als 30 Tote und fast 350 Verletzte.

Karas forderte einen stärkeren Einsatz der Behörden in Ägypten für die Religionsfreiheit:

„Die Behörden müssen die Sicherheit und Freiheit aller religiösen und ethnischen Minderheiten sicherstellen. Schon in der alten Verfassung galt theoretisch die Religionsfreiheit. In der Realität war dieser Artikel aber nicht viel wert. Das muss sich jetzt ändern.“

Weiters wies Karas auf die Vorbildwirkung Ägyptens hin:

„Als das bei weitem größte Land in der Arabischen Liga schaut die ganze arabische Welt auf Ägypten. Wenn Ägypten Demokratisierung und Menschenrechte glaubwürdig umsetzt, ist das der entscheidende Schritt für die Transformation der gesamten Region.“

Eine These, die angesichts der Wahlergebnisse zur Verfassunggebenden Versammlung in Tunesien auch bezweifelt werden darf. Die Islamisten sind in allen Ländern der „Arabellion“ auf dem Vormarsch und deren Ziel ist keinesfalls die Demokratisierung ihrer Ländern, sondern am Ende ein Kalifat mit strenger Auslegung der Scharia.

Die EU-Abgeordneten forderten am Donnerstag auch eine Untersuchung der jüngsten antikoptischen Ausschreitungen und Todesfälle am Masbiro in Kairo. Gleichzeitig sollen auch neue Konditionen für den Verkauf von Waffen an Ägypten festgelegt werden, um sicherzustellen, dass diese nicht gegen Zivilisten eingesetzt werden können. Es sei Aufgabe der EU-Außenministerin Catherine Ashton, diesen Anforderungen für die Zusammenarbeit mit dem neuem Ägypten Geltung zu verschaffen, sagte Karas.

BITTE BETEN AUCH SIE DAFÜR, DASS EUROPA, DAMIT AUCH DEUTSCHLAND, SEHR AUFMERKSAM UND OHNE FALSCHE ILLUSIONEN DIE MENSCHENRECHTSLAGE IN DEN NORDAFRIKANISCHEN LÄNDERN DER „ARABELLION“ BEOBACHTET. WIR DÜRFEN DIE CHRISTLICHEN MINDERHEITEN IN NAHOST NICHT OHNE UNTERSTÜTZUNG IM GEBET UND ANDERWEITIG LASSEN.

(Quelle: „kopten.at“ vom 28. Oktober 2011)

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