China: Hauskirche will Behörde verklagen – Abgewiesen !

Aus China berichten wir fast ausschließlich über die Unterdrückung der Hauskirchen. Nun hatte eine dieser Gemeinden eine gute Idee … und erntete die erwarteten Konsequenzen.

China

Am 24. Juni 2011 ist in der südwestchinesischen Provinz Sechuan die Shangxi-Hausgemeinde in Guangyuan vom „Büro für religiöse Angelegenheiten“ der Region verboten worden. Dem Gemeindeleiter wurde dabei vorgeworfen, „kein richtiger Kleriker“ zu sein, der noch dazu „religiöse Aktivitäten“ an „nicht dafür vorgesehenen Orten“ durchgeführt habe. Normalerweise wäre dies das Ende für die Shangxi-Gemeinde gewesen.

Das Neue an diesem Fall ist jedoch, dass die sehr überraschten und erbosten Mitglieder von Shangxi es nicht dabei bewenden ließen, sondern am 13. September 2011 eine wohlbegründete und durchdachte Petition an die lokalen Behörden weiterreichten, in der sie nachwiesen, dass sie Shangxi-Gemeinde sich immer auf dem Boden der chinesischen Verfassung bewegt habe. Wenige Tage später, am 21. September 2011, reichten drei Mitglieder der Kirche eine Klage beim „Volksgericht“ des Lizhou-Distrikts ein. Diese zielte darauf ab, dass die lokalen Behörden beim Verbot der Shangxi-Gemeinde die legalen Prozeduren missachtet und auf keinerlei nachvollziehbarer, legaler Grundlage gehandelt hätten. Beklagt wurde das „Büro für ethnische und religiöse Angelegenheiten“ des  Lizhou-Distrikts.

Zunächst hatte der Gerichtshof die Klage auch entgegengenommen und den Eingang der Klageschrift am 10. Oktober 2011 auch quittiert. Bereits am folgenden Tag wurde den Klägern mitgeteilt, dass eine erste Anhörung des Falles für den 24. Oktober 2011 angesetzt worden sei. Als die Kläger mit ihren Anwälten an diesem Tag vor Gericht erschienen, wurde ihnen lapidar mitgeteilt, dass die Annahme des Falles schon längst revidiert worden sei. Zunächst einmal müssten die „administrativen Vorgänge“, die zum Verbot der Kirche geführt hätte, untersucht werden.

Wie dem auch immer sei: in einer Art kafkaeskem Bürokraten-Alptraum gefangen, wird sich die Shangxi-Kirche wohl noch länger mit unwilligen Juristen, brutaler Polizei und verbohrten Büro-Hengsten herumärgern müssen. Ihr Widerstand gegen die „administrativen Maßnahmen“ der Behörden ist in jedem Falle dennoch bewundernswert.

BITTE BETEN SIE WEITERHIN FÜR ALLE HAUSKIRCHEN, DIE IN CHINA NICHT FREI UNSEREN GLAUBEN PRAKTIZIEREN KÖNNEN !

(Quelle: „china aid“ vom 26. Oktober 2011)

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