Burma: Armee greift Kirchen an

Im südostasiatischen Burma (Myanmar) hat die Armee jetzt direkte Angriffe auf Kirchen und Gläubige gewagt. Das Militär geht jetzt zum „Genaralangriff“ auf die kirchen der ethnischen Minderheiten im Bundesstaat Kachin über.

Am 16. Oktober 2011 griffen Einheiten des 438. Infanteriebattallions im Dorf Namsan Yang eine katholische Kirche an. Sie stürmten den dort gerade stattfindenden Gottesdienst und eröffneten das Feuer auf die anwesenden Gläubigen und den Priester. Die Gottesdienstbesucher versuchten, sich in der Sakristei zu verstecken, aber dort feuerten die Soldaten ebenfalls auf sie. Ein Mitarbeiter des Priesters, Jangma Awng Li, versuchte, vermittelnd und beruhigend auf die Soldaten einzuwirken, wurde aber unmittelbar mit Gewehrkolben auf den Kopf geprügelt und gegen die Wand gedroschen. Er und vier weitere Männer der Gemeinde wurden im Anschluss in Handschellen abgeführt.

Burma (oder wie die regierende Militärjunta es nennen lässt: Myanmar) ist ein Vielvölkerstaat, in dem verschiedene, asiatische Ethnien zusammenleben. Ab 1962 regierte im Land ein Militärregime, seit März 2011 hat es die Verantwortung offiziell an einen Präsidenten abgegeben, aber noch immer übt es den entscheidenden Einfluss auf die Geschicke des Landes aus. Daran ändert auch die im November 2010 erfolgte Freilassung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi aus dem Hausarrest nichts. Christen stellen in Burma weniger als 10 &% der Bevölkerung und gelten für die Machthaber als eine Mischung aus „Gefährdern der staatlichen Einheit“ und willkommenen Sündenböcken für Miss-Stände im sozialen und politischen Bereich. Mehrheitsreligion in Burma ist der Buddhismus. Religionsfreiheit gibt es de facto keine, die Buddhisten üben den prägenden, kulturellen Einfluss aus, dürfen aber nur so lange agieren, wie sie sich aus der Politik heraushalten.

Die Verfolgung im Dorf  Namsan Yang ging aber noch weiter. Die Soldaten, die von anderen Einheiten unterstützt wurden, pilgerten weiter durch den Ort, feuerten wahllos auf Häuser und Passanten und entdeckten schließlich die örtliche Baptistenkirche, wo sie ihre Gefangenen internierten. Am nächsten Tag wurde schließlich der nördliche Teil des Dorfes angezündet und beide Kirchen zerstört. Dabei wurde ein 19-jähriger Jugendlicher mit Namen Rakhine erschossen, sein Körper verbrannt und dann in einer lokalen Mine entsorgt. Die ebenfalls 19-jährige Maran Kawbu wurde von den Soldaten vergewaltigt, getötet und an einem nahegelegenen Flussufer liegen gelassen. Gerüchten zufolge hätten einige der Gefangenen, die von den Soldaten zu Sklavenarbeit gezwungen worden sind, sich befreien und den Ort verlassen können.

Die Monitorgruppe „christian solidarity worldwide“ berichtet, dass es sich bei diesen Vorkommnissen keinesfalls um Einzelfälle handele. Armee-Einheiten hätten in den letzten Monaten ihre Angriffe auf religiöse und ethnische Minderheiten (wie eben die Kachin) massiv verstärkt, was im Gegensatz zur „Friedensbildungs“-Rhetorik der Militärführung steht.

BITTE VERGESSEN SIE IN IHRER FÜRBITTE NICHT DIE VERFOLGTEN MINDERHEITEN UND DIE GEQUÄLTEN CHRISTEN VON BURMA ! DANKE !

(Quelle: „assist news service“ vom 23. Oktober 2011)

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