Berlin: koptische Christen demonstrierten für Gleichberechtigung

Am Sonntag, den 16. Oktober 2011, zog ein Demonstrationszug aus koptischen Christen, die in Berlin leben und einigen Sympathisanten durch die Berliner Innenstadt. 

Es wurde aus dem traurigen Anlass der schlimmen Gewalttaten vom vorhergehenden Wochenende in Kairo (Artikel siehe hier)  eine Trauer- und Solidaritätskundgebung am „Platz des 18. März“ vor dem Brandenburger Tor vorbereitet. Der koptische Bischof von Deutschland, Anba Damian, führte den Demonstrationszug gemeinsam mit anderen Geistlichen verschiedener „Ost-Kirchen“ und orthodoxer Gemeinden an.

Schon am Versammlungsort, dem Berliner „Lustgarten“ vor dem Berliner Dom herrschte eine entspannte und familiäre Atmosphäre. Das Wetter meinte es auch gut mit den Demonstranten, denn trotz der bereits spürbaren Herbstkälte schien die Sonne auf die Christen herab und bewies so Gottes Segen für diesen Akt der freien Meinungsäußerung, der in diesem Land noch ohne anschließendes Gemetzel stattfinden kann. In Ägypten ist dies aber nicht mehr der Fall, weshalb wir alle daran erinnern mussten, wie das ägyptische Militär unter tatkräftiger Mithilfe von Banditen und Islamisten die Kopten (mund-) tot machen will.

Das Schöne an diesem kleinen, aber motivierten Zug war die Tatsache, dass sich ganz unterschiedliche Christen hier mit den koptisch-orthodoxen Geschwistern solidarisierten. Da waren Katholiken und Protestanten zu sehen, armenische, aramäische und syrisch-orthodoxe Christen.  Am Rande des Zuges über die Straße „Unter den Linden“ ergaben sich zwischen den Teilnehmern viele, gute Gespräche über die Lage der Christen in der islamischen Welt. Eine „Berliner“ Koptin gab mir die unmissverständliche Warnung mit auf den Weg:

Was unseren Leuten in Ägypten passiert, ist nur der Anfang. Wenn es dort nicht aufhört, ist es bald auch hier, bei euch !

Eine andere Aktivistin  wies darauf hin, dass es in Deutschland noch immer zu wenige Menschen gäbe, die sich überhaupt über die Situation der Christen in islamischen Ländern Gedanken machten. Die Dringlichkeit der Situation werde in vielen Kirchen und Gemeinden unterschätzt oder ganz ignoriert.

In jedem Falle war auch zu bemerken, dass erstaunlich wenige Störungen den Demonstrationszug und die abschließende Kundgebung begleiteten. In Berlin, der „Hauptstadt der Atheisten“, muss man immer damit rechnen, dass die freie Meinungsäußerung von „unbequemen“ Themen durch Antifa-Schlägertrupps oder islamische Prügelkommandos unterdrückt wird. Durch die kurzfristige Ankündigung der Demonstration war aber den gewalttätigen Prüglern nicht genügend Zeit gegeben, um sich auf Gegenaktionen vorzubereiten. Die sehr gute Kooperation mit der Berliner Polizei tat ihr Übriges dazu, um für einen sicheren Ablauf zu sorgen.

Bei der Abschlusskundgebung sprachen Geistliche mehrerer Kirchen, die ihre Solidarität ausdrückten. Vorrangig natürlich Bischof Damian, der im Einklang mit anderen Rednern Forderungen an die ägyptische Gesellschaft formulierte, die auf eine komplette Gleichbehandlung aller Nichtmuslime in Ägypten hinauslaufen. Besonders eindrücklich waren die knappen, warmen, verständnisvollen Worte eines serbisch-orthodoxen Priesters, der bekannte, die Situation der Kopten gut zu verstehen.

Ohne einen Schatten auf diese gelungene Veranstaltung werfen zu wollen, war doch leider die geringe Zahl deutscher Sympathisanten, die sich mit den verfolgten Kopten der Märtyrerkirche solidarisierten, zu beklagen. Das mag wohl auch der relativ geringen „Vorlaufszeit“ geschuldet gewesen sein, aber ich persönlich deute es auch als trauriges Zeichen der Ignoranz in EKD, katholischer Kirche und unter Evangelikalen genauso, wenn es um Fragen der Unterdrückung von Christen in der Welt geht. Eine evangelische Teilnehmerin sagte mir wortwörtlich:

In unserer Gemeinde war davon nichts bekannt. Als ich davon erzählt habe, haben alle ganz große Augen gemacht und gestaunt.

Und damit meinte sie nicht nur diese Veranstaltung sondern wohl auch das Phänomen der Christenverfolgung als solches. Der BGVK hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, genau das zu ändern. Nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf und arbeiten Sie bei uns mit, damit sich am Zustand der Ignoranz ganz realen Leides etwas ändert !

BITTE BETEN SIE FÜR ALLE OSTKIRCHEN, FÜR DIE CHRISTEN IN KOMMUNISTISCHEN LÄNDERN UND ANDERNORTS, WO FREIE RELIGIONSAUSÜBUNG NICHT MÖGLICH IST. EHREN SIE IHRE OPFER DURCH GEDENKEN, GEBETE UND GESPRÄCH DARÜBER IN IHRER KIRCHE.

(Quelle: „BGVK“ vom 16. Oktober 2011)

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