Ägypten: Tausende trauern um die Opfer der Ausschreitungen

Am Montag, den 10. Oktober 2011, haben Tausende Ägypter in der St. Markus-Kathedrale in Kairo an einem Trauerfeier für die getöteten Kopten der Ausschreitungen vom Vortag teilgenommen.

Ägypten

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Der koptische Papst Schenuda III. leitete den Gottesdienst persönlich. Bereits vorher hatte er ein dreitägiges Beten und Fasten für die ägyptischen Christen und für „göttliches Eingreifen“ ausgerufen. Bis Montag abend waren nur vier der mehr als 30 Toten zur Beerdigung freigegeben worden. Bevor die Teilnehmer des Gottesdienstes die Kathedrale betraten, marschierten sie vom koptischen Krankenhaus im Stadtteil Rameses Abasseya zum Gotteshaus.

Die koptische Webseite „Kopten ohne Grenzen“ berichtet hochemotional von den Feierlichkeiten. An dieser Seite sei nur dies hier zitiert:

Kein Auge blieb trocken, vor allem während die Särge in den Dom getragen wurden. Jeder wollte die Särge der Märtyrer berühren, damit sie Fürbitten bei Christus für jeden Kopten in dieser Löwengrube einlegen. Denn jeder Kopte glaubt fest daran, dass diese Märtyrer im Himmel weilen.

Der genaue Bericht ist HIER EINZUSEHEN, inklusive Videomaterials. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an das KoG-Team, vor allem Hany Salib und Viktor Elkharat. Noch ein paar Eindrücke von „KoG“:

Seine Exzellenz, Bischof Youannes, Sekretär seiner Heiligkeit, verkündete die Stellungnahme der Heiligen Synode: „Am heutigen Montag, dem 10. Oktober 2011 tagte die Heilige Synode unter dem Vorsitz Seiner Heiligkeit Papst Schenuda. 70 Bischöfe nahmen in der päpstlichen Residenz daran teil. Mit größter Trauer und Erschütterung nahm die heilige Synode das Martyrium von mindestens 24 Kopten auf. Nur vier Märtyrer haben wir frei bekommen. Die restlichen Märtyrer liegen im Leichenhaus, um herauszufinden, wie sie ums Leben kamen. Über 200 Kopten sind schwerverletzt. Wir aber legen einen großen Wert darauf, der ganzen Welt zu versichern, dass der christliche Glaube alle Arten von Gewalt ablehnt. Wir möchten auch darauf aufmerksam machen, dass Fremdlinge sich unter unsere Kinder schlichen und Fehler begingen, deren Konsequenzen unsere Kinder trugen. Die Kopten haben den sicheren Eindruck, dass ihre Probleme sich wiederholen, ohne dass die Täter bestraft werden. Das Gesetz ist nicht mehr Herr der Lage und somit werden diese Probleme nie gelöst. Keine Entscheidungen werden getroffen, um diese Probleme aus der Welt zu schaffen“.

„Darum entschied sich die heilige Synode, die Kopten in der ganzen Welt dazu einzuladen bzw. sie darum zu bitten 3 Tage intensiv zu beten und zu fasten. Ab dem morgigen Dienstag sollen die Kopten in der ganzen Welt beten und fasten, damit unser Herr und Gott unserem Heimatland Ägypten Frieden schenkt“. Legen Sie ihre Gebete und Anliegen vor den Herrn und er wird das Beste für uns machen.

Dem hat der BGVK nichts hinzuzufügen, außer:

BITTE BETEN UND FASTEN AUCH SIE FÜR DIE MÄRTYRER DER KOPTISCHEN KIRCHE, FÜR FRIEDEN IN ÄGYPTEN UND EINE GUTE ZUKUNFT ALLER ÄGYPTER. DAS MAG NICHT VIEL SEIN, WAS WIR TUN KÖNNEN, ABER ES IST DAS MINDESTE, WAS WIR TUN KÖNNEN.

Dietrich Bonhoeffer: „Gebet ersetzt keine Tat, aber das Gebet ist eine Tat, die durch nichts ersetzt werden kann.“

(Quellen: „asia news.it“, „kath.net“ vom 11. Oktober 2011, „Kopten ohne Grenzen“ vom 10. Oktober 2011)

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