Usbekistan: Polizei stürmt baptistischen Gottesdienst, singende Christen mit Maschinenpistolen bedroht

Am 18. September 2011 um 11 Uhr Vormittags haben Polizei-Einheiten den Gottesdienst der baptistischen Gemeinde von Samarkand gestürmt.

Usbekistan

Sie kletterten über einen Zaun, der die Kirche abgrenzt und unterbrachen den laufenden Gottesdienst. Sie filmten alle Anwesenden ohne deren Erlaubnis und wiesen sich auf Nachfrage der Christen auch nicht aus. Gleichzeitig wurde in die Privaträume der Familie Nemirow, die ebenfalls auf dem Gelände der Kirche wohnt, eingebrochen. Nachdem die Personalien aller Anwesenden aufgenommen waren, wurden sechs von ihnen (Namen sind alle bekannt) für Befragungen zur Polizeiwache mitgenommen. Nach vier Stunden wurden alle wieder entlassen, aber gegen Alisher Abdulajew wird ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das geltende Strafrecht eingeleitet werden.

Hier ist ein weiteres, praktisches Beispiel für die „legale Verfolgung“ zu erkennen, die ich in einem meiner letzten Artikel unter die Lupe genommen habe. (HIER NACHZULESEN) Vermutlich ist die ganze Aktion „streng legal“ abgelaufen, zumal die baptistischen Kirchen Zentralasiens alle „unregistriert“ sind.

Abdulajew wurde jedenfalls am 03. Oktober 2011 vom Richter Arif Pardajew am Strafgerichtshof von Samarkand zum 60-fachen des monatlichen Mindestlohns wegen „Abhalten einer illegalen, religiösen Zeremonie“ und „illegalem Lehren von Kindern in Religion“ verurteilt. Artikel 240, Absatz 1 des Strafgesetzbuches Usbekistans gab ihm die entsprechende Ermächtigung dazu.

Haben Sie noch „Lust“ auf eine weitere absurde Episode aus dem „schönen Usbekistan“ ? Dann habe ich da noch eine Geschichte aus Taschkent für Sie. Nennen wir sie einmal „Hört auf zu singen, oder sterbt“.

Am 25. September 2011 wurden fünf baptistische Christinnen in Taschkent, Distrikt Mirabad, verhaftet. Alles fängt damit an, dass Christen in ein Krankenhaus gehen. Zwei von Ihnen, Mariya Kim und Larissa Permjakowa, saßen im Aufenthaltsraum des Krankenhauses, als sie von zwei Männern in Zivilkleidung belästigt und befragt wurden. Vermutlich weil sie ein Neues Testament auf Kasachisch bei sich führten. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei den Männern um Angehörige des Inlandsgeheimdienstes NSS handelte. Eine Stunde später, gegen 17.00 Uhr kamen ihre Freundinnen Natalja Belan mitsamt Tochter und Lidia Gusewa hinzu. Sie wollten einen Freund im Krankenhaus besuchen. Alle wurden vom Fleck weg verhaftet und zur Polizeistation von Mirabad gebracht und dort im eiskalten Hof bis fast um Mitternacht alleingelassen.

Als sich die Nachricht von der Verhaftung der Frauen herumsprach, kamen schließlich einige ihrer Geschwister aus der Gemeinde zur Polizeiwache, um die Freilassung der Inhaftierten zu fordern. Als man ihnen mitteilte, dass daraus nichts werden würde, begannen die Christen Hymnen zum Lob Gottes zu singen. Ein eklatanter Unterschied zu aufgeputschten Massen anderer Religionen. (Wen erinnert diese Szene nicht an „Quo vadis“ und den erstaunten Kaiser Nero der sagt „Die singen ja !“ als Christen an die Löwen verfüttert werden.)

Aber dieser Gesang muss die Polizisten von Mirabad dermaßen irritiert haben, dass sie automatische Waffen auf die Versammlung richteten und damit drohten, entweder alle zu verhaften oder in die Menge zu feuern. Das Motto hieß wortwörtlich:

Hört auf zu singen oder sterbt !

Das klingt irgendwie, als ob sich seit den Zeiten der Urchristen-Verfolgung unter Nero nichts, aber auch gar nichts geändert hätte. Was meinen Sie, liebe Leser ?

In jedem Falle wurden Permjakowa, Gusewa und Belan zu je dem 50 – fachen des usbekischen Mindestlohns als Strafe wegen „illegalem Lagern, Produzieren, Importieren oder Verteilen von religiösen Materialien“ (Art. 184, Abs. 2 Strafgesetzbuch Usbekistans), wegen „Verletzung des Religionsgesetzes“ (Art. 240, Abs. 2) und „Verletzung der Vorschriften für das Lehren von Religionen“ (Art. 241) verurteilt. Der genaue Anlass für die Verhaftung und Verurteilung ist unklar. Gegenüber der Watchgroup „Forum 18“ wollten sich Vertreter des Gerichts in Mirabad und auch Vertreter der Polizei nicht äußern.

Aber, wie ich bereits mehrfach ausgeführt habe, es braucht auch gar keinen wirklichen Verstoß gegen die Strafgesetze des Landes, wenn der Staat Christen einschüchtern will. Es genügt einfach, dass die Frauen Baptistinnen sind, um sie zur Zielscheibe derartiger „legaler“ Aktionen zu machen.

BITTE BETEN SIE FÜR USBEKISTAN. DER EINFLUSS DES BÖSEN WIRD DORT IMMER DEUTLICHER SPÜRBAR FÜR ECHTE GLÄUBIGE. BITTEN SIE DEN HIMMLISCHEN VATER UM VERSTAND BEI LEGISLATIVEN UND EXEKUTIVEN ORGANEN DES STAATES, DAMIT CHRISTEN IN FRIEDEN LEBEN KÖNNEN.

(Quelle: „Forum18“ vom 05. Oktober 2011)

Advertisements

Ein Gedanke zu “Usbekistan: Polizei stürmt baptistischen Gottesdienst, singende Christen mit Maschinenpistolen bedroht

  1. Pingback: Christenverfolgung in islamischen Ländern nicht tolerieren « kopten ohne grenzen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s