Ägypten: Militär löst Koptendemo gewaltsam auf

Hunderte aufgebrachter Kopten haben am späten Dienstagabend, den 04. Oktober 2011, wieder für ihre Gleichberechtigung demonstriert.

Ägypten

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In Kairo, vor dem Masbiro-Gebäude des staatlichen Fernsehens, versammelten sich Hunderte Kopten und ihre Sympathisanten, um ein weiteres sit-in abzuhalten. Aufgebracht über die jüngst bekanntgewordenen Angriffe auf Kirchen in Oberägypten (wir berichteten, bitte lesen Sie es nach in der Rubrik „Ägypten“) wollten sie ein weiteres Mal für die Einhaltung ihrer Bürgerrechte demonstrieren, die ihnen im postrevolutionären Ägypten immer offener verwehrt werden.

Die Stimmung im Volk, das ohnehin durch christenfeindliche Berichterstattung in den Medien und durch christenfeindliche Lektüre in den Schulen ohnehin seit Jahrzehnten extrem von Voreingenommenheit geprägt ist, wird nun, nach dem Machtverlust des „Systems Mubarrak“ durch Salafisten und Muslimbrüder immer mehr gegen alle Nichtmuslime aufgeheizt. Übergriffe wie die von El-Marinab und Elmadmar (und viele, viele andere, für die diese Orte hier einmal als Beispiel herhalten sollen), passieren beinahe täglich im Land am Nil und werden mit „souveräner“ Ignoranz durch die europäischen Massenmedien übersehen.

Nicht so beim BGVK, der solche Dinge registriert und im Blog dokumentiert. Als Warnung, als „Menetekel“ für die desinteressierten Kirchen in Deutschland, als Information und Anregung zum „Selbernachdenken“ für jeden Christen im Lande.

Der ursprüngliche Demonstrationszug der Kopten ging vom koptisch dominierten Stadtteil Shubra am Gebäude des Obersten Gerichtshofes vorbei zum Masbiro, dem Haus des staatlichen Fernsehens. Sie forderten gleiche Rechte, einen Schutz von ALLEN Gebetsstätten in Ägypten und die Ablösung des Gouverneurs von Assuan durch den regierenden Miltärrat Ägpytens. Dieser hatte nämlich in einem TV-Interview am davorgehenden Wochenende höhnische Bemerkungen über die Vorgänge in El-Marinab (nachzulesen HIER im Blog des BGVK) gemacht und dabei offene Lügen über die Besitz- und Rechtsverhältnisse der örtlichen Kirche gestützt.

Das vor dem Masbiro beabsichtigte sit-in wurde jedoch durch Militär- und Polizeieinheiten unter Einsatz von Gewalt verhindert. Augenzeugen sprechen von Dutzenden Verletzten, die in diversen Ambulanzen abtransportiert worden sein sollen. Ebenso gehen Gerüchte von Verhaftungen um, obwohl Medien berichten, dass die Militärregierung keinerlei Inhaftierungen bestätigen mag.

BITTE BETEN SIE WEITER FÜR FRIEDEN IN ÄGYPTEN. VOR UND NACH DEN KOMMENDEN WAHLEN BRAUCHT DAS VOLK AM NIL, KOPTEN UND NICHTCHRISTEN GLEICHERMASSEN, FRIEDEN, SICHERHEIT UND SELBSTBESTIMMUNG.

(Quelle: „ahram online“ vom 05. Oktober 2011)

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3 Gedanken zu “Ägypten: Militär löst Koptendemo gewaltsam auf

  1. Pingback: Christenverfolgung in islamischen Ländern nicht tolerieren « kopten ohne grenzen

    • Nun, soweit möchte ich nicht gehen, derartige Verhältnisse in unserem Land „herbeizuwünschen“, damit so manchem Ignoranten endlich klar wird, wie gefährdet das Christentum in der Welt ist.
      Wer die Bibel richtig liest, weiss ohnehin darum, dass Verfolgung uns seit den Zeiten der Urgemeinde begleitet, wenn sie auch in unserer Zeit ein weltweites, scheinbar sich steigerndes Phänomen geworden ist. Was mir viel mehr Sorgen macht, ist die Tatsache, dass es tatsächlich mittlerweile „christenreine“ Länder und Regionen gibt, wo praktisch keine Kirchen existieren oder Gottesdienste offen abgehalten werden können. Länder wie Afghanistan oder der Nord-Sudan können mittlerweile als „christenfreie Zonen“ bezeichnet werden. So sehr dass die Islamisten und Atheisten in unserem Lande freuen mag, so besorgt sehe ich in die Zukunft.
      Auch in die Zukunft unseres Landes, wie ich zugebe, womit wir wieder bei Ihrem Kommentar wären. Haben Sie auch keine Idee, wie man die Christen in Deutschland auf die sich heranschleichende Gefahr hinweisen könnte ?

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