Ägypten: erneut koptische Kirche attackiert

Im postrevolutionären Ägypten herrscht ein rauhes Klima für Nichtmuslime. Die Kopten spüren dies an jedem Tag. Unlängst berichteten wir HIER zusammenfassend über die Ausschreitungen gegen Christen in El-Marinab.

Ägypten

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Nun wird aus dem Ort Elmadmar in Oberägypten (Distrikt Tema, Provinz Sohag) bekannt, dass dort am 03. Oktober 2011 wieder eine Kirche angegriffen wurde. Aufgebrachte Muslime blockierten die Straße zum Gebäude und warfen Steine auf das Gebäude, mit der offensichtlichen Absicht, es so schwer wie möglich zu beschädigen. Mitarbeiter der Kirche riefen die Sicherheitsorgane, die, was in Ägypten eher selten vorkommt, auch tatsächlich in relevanter Zahl am Tatort erschienen und dem Treiben ein Ende machten.

Allerdings wurde niemand verhaftet, weshalb die Ausschreitungen kein juristisches Nachspiel haben werden. Die Angelegenheit lief nach Augenzeugenberichten ungefähr so ab: Gegen 8.00 Uhr morgens erschien eine Gruppe von wohlorganisierten Muslimen vor der Kirche, hielt Transparente mit Slogans wie „Nein zur Kirche“ oder „Haut ab hier“ hoch und begann damit, das Gebäude zu blockieren und zu beschädigen. Als Scheinargument für die Gewalt dienten ihnen dabei Vorwürfe, das Gebäude sei niemals eine Kirche gewesen und außerdem würden Anwohner durch die „jeden Tag“ durchgeführten Messen sowie durch „Kirchenglocken“ belästigt.

Kopten haben dazu folgendes verlautbart: Das Gebäude wurde vor acht Jahren als Kirche gebaut. Die Genehmigungen der Regierung dafür liegen vor und die Immobilie gehört außerdem zur zuständigen Diözese und nicht der Stadt. Die Messe wird in Elmadmar nur einmal in Woche gelesen und Glocken hat das Gebäude ebenfalls nicht.

Aber die Angriffe auf Christen kamen nicht ganz unerwartet, wie der koptische Aktivist George Bouchra erklärt:

Das Problem im Ort Elmadmar köchelte schon länger. Wir haben das schon seit einiger Zeit beobachtet. Optimistisch sind wir nicht, denn die Muslime wollen unsere Kirche immer noch schließen lassen.

Wer jetzt immer noch davon ausgeht, Vorfälle wie in El-Marinab oder Elmadmar kämen nur „vereinzelt“ vor und es stünde kein erkennbares System der Verfolgung dahinter, lügt sich selbst und anderen etwas vor. Es gilt jetzt, das System, das von Salafisten und Muslimbrüdern orchestriert wird, zu erkennen und darauf zu achten, dass diesem Treiben ein Ende gemacht wird. Die Zukunft Ägyptens kann nur unter Beteiligung ALLER sozialen Gruppierungen eine gerechte, tolerante und wirklich demokratische Zukunft werden.

BITTE BETEN SIE WEITERHIN FÜR ÄGYPTEN. DAS LAND HAT UNSERE FÜRBITTE UND DAS ÜBERNATÜRLICHE EINGREIFEN DES HIMMLISCHEN VATERS, UM FRIEDEN WIEDER HERZUSTELLEN,  GANZ OFFENSICHTLICH DRINGEND NÖTIG.

(Quelle: „aina.org“ vom 04. Oktober 2011)

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