Indonesien: Islamisten und Behörden „schließen“ Kirche

Im westjavanischen Ort Mekargalih in Satinangor, Bandung – Distrikt, wurde am Freitag, den 30. September 2011, eine protestantische Kirche geschlossen.

Indonesien

Wie Quellen aus dem Land berichten, sei dies auf Druck der bereits in der Vergangenheit negativ aufgefallenen „Islamic Defenders Front“ (IDF) passiert.  Sicherheitskräfte im Gefolge des Ortsvorstehers Arief Saefolah sowie 30 Angehörige der IDF verwüsteten die Kirche und beschlagnahmten alle Dinge, die ihnen nützlich erschienen wie Möbel, Autos oder Musikinstrumente. Es ist davon auszugehen, das diese Gegenstände wohl nie mehr in den Besitz ihrer rechtmässigen Eigentümer zurückkehren werden, weshalb man in einem Rechtsstaat auch von „Behördenwillkür mit Raub-Absicht“ als Teil dieses Vorfalls sprechen würde.

All diese Vorgänge sind in Zusammenhang mit einer massiv fortschreitenden, antichristlichen Bewegung im Lande zu sehen, die das einstmals unproblematische, relativ reibungslose Zusammenleben der Religionen und Ethnien im Lande beenden will. Behörden schauen oftmals weg bei antichristlichen Ausschreitungen oder dulden sie sogar. Dass sie jetzt auch aktiv daran beteiligt sind, gibt Anlass zur Besorgnis.  Indonesien ist gemessen an der Bevölkerungszahl das Land mit den meisten Muslimen. Es galt bis vor wenigen Jahren als ein „moderates“ Land. In der Statistik der Hilfsorganisation „open doors“, dem „Weltverfolgungsindex“,  nimmt es auch bislang nur den Platz 48 von 50 ein.

Das könnte sich ändern, denn der Wind dreht sich. In den vergangenen Monaten sind mehrfach Meldungen von Bombenattentaten und Übergriffen lokaler Behörden gegen Christen und andere Minderheiten bekannt. Als Beispiele seien hier einige Nachrichten der letzten Monate aus diesem Blog aufgelistet.

Der jüngste Fall reiht sich da nahtlos in diese Bewegung ein, die im Zusammenhang mit anderen, vor allem zentralasiatischen Staaten zu sehen ist, die auf ähnliche Art und Weise versuchen, eine Einheit von Staat und Religion (immer ist es der Islam, nur in Indien sind ähnliche Bestrebungen von Hindus zu verzeichnen) durch „scheinlegale“ Massnahmen zu erzwingen. Der Mechanismus dazu läuft folgendermaßen: Zunächst werden Gesetze geschaffen, die religiöse Aktivitäten von staatlicher Genehmigung bzw. Überwachung abhängig machen. Diese Gesetze strotzen dann natürlich nur so vor „Gummiparagraphen“, die eine extreme Auslegungsbreite aufweisen. Im sicheren Wissen, dass an allen Schlüsselstellen bei Polizei und Justiz natürlich Muslime sitzen (bzw. in Indien dann Hindus), werden diese Gesetze dann zur „legalen“ Beseitigung jeglicher, christlicher Religionsaktivität (von Evangelisation ganz zu schweigen) benutzt. Christen werden somit, wie z. Bsp. in Teilen Chinas und in Nordkorea, in die „Illegalität“, den Untergrund getrieben und können so auch leichter weiter diskreditiert werden.

Nun, der Fall der Kirchenschließung im Ort Mekargalih wurde vorbereitet mit „Gerüchten“, die örtliche Kirche betreibe eine aktive Evangelisation unter der mehrheitlich muslimischen Bevölkerung. Insbesondere gegen den Gemeindeleiter Pastor Bernard Maukar, wurden diese Anklagen gerichtet. Dies brachte die IDF auf den Plan, die nun, in Zusammenarbeit mit Sicherheitsbeamten, die „Angelegenheit“ in die Hände genommen hat. (Erinnert uns fatal an das ägyptische El-Marinab, wo auch Dinge „in die Hände genommen“ wurden und danach die Häuser von Kopten mitsamt Kirchenrohbau brannten).

Der Ortsvorsteher von Mekargalih, Arief Saefolah,  liess sich zu Äußerungen motivieren, welche die Kirche als solches als „illegal“ erklärten. Er allein habe die klare Autorität über seinen Ort.  An die Christen von Mekargalih hatte er folgende Botschaften:

 Bitte, haut hier so schnell wie möglich ab ! Geht woanders hin für eure Gottesdienste.

Immerhin ein klares Wort, angesichts der oftmals eher verschämt versteckten, christophoben Tendenzen auf der Welt. Trotzdem gab Arief Saefolah nicht zu, dass er selbst die IDF-Vandalen herbeigerufen hatte, um die Kirche widerstandlos schließen zu können. Aus der Christengemeinde des Ortes ließ sich vernehmen, dass sie sich nicht vertreiben lassen wollen, denn der Ortsvorsteher verstoße mit seiner Aktion gegen das seit Jahrzehnten praktizierte Prinzip der „Pancasila“. Dies sind die fünf Grundsätze der nationalen Ideologie und Verfassung der Republik Indonesien, denen in dem Vielvölkerstaat eine identitätsbildende und homogenisierende Wirkung zugedacht ist.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE CHRISTEN IN INDONESIEN UND ALLEN ANDEREN LÄNDERN SÜDOST- UND ZENTRALASIENS. IHRE ZUKUNFT STEHT ALLEIN IN GOTTES HAND, ABER MENSCHEN KÖNNEN SICH ZUMINDEST ÜBER DIE SITUATION BEWUSST WERDEN.

(Quelle: „asia news“ vom 03. Oktober 2011 sowie „open doors“ und „wikipedia“)

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2 Gedanken zu “Indonesien: Islamisten und Behörden „schließen“ Kirche

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