Indien: zwei Pfingstkirchen in Karnataka geschlossen

Im indischen Bundesstaat Karnataka, in den Provinzen Bangalore und Hassan, wurden am 25. September 2011 zwei Pfingstkirchen geschlossen.

Karte von Indien

Indien

Das Vorgehen der Behörden folgt dabei dem üblichen „Drehbuch“ für derartige Übergriffe. Wie sieht dieses Drehbuch aus ? Recht simpel:

  1. Es gibt in ganz Indien seit 1969 ein Gesetz, dass „Zwangskonversionen“ zu irgendeiner Glaubensrichtung unter Strafe stellt. An sich eine gute Sache, da es Kulte und Religionen gibt, die tatsächlich mit vorgehaltener Waffe (oder dem Strang etc.) Leute zu sich „bekehren“.
  2. Religiös-Politische Gruppierungen nutzen diese Gesetze mit unschöner Regelmässigkeit dazu, Minderheiten zu unterdrücken, um die „Reinheit“ des Volkes und die Einheit von Religion und Staatsvolk zu erzwingen. Diese Gruppierungen und politischen Parteien Indiens bringen immer wieder angebliche Fälle von Zwangskonversionen zu Gehör.
  3. Auf Antrag dieser Gruppierungen werden ihre Sympathisanten im Polizei-Apparat (also der gesamte Apparat) aktiv und verhaften dann die „Zwangskonvertierer“, die auffällig oft christliche Gemeindeleiter sind. Gleichzeitig werden dann deren Kirchen als „illegal“ geschlossen, wie unlängst in Karnataka geschehen.
  4. Gerichte bestätigen allzuoft diese Vorwürfe und machen somit aus Unrecht Recht, was allen rechtsstaatlichen Prinzipien Hohn spricht. 

Dass es am Rande dieses Drehbuches dann auch zu „Kollateralschäden“ durch gewalttätige Ausschreitungen von Hindu-Extremisten kommt, ist nicht verwunderlich. Missionars-Verbrennungen, Vandalismus und schwere Körperverletzung inklusive.

Muss ich nach der Auflistung der Schritte des Drehbuches noch näher auf die jüngsten Fälle eingehen ? Na, gut: Im Bundesstaat Karnataka leben ca. 53 Mio Menschen, davon ca. 1 Million Christen. Seit 2008 wird der Bundesstaat von der Hindu – Partei BJP („Bharatiya Janata Party“) regiert, die immer wieder ultranationalistische und hinduistische Gruppen dazu ermutigt, gegen Minderheiten vorzugehen.

 So wurde am 25. September 2011 der Pastor der „Full Gospel Church“ von Bangalore, Rev. Hulimavu, nach Vorwürfen der Zwangskonversion und des durchführen von Gottesdiensten „ohne Erlaubnis“ von der Polizei mitgenommen. Die Polizei war nur zu gewillt, den wohl grundlosen Vowürfen Glauben zu schenken. Während des Verhörs wurde der Gottesmann wohl eingeschüchtert und dazu erpresst, seine Kirche zu schließen. Anderenfalls werde er tatsächlich verhaftet werden. Dies berichtet der Präsident des „Global Council of Indian Christians“ (GCIC), Sajan K. George. 

In Bagesafleshpur (Hassan district), stürmten am gleichen Tag Hindu-Extremisten die „End Times Full Harvest Church“, verprügelten den Pastor John Frederick D´Souza und diverse anwesende Christinnen, zerrissen Bibeln (warum sind die notorisch besorgten, deutschen Medien, die sich über Koranverbrennungen hysterisch aufregen, eigentlich jetzt stumm ? Ach so, es waren ja Bibeln…und Christen werden wohl zur Antwort weltweit keine Aufstände verursachen oder Menschen töten.) und warfen die Fetzen zu Boden. Dann verließen sie das Gebäude, wo das Gebetstreffen weiterging.

Um dem widerlichen Gewaltexzess nun auch noch die Krone der verdrehten Dreistigkeit aufzusetzen, riefen die Angreifer im Anschluss die Polizei, die das Gebetstreffen ein zweites Mal unterbrach, den Pastor festnahm und ihm die gleichen Vorwürfe machte, wie seinem Kollegen in Bangalore. (keine Erlaubnis zur Abhaltung von religiösen Zeremonien, Zwangskonversionen) Die Kirche wurde geschlossen.

Beide Pastoren wurden im Polizeigewahrsam weiter bedroht, eingeschüchtert und geschlagen, wie Sajan K. George von der GCIC berichtet. Ihre Gemeinden haben nun keine Möglichkeit, ihren üblichen Sonntagsgottesdienst abzuhalten. 

BITTE BETEN SIE FÜR DIE GLÄUBIGEN AUF DEM INDISCHEN SUBKONTINENT. DIE DREISTIGKEIT IHRER VERFOLGER NIMMT IMMER MEHR ZU UND ALS GLÄUBIGE HABEN WIR KEINE ANDEREN „WAFFEN“ ALS DAS „SCHWERT DES GEISTES“ (WORT GOTTES) UND DAS GEBET, UM UNS IN DIESER WELT ZU WEHREN.

(Quelle: „asia news“ vom 03. Oktober 2011)

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3 Gedanken zu “Indien: zwei Pfingstkirchen in Karnataka geschlossen

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