Nigeria: Gewalt nimmt kein Ende, neue Angriffe auf Christen

Aus Nigeria haben wir in den letzten Monaten nichts Gutes berichten können. Die Gewalt gegen die Christen in den nördlichen Bundesstaaten hat immer größere Ausmaße angenommen. Aber jetzt sind auch die zentralnigerianischen Bundesstaaten von einer Welle der Gewalt erschüttert worden.

Karte von Nigeria.

Nigeria

Zwei Beispiele aus den letzten Wochen sollen die Situation illustrieren helfen.

  1. Im Bundesstaat „Niger“ wurden am Donnerstag, den 22. September 2011, fünf Christen ermordet. In der Stadt Madala liefen gegen 8 Uhr abends bewaffnete Mitglieder der islamischen Terrorgruppe „Boko Haram“ („Bildung ist verboten“) über den Markt, befragten Ladenbesitzer, ob sie bestimmte Koransuren rezitieren könnten und erschossen alle, die sich dazu nicht in der Lage sahen. Bislang sind fünf Christen als Opfer dieses Anschlages zu verzeichnen, vier der fünf Toten sind namentlich bekannt.
    Die sofort von besorgten Christen herbeigerufene Polizei ermittelt noch in dieser Angelegenheit. Jedoch haben die Sicherheitsorgane bereits eine Verwicklung der Boko Haram durch einen ihrer Sprecher, Richard Adamu Oguche, bestätigt.
  2. Am 17. September 2011 wurden im Bundesstaat Kaduna, im Dorf Ungwan Rana Bitaro, drei Christen bei gezielten Überfällen auf ihre Wohnhäuser getötet. Acht weitere Gläubige wurden teils schwer verletzt in nahegelegene Krankenhäuser gebracht.
    Augenzeugen berichten, dass die Männer zielgerichtet in die Häuser der Christen eindrangen, die Bewohner herauszerrten und sie dann erschossen oder mit Macheten niedermetzelten. Die Wunden der Überlebenden, die in Krankenhäuser gebracht wurden, bestätigen diese Version. Die lokale Polizei gibt ebenfalls zu erkennen, dass sie darum bemüht sei, diese Verbrechen aufzuklären.

Und hier wird ein Problem deutlich: die Sicherheitsbehörden sind einerseits nicht in der Lage, die Unversehrtheit von Christen im Lande sicherzustellen und andererseits auch oftmals nicht gewillt, die entsprechenden Gewaltakte wirklich aufzuklären. Die Menschenrechtsorganisation „open doors“ schreibt dazu auf ihrer Webseite:

Die Christen beklagen auch, dass die Übergriffe regelmäßig von hochrangigen Politikern, Verwaltungsmitarbeitern und Militärangehörigen zwar bedauert, aber nicht aufgeklärt werden. Dies zeigt, dass die Christen in den nördlichen Bundesstaaten immer weiter an den Rand gedrängt werden.

Neuerdings eben nicht nur in den nördlichen, sondern auch in den zentralen Bundesstaaten. Der Anschlag von Abuja (Zentralnigeria) am 26. August 2011 auf das Gebäude der UN spricht eine deutliche, unmissverständliche Sprache in dieser Hinsicht.

Wo die Gewalt in Nigeria herkommt, beleuchtet übrigens folgendes Detail, das ebenfalls bekannt geworden ist: in der Stadt Kaduna im gleichnamigen Bundesstaat, der wegen des an Punkt 2 genannten Überfalls hier bereits genannt worden ist, ist unlängst eine Moschee als Trainingszentrum junger Terroristen ausgemacht worden. Die „Yahaya Road Moschee“ in Kaduna wird in mittlerweile „geleakten“ (Wikileaks) Dateien der US-Botschaft als Trainingszentrum von Teenager-Terroristen benannt, wie nigerianische Medien am 04. September 2011 berichteten. Die Dementis der Verantwortlichen Imame jedenfalls wirken auffällig halbherzig.

Aber auch die gewollt oder ungewollt „zahnlosen“ Sicherheitsorgane Nigerias haben mal Erfolge zu verzeichnen. So stehen mittlerweile neunzehn Mitglieder der Boko Haram wegen der Bombenanschläge auf Kirchen in Madala und Suleja vor Gericht. Diesen Angeklagten wird ebenfalls eine Beteiligung am bereits erwähnten Anschlag auf die UN in Abuja unterstellt, bei dem 23 Menschen zu Tode kamen.

BITTE BETEN SIE DAFÜR, DASS DER HASS UND DIE GEWALTBEREITSCHAFT AUS DEN HERZEN POTENTIELLER TÄTER VERSCHWINDET. BITTEN SIE GOTT DARUM, DASS NIGERIA VOR DEM WAHN DER HASSPREDIGER BESCHÜTZT WIRD. BITTEN SIE IHN AUCH UM TROST FÜR DIE HINTERBLIEBENEN DER OPFER DER VIELEN ANSCHLÄGE.

(Quelle: „compass directnews“ vom 27. September 2011)

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