Ägypten: christliche Schülerin soll Koptuch tragen, oder…

…sie darf die Schule nicht mehr betreten. Ein absurder Fall von Diskriminierung ist jetzt auch dem Land am Nil bekannt geworden, der sich im ländlichen Bildungssektor abspielt.

Ägypten

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Stellen Sie sich einmal vor, in einer deutschen, öffentlichen Schule würden alle Schüler von der Schulleitung dazu gezwungen, die orangefarbenen Gewänder buddhistischer Mönche zu tragen, um am Unterricht teilnehmen zu können. Klingt absurd, nicht wahr ? Stellen Sie sich einmal den Protest vor, den ein solches Vorgehen auf die Häupter der Verantwortlichen in Schulleitung und Schulbehörde herabregnen lassen würde. Und das vollkommen zu Recht.

Kleiner „Szenenwechsel“. Jetzt sind wir in Ägypten und stellen uns einmal vor, die Schulleitung einer öffentlichen Schule zwingt alle Schülerinnen dazu, ein Kopftuch, das Symbol der „ehrbaren, muslimischen Frau“ zu tragen, um das Schulgebäude betreten zu dürfen. Das ist leider kein Witz, sondern Realität in der „Scheich Fady Oberschule“ im Ort Beni Mazar in der Minya – Provinz.

Dort wurde die koptisch-christliche Schülerin Ferial Sorial Habib acht Tage lang am Betreten des Schulgebäudes gehindert (ironischerweise durch die Schulsozialarbeiterin Miss Ola Abdel Fattah), weil sie und ihre Eltern sich unter Hinweis auf geltendes, ägyptisches Recht weigerten, sie mit einem Kopftuch in die Schule zu schicken. Nach geltendem Recht darf eine öffentliche Schule lediglich die Farbe der Schuluniform bestimmen und damit endet ihr Einfluss auf die Schulkleidung auch schon.

Ferials Vater machte sich jedenfalls bald schon auf, gegen diese Bildungsverhinderung seiner Tochter in der genannten Schule Einspruch einzulegen und statt ihm in irgendeiner Weise entgegenzukommen, zeigte die Schulleitung ihn auch noch wegen „Verleumdung“ und „Verunglimpfung“ bei der Polizei an. Alles wohl unter dem Motto „dem Unrecht noch Dreistigkeit“ hinzufügen.

In jedem Falle hat sich die Familie einen Anwalt genommen, Herrn Wagdy Halfa, der den Fall auch bereits im ägyptischen Fernsehen publik gemacht hat. Ferials Vater hat mittlerweile formelle Beschwerden an die Staatsanwaltschaft und die zuständige Schulbehörde von Beni Mazar geschickt mit der Bitte um eine gründliche Prüfung des Sachverhalts. Er verweist dabei darauf, dass die Schulen zu „Brutstätten von Militanten“ geworden seien, was durch die permanente Überschreitung der Kompetenzen der Schulleitung gezeigt werde.

Die Schule hat mittlerweile signalisiert, dass sie Ferial auf Basis einer „gütlichen Einigung“ wieder aufnehmen könne, aber die Familie hat auf Anraten ihres Rechtsvertreters dieses Angebot bislang nicht angenommen. Der koptische Aktivist Nader Shoukry, der den Fall zuerst bekannt gemacht hatte, sagt dazu:

Das ist eine Angelegenheit, die nicht unter den Tisch fallen darf oder durch eine sogenannte „Schlichtung“ beiseitegeschoben werden darf. Das muss durch die Rechtsorganisationen geklärt werden.

Ist diese an sich kleine Angelegenheit aus der ägyptischen Provinz überhaupt einen Artikel wert ? Ich denke, schon, wie Sie gesehen haben, liebe Leser. Es geht hier halt nicht um den spektakulären Schockeffekt eines blutigen Massakers, sondern darum, wie die Einschränkungen der Bürgerrechte von Nichtmuslimen in Ägypten (und anderswo) voranschreiten.

BITTE BETEN SIE WEITER FÜR ÄGYPTEN. BETEN SIE DARUM, DASS DIE KOPTEN GENUG KRAFT UND STÄRKE BEKOMMEN, UM IN IHREM EIGENEN LAND ZU ÜBERLEBEN.

(Quelle: „assist news service“ vom 28. September 2011)

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