Indien: Pastoren und Gläubige unter falschen Vorwürfen verhaftet

Die Nachfolger Christi auf dem indischen Subkontinent bekommen keine Ruhe. Wie jetzt bekannt wurde, sind in der Provinz Madhya Pradesh am Montag, den 12. September 2011, mehrere Pastoren und Gläubige verhaftet worden, nachdem Hindu-Nationalisten ihre Tauf-Versammlung gestürmt hatten.

Karte von Indien

Indien

Erinnern wir uns: seit 1968 sind sog. „Zwangskonversionen“ in Indien strafbar. Dabei handelt es sich um alle Aktivitäten, bei denen indischen Staatsbürgern unter Gewaltandrohung und gegen ihren Willen ein anderer, als der von ihnen gewünschte, Glaube aufgezwungen werden soll. Diese Gesetze sollten hauptsächlich eine „Re-Islamisierung“ Indiens durch die von Muslimen aus den Nachbarstaaten Bangla Desh und Pakistan gerne praktizierten „Raub-Islamisierungen“ verhindern. Kidnapping von Einzelpersonen, um sie zu einem Wechsel zum Islam zu bewegen (wie es heute noch in Pakistan und Ägypten bei jungen Frauen üblich ist) und die Einschüchterung, ganzer Dörfer und Volksstämme, um dies zu tun, sollten so verhindert werden.

Nun aber werden diese Gesetze in mehreren, indischen Bundesstaaten so ausgelegt, dass jede Art der Evangelisierungs-Tätigkeit, also des Verbreitens der Guten Nachricht von Christus, dadurch unterbunden werden soll. Im Rahmen der in weiten Teilen Zentralasiens verbreiteten „Ein Volk-Ein Glaube“ – Politik, sehen sich Hindu-Nationalistische Bewegungen in Indien, die in der Bevölkerung großen Rückhalt geniessen, dazu verleitet, christlichen Missionaren, Evangelisten, aber auch ganz einfachen Pfarrern, Krankenschwestern und Lehrern, die Arbeitsmöglichkeiten zu nehmen. Seit dem Ende des Kolonialismus ist ja glücklicherweise auch das „Revolver-Evangelisieren“ und das „Drohungs-Bekehren“ aus der Mode gekommen, so dass die immer wieder aufkommenden Vorwürfe radikaler Hindus, dass Konversionen zum Christentum „unter Zwang“ vorgenommen worden seien, sich in sämtlichen Fällen als falsch erwiesen haben. Aber man muss in Bundesstaaten wie Karnataka oder Madhya Pradesh nicht einmal wirklich evangelisiert haben, um den Fanatikern ins Visier zu geraten. Oft reicht es einfach schon aus, sich offen zum Christentum zu bekennen und gebürtiger Inder zu sein.

Wie dem auch immer sei: am Montag, den 12. September 2011, wollten sich 11 bekehrte Inder taufen lassen. Auf der Versammlung einer Pfingstgemeinde im Bundesstaat Madhya Pradesh wurden drei auswärtige Pastoren erwartet, die gemeinsam mit der kleinen Gemeinde dieses Ereignis feiern wollten. Nachdem die Gäste eingetroffen waren, wurde die Versammlung von 5 Aktivisten der Hindu-Bewegung „Rashtriya Swayamsevak Sangh“ (RSS) gestürmt, die, natürlich „ganz zufällig“ noch drei lokale Polizei-Offiziere im Schlepptau hatten. Die mit Knüppeln bewaffneten Fanatiker brachen in das Haus ein, in dem die Gemeinde sich versammelt hatte und begannen sofort damit auf die Pastoren einzuprügeln und sie zu beschimpfen.

Das „besonders beliebte“ Argument, hier würden brave Hindus zum Glaubenswechsel gezwungen, wurde dabei lautstark vorgebracht. Die Pastoren versuchten noch, den Angreifern das Geschehen zu erklären, wurden aber ungehört von der durch die Hindus mitgebrachten Polizei verhaftet. Die Frau eines der Pastoren, die irrtümlicherweise auch für eine Gemeindeleiterin gehalten wurde, kam dabei gleich mit „hinter schwedische Gardinen“. Die Behörden in Madhya Pradesh nehmen es damit erfahrungsgemäss nicht so genau. Nachdem die vier Pastoren und die Frau von Pastor Ramesh arretiert worden waren, nahmen die Hindus und die Polizisten sich gemeinsam die 11 anwesenden Täuflinge vor. Sie wollten sie zu einer falschen Anzeige gegen die Pfingstgemeinde und ihre Vertreter „überreden“, worauf diese aber Gott sei Dank nicht eingingen. Stattdessen hielten sie an ihrem Bekenntnis zu Christus fest.

Warum diese Formen der Christenverfolgung eigentlich immer ohne Folgen für die Angreifer, Lügner und Verleumder der Nachfolger Christi bleiben, schildert Sajan K. George, der Vorsitzende des „Global Council of Indian Christians“ (GCIC):

Die Regierung des Bundesstaates Madhya Pradesh (die von der Nationalisten-Partei BJP gestellt wird, Anm. d. Übers.) missbraucht Bundesgesetze dafür, um Christen zu bedrängen, sie zu verfolgen, ihre Schulen unter Druck zu setzen und sich in deren Leitung einzumischen.

Mittlerweile sind die Inhaftierten jedoch auf Kaution wieder freigelassen worden. Ob eine Anklage wegen „Zwangskonversionen“ trotz mangelnder Grundlage dafür dennoch erhoben werden wird, ist bislang nicht bekannt.

BITTE BETEN SIE WEITERHIN FÜR DIE CHRISTEN INDIENS. AUCH VON IHRER FÄHIGKEIT, EIN LEBENDIGES GLAUBENSLEBEN ZU UNTERHALTEN, IST DIE ZUKUNFT  DES EVANGELIUMS IN DER REGION ABHÄNGIG.

(Quelle: „asia news.it“ vom 13. September 2011)

 

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