Usbekistan: christliche Aktivistin wird an Ausreise gehindert

Die baptistische Aktivistin Lidia Gusewa aus Taschkent in Usbekistan wurde am 03. September 2011 aus einem Zug nach Russland geholt. Angeblich, weil noch unbezahlte Strafbefehle gegen sie ausstünden.

Usbekistan

Lidia Gusewa wurde am 24. Dezember 2010 (sic !) von einem Gericht in Taschkent verurteilt, weil sie angeblich illegalerweise christliche Literatur ins Land gebracht haben soll. Nachdem sie gegen diesen Beschluss Widerstand eingelegt hatte, weil die gegen sie vorgebrachten Anklagen so nicht haltbar waren, wurde das ursprüngliche Urteil am 04. Februar 2011 wieder aufgehoben.

Dennoch wurde der inzwischen gegen sie ausgesprochene Ausreise-Bann nicht aufgehoben, was zu der eingangs erwähnten Szene geführt hat. Lidia Gusewa ist Mitglied einer nichtregistrierten, baptistischen Gemeinde. Die Baptisten haben in ihrer Mehrheit den Versuch aufgegeben, in den zentralasiatischen Staaten, die überall notwendige, staatliche Registrierung zu erwirken, da die Hürden dafür absurd hoch sind. Dies natürlich, um die Legalisierung der Kirchen zu verhindern.

Für diese Weigerung zahlen baptistische Christen in Usbekistan und anderswo einen Preis. Lidia Gusewa ist der jüngste Beweis dafür.  In Usbekistan ist für die Ausreise in jedem Falle ein „Ausreisevisum“ erforderlich. Diese Visa können jedoch jederzeit wieder eingezogen werden, was in den letzten Monaten vor allem bei christlichen Aktivisten, Menschenrechtsaktivisten und sonstigen, vor allem politisch Aktiven Usbekischen Staatsbürgern der Fall war.

Am Montag, den 05. September 2011, wurde Lidia Gusewa schließlich von der zuständigen Behörde eröffnet, dass ihr Name „sicher bald“ von der schwarzen Liste gestrichen werden würde, da die ursprüngliche Strafe gegen sie ja bereits aufgehoben sei. Auf diese Aussage ist aber nichts zu geben, da die durch und durch korrupten Systeme Zentralasiens sich zumeist nur gegen die Zahlung von recht ansehnlichen Bestechungssummen in Bewegung setzen.  Angebliche Versäumnisse der Gerichtsschreiber als Grundlage dieses „Missverständnisses“ werden zwar vorgeschoben, sind aber auszuschließen, da alle entsprechenden Urteile in mehreren Durchschlägen an alle zuständigen Behörden weitergereicht werden.

Es ist also vielmehr von einer gezielten Schikane gegen ungeliebte Kirchen auszugehen. Die Fahrtkosten, die Lidia Gusewa bereits ausgeben musste, um das Zugticket und später das Taxi nach Taschkent zu bezahlen, werden ihr selbstverständlich von den staatlichen Behörden, die hier einen „Fehler“ gemacht haben,  nicht zurückerstattet.

Warum erwähne ich überhaupt einen derartigen Fall, da Christen in der Welt doch viel schlimmere Dinge erleiden müssen ? Mir ging es darum, aufzuzeigen, wo Christenverfolgung, oft scheinbar sogar mit „legaler Grundlage“ anfängt. Ich tue dies, um davor zu warnen, bevor es auch in unserem Land soweit ist !

BITTE BETEN SIE FÜR ALLE CHRISTEN IN TASCHKENT, IN USBKEKISTAN UND ZENTRALASIEN.

(Quelle: „forum18“ vom 09. September 2011)

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