Usbekistan: erneut Protestanten durch Behörden attackiert

Im usbekischen Fergana hat die Polizei erneut das Haus einer protestantischen Familie gestürmt und diverse Medien konfisziert. „Gebannte Literatur“ wurde dabei beschlagnahmt.

Usbekistan

Am 23. Juli 2011 stürmten 10 Polizisten, drei in Uniform und sieben in Zivilkleidung, das Haus von Muradiljon Umurzakov und Dilorom Mamasidikova in Fergana, die gerade Besuch von einem Freund, Ravshan Muminov, hatten. Der anführende Beamte des Überfalls konnte als Dilshod Ataugliyev von der Kriminalitätspräventionseinheit identifiziert werden. Die anderen Beteiligten waren vermutlich von der Geheimpolizei NSS.

Als der Hausherr die Eindringlinge nach den Gründen für ihr Eindringen und nach Dokumenten fragte, die dieses begründen könnten, wurde er körperlich angegriffen, ihm die Arme auf den Rücken gedreht und er mit weiterer, physischer Gewalt sowie juristischen Konsequenzen bedroht. Muradiljon Umurzakov bekam daraufhin durch den Schock und ansteigenden Blutdruck einen Schwächeanfall, woraufhin ein Krankenwagen gerufen werden musste. Während er noch ärztlich behandelt wurde, brachen die Angreifer ohne Erlaubnis das Zimmer seines Sohnes, der momentan in Russland arbeitet, auf und durchsuchten es illegalerweise und ohne Zeugen. Dort beschlagnahmten sie auch mehrere Bücher, darunter eine usbekische Bibel und einen russischen Koran. Es handelt sich dabei ausschließlich um Bücher, die das Komitee für religiöse Angelegenheiten des Staates Usbekistan für den Import und den freien Verkauf im Lande freigegeben hat. Es lag also keinerlei illegale Handlung seitens der Christen vor.

Auf die Nachfrage einer Menschenrechts-Beobachter-Gruppe aus Norwegen, um welche Literatur es sich bei den angeblich „gebannten“ Büchern handele, sagte der verantwortliche Polizeioffizier, Dilshod Ataugliyev, aus, dass es sich dabei um „Bibeln und ein neues Testament“ gehandelt habe. Die Behörden bereiten gegen die Familie sowie gegen  Ravshan Muminov bereits administrative Maßnahmen vor. Die Bücher würden dem Komitee für religiöse Angelegenheiten (noch einmal !) zur Prüfung vorgelegt.

Um nachträglich den unrechtmäßigen Überfall zu legalisieren, hat die Polizei sich ein Schreiben der lokalen Verwaltungsbehörde besorgt, in dem ausgeführt wird, Muradiljon Umurzakov hätte verbotenerweise unter Muslimen evangelisiert. Nun wird an einem Fall gegen ihn, seine Frau und Ravshan Muminov gebastelt, in dem ihnen „illegaler Import und illegale Verteilung religiöser Materialien“ (Art. 184-2, usbek. Strafrecht) und „illegale Missionstätigkeit“ (Art. 240, Teil 2) vorgeworfen wird.

Abschließend kann nur noch einmal daran erinnert werden, dass in immer mehr Ländern weltweit diese Form des „pseudolegalen“ Vorgehens gegen Christen an Schärfe zunimmt. Selbst wenn Gläubige sich an alle Regeln und Gesetze halten, wird ihnen ihre alltägliche Religionsausübung als „illegal“ deklariert und notfalls sogar nachträglich Gesetze geändert, um rückwirkend vorgehen zu können. Wer und was für Absichten dahinterstehen, dürfte echten Christen wohl klar sein.

IN DIESEM SINNE BITTE ICH SIE FÜR MURADILJON UMURZAKOV, DILOROM MAMASIDIKOVA UND RAVSHAN MUMINOV ZU BETEN. BITTEN SIE GOTT DARUM, DIESES ABERWITZIGE VERFAHREN GEGEN SIE ABZUWENDEN.

(Quelle: „forum18.org“ vom 26. August 2011)

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