Pakistan: Ermittler im Fall Bhatti verschleiern statt aufzuklären

Wir erinnern uns an den Fall Shahbaz Bhatti in Pakistan. Der erste und einzige christliche Minister in der Regierung des Landes wurde am 2. März 2011 in Islamabad ermordet. In der Nähe des Tatortes waren Bekennerschreiben islamischer Radikaler gefunden worden.

Shahbaz Bhatti (+ 2011)

Bhatti, der nur 42 Jahre alt wurde, war vor allem durch sein Engagement für die religiösen Minderheiten Pakistans aufgefallen. Er war ein entschiedener Gegner der sog. „Blasphemiegesetze“ seines Landes, welche in der Praxis als Waffe der Christenverfolgung dienen und er hatte sich ebenso entschlossen für die wegen ebendieser Gesetze zum Tode verurteilte Christin Asia Bibi engagiert. Dies alles hatte ihm die Feindschaft der islamischen „Meinungsbildner“ Pakistans eingebracht und letztlich zu seiner Ermordung geführt.

Nun wird aus den Kreisen der Ermittler in diesem Fall bekannt, dass man eine „neue Theorie“ verfolge,  nach der Bhatti das Opfer einer nicht näher genannten „Familienfehde“ geworden sei. Eine schwer glaubliche und noch schwerer beweisbare Idee. Diese Strategie kann nur durch die in muslimischen Kreisen weit verbreitete Grundhaltung erklärt werden, nachdem Muslime grundsätzlich nur „Opfer“ von Verbrechen, niemals aber Täter sein könnten.

Victor Azariah, der Generalsekretär des Nationalen Kirchenrates Pakistans sagte dazu unlängst:

Das ist nur eine weitere Verschleierung. Sie wollen damit nur zeigen, dass Shahbaz nicht von religiösen Extremisten ermordet wurde.

Aus den Kreisen des Ermittlerteams wurde weiterhin verlautbart, dass mittlerweile drei der am Mord Beteiligten mittlerweile aus dem Land geflohen seien, aber man Interpol um Mithilfe bei dem Aufspüren dieser Personen bitten werde. Victor Azariah sagte dazu, er hätte nun kein Vertrauen mehr in die Ermittlungen:

Da wird gar nichts aus den Ermittlungen herauskommen. Die Leute haben das Vertrauen in diesen Prozess verloren. Die Ermittler scheinen sogar zu ignorieren, dass islamische Kreise die Verantwortung (für die Tat, Anm. d. Ü.) übernommen haben.

Mittlerweile hat sich auch ein Verwandter Bhattis zu Wort gemeldet. Peter Jacob, Sekretär der Gerechtigkeitskommission der katholischen Kirche Pakistans und ein Cousin dritten Grades von Shahbaz Bhatti sagte:

Ich kenne Bhatti von Kindesbeinen an. Wir haben dieselben Verwandten. Die Idee einer Familienfehde um Besitz ist unbegründet. Sie wird nur ins Spiel gebracht, um einen offenen Streiter für Menschenrechte zu diffamieren.

Auch die Vertretung der Minderheiten Pakistans, die „All Pakistan Minorities Alliance“ (APMA) unter der Leitung von Shahbaz Bhattis Bruder Paul Bhatti hat mittlerweile das Thema aufgegriffen. Sie hat angekündigt, falls ihren Forderungen nach unabhängiger Ermittlung und einem Ende der Verschleierungstaktik seitens der Emittler nicht nachgekommen wird, sie landesweite Proteste organisieren wollen.

BITTE BETEN SIE WEITERHIN DAFÜR, DASS DEN LÜGEN UND NEBELKERZEN EIN ENDE GESETZT WIRD, DAMIT DER WAHRHEIT IM FALL BHATTI NICHTS MEHR IM WEGE STEHT.

(Quelle: „assist news service“ vom 21. August 2011)

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