Pakistan: Farah Hatim muss bei ihrem Muslim-Ehemann bleiben

Das Oberste Gericht der pakistanischen Provinz Punjab hat entschieden: die entführte und zwangsweise zum Islam konvertierte Katholikin Farah Hatim muss bei ihrem (ebenso zwangsweise zugeführten) Ehemann bleiben. Wir hatten bereits über den Fall berichtet (HIER).

Pakistan

Farah Hatim stammt aus Rahim Yar Khan, einer kleinen Stadt im Süden des Punjab. Sie absolvierte die Ausbildung zur Krankenschwester am Sheikh Zaid Medical College und machte dort gerade ihr Praktikum. Am 8. Mai wurde sie gegen 7.00 Uhr morgens im „Jinnah“-Park auf dem Weg zur Arbeit entführt. Ihr Entführer, Zeehan Ilivas, ein junger Muslim, arbeitet bei der örtlichen United Bank Limited. Zwei weitere Männer halfen ihm nach bisherigem Sachstand bei der Entführung.

Bilquees Marriam, die Mutter der Entführten, erklärte, daß die Familie des Entführers in der Region dafür bekannt sei, christliche Mädchen und junge Frauen zu entführen und zur Konversion zum Islam zu zwingen. Die Familie werde „gedeckt durch einen Abgeordneten der Regierungspartei“ und müsse „keine Bestrafung fürchten“. Die Polizei weigerte sich ursprünglich, die Anzeige der Mutter aufzunehmen.

Die Entführer brachten Farah Hatim darauf zum zuständigen Richter, vor dem sie in Anwesenheit der Entführer erklärte, freiwillig den Moslem geheiratet und den Islam angenommen zu haben. Der Richter stellte Hatim keine weiteren Fragen, auch nicht nach der Herkunft der sichtbaren Verletzungen an ihrem Körper, sondern erklärte Eheschließung und Konversion für „gültig“.

Der Rechtsanwalt der Familie Hatim kritisierte schwere Rechtsverletzungen gegenüber der jungen Frau und ebensolche Verfahrensfehler. „Während einer Aussage vor dem Richter, erklärt Rechtsanwalt Yahid Hussain, muß der Befragte seine Aussage frei von Beeinflussung Dritter machen und der Richter die Glaubwürdigkeit der Aussage prüfen. Dies war bei der Einvernahme von Farah Hatim keineswegs gewährleistet. Zudem ignorierte der Richter die offensichtlichen Verletzungen am Körper der Frau, die auf eine Gewaltanwendung hinweisen.“

Die Familie erstattete am 10. Mai eine weitere Anzeige. Die Polizei unternahm aber wieder nichts. Rizwan Paul von der Menschenrechtsgruppe „Life for All“ bestätigte, daß in der Gegend „Extremisten sicher sind“, da örtliche Behörden und Polizei „mehr damit beschäftigt sind, die Schuldigen zu schützen“, als sie der Justiz zuzuführen. Seine Organisation brachte bereits mehrere Fälle von Zwangskonversionen zum Islam zur Anzeige, doch die Behörden „stellten sich taub“.

Pater Shail John, katholischer Pfarrer in Rahim Yar Khan, sprach von einem „traurigen Vorfall“: „Wir verurteilen mit Nachdruck die Entführung und die Zwangskonversionen. Wir sind enttäuscht von den örtlichen Behörden“, aber auch von der Regierung der Provinz Punjab „die beim Schutz der Minderheiten versagt, weil sie die Täter schützt und sie dadurch ermutigt, weitere Verbrechen zu begehen“.

Bei der nunmehr auf den 21. Juli 2011 anberaumten erneuten Gerichtsverhandlung, die auf Anstrengung von Farahs Familie stattgefunden hat, müssen sich dramatische Szenen abgespielt haben, wie Quellen aus dem Land berichten.

Der Richter hat Farah gestattet, 10 Minuten lang ein privates Gespräch mit ihrer
ursprünglichen Familie zu führen. Das Mädchen hat erzählt, dass sie in der Tat „mit List ergriffen“ worden sei; sie hat aber auch sichtlich bewegt vertraulich gesagt, dass sie „nicht mehr zurück könne“.

Farah Hatim

Nach Ansicht der Familie von Farah sind die Motive ihrer Entscheidung
ganz klar: dahinter können Todesdrohungen oder Einschüchterungen stehen, aber auch die Möglichkeit, dass das Mädchen schwanger ist. In diesem Fall kann das Mädchen nach pakistanischem Gewohnheitsrecht gar nicht anders als bei ihrem Ehemann zu bleiben, denn im Fall von Verstoßung würde sie „ein ewiges Schandzeichen“ behalten, und kein Mann würde sie mehr an seiner Seite haben wollen.

„Gegen jegliche Vernunft hat Farah auf die schicksalsträchtige Frage des
Gerichts geantwortet, dass sie bei ihrem muslimischen Mann bleiben wolle und hat somit ihre Zukunft besiegelt. Von nun an hat ihre Ursprungsfamilie auch von
Gesetzes wegen keinerlei Autorität mehr über sie“, berichten die Quellen weiter.

Lokale Quellen erklären, dass Farah in jedem Fall Opfer eines Netzwerks sei, das mit Mädchen handelt und Kontaktpersonen in dem Krankenhaus, in dem Farah arbeitet, und in der Politik habe, die bekannten Politikern Mädchen und Männer beschaffen würde.

Dies ist Realität in einem Land, dass sich dem Westen viele Jahrzehnte lang als „Verbündeter“ und auch jetzt noch als „Aliierter im Kampf gegen den Terror“ präsentiert. Der Terror ist längst im Herzen der pakistanischen Gesellschaft zu Hause und hat die Leben der Nichtmuslime erschüttert. Nicht umsonst hat sich Bin Laden dort versteckt und nicht umsonst werden die Mumbay-Anschläge immer wieder mit pakistanischen Staatsbürgern in Verbindung gebracht.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE GLÄUBIGEN IM PUNJAB, FÜR DIE CHRISTEN IN PAKISTAN. BETEN SIE BITTE AUCH FÜR EINE MÄCHTIGE ERWECKUNG IN PAKISTAN, DAMIT UNSERE BRÜDER UND SCHWESTERN NICHT MEHR SO LEICHT IGNORIERT, BEISEITEGESCHOBEN UND MISSHANDELT WERDEN KÖNNEN.

(Quellen: „kath.net“ vom 22. Juli 2011 und „asia news.it“ vom 12. Mai 2011)

update 23. August 2011:
Die bei den Vereinten Nationen akkreditierte, christliche Organisation „Franziskaner International“ hat nun erklärt, sie wolle das Interesse der Vereinten Nationen auf den FAll Farah Hatim lenken. Einen entsprechenden Antrag hat sie beim Menschenrechtsausschuss der UN gestellt. Ebenso möchte sie, dass das Vorgehen des pakistanischen juristischen Systems in diesem Falle überprüft wird.

(Quelle: „fidesdienst“ vom 22. August 2011)

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